Warnstreiks bei AOK und BARMER in NRW

In den laufenden Gehaltstarifverhandlungen bei den gesetzlichen Krankenkassen AOK und BARMER ruft ver.di am Dienstag (8.2.) im Rahmen bundesweiter Warnstreiks auch in Nordrhein-Westfalen zu Arbeitsniederlegungen auf.

NRW – Am Streiktag ist deshalb mit Verzögerungen im Ablauf zu rechnen, Versichertenanliegen können verspätet bearbeitet werden. Bei der AOK in Nordrhein-Westfalen arbeiten rund 11.600, bei der BARMER rund 5.400 Beschäftigte. Die NRW-Streikversammlung findet in digitaler Form statt.

„Am kommenden Dienstag legen erneut Beschäftigte der beiden gesetzlichen Krankenkassen AOK und BARMER in NRW die Arbeit nieder, um den Druck auf die Arbeitgeber im Vorfeld der Verhandlungen zu erhöhen“, erklärt Monique Steeger, zuständig für Sozialversicherung im ver.di-Landesbezirk NRW. „Die Leistungen der Beschäftigten in der Pandemie werden nicht gewürdigt. Trotz der Belastungen und trotz der Schließung von Dienststellen bei gleichzeitig hoher Auslastung im Home-Office haben die Beschäftigten die Betreuung der Versicherten vollumfänglich gewährleistet. Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die ansteigende Inflationsrate ist das Verhalten der Arbeitgeber nicht zu akzeptieren. Die Beschäftigten fordern Respekt und Anerkennung für ihre Leistung. Ihr Unmut über das Angebot zieht nun zwangsläufig weitere Warnstreiks nach sich.“

Bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) fordert ver.di eine Erhöhung von 5,9 Prozent, mindestens 200 Euro, für die Auszubildenden 150 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Der Arbeitgeber hat bisher lediglich eine einmalige Zahlung im März 2022 von 800 Euro für Tarifbeschäftigte und 300 Euro für Auszubildende angeboten. Erst ab Januar 2023 soll es eine prozentuale Erhöhung der Vergütung um 1,2 Prozent geben, bei einer Laufzeit von 24 Monaten.

Die Tarifverhandlungen mit der Tarifgemeinschaft der AOK werden am 08./09. Februar 2022 fortgesetzt.

Bei der BARMER fordert ver.di eine Erhöhung der Vergütung um 3,8 Prozent, mindestens 150 Euro, bei einer gleichzeitigen Arbeitszeitverkürzung um eine Stunde bei vollem Lohnausgleich. Für die Auszubildenden soll es 150 Euro mehr Geld geben. In der ersten Verhandlungsrunde im Januar boten die Arbeitgeber bei einer Laufzeit von 27 Monaten für 2022 lediglich eine Einmalzahlung von 1.000 Euro für Beschäftigte und 500 Euro für Auszubildende an. Erst ab 01.01.2023 soll es eine prozentuale Erhöhung von 2,3 Prozent für Beschäftigte und ein monatliches Plus von 50 Euro für Auszubildende geben. Eine Arbeitszeitreduzierung wurde komplett abgelehnt.

Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der BARMER gehen am 09./10. Februar 2022 in die dritte Runde.

Die Krankenkassen begründen ihre Haltung mit der Belastung der GKV und erforderlichen Beitragserhöhungen. Dies ist aus Sicht von ver.di jedoch nicht akzeptabel, da die Bundesregierung für 2022 bereits einen Milliarden-Ausgleich für die Corona-Belastungen gezahlt hat. Gleichzeitig sind die Leistungsausgaben infolge von Corona gesunken, so dass die finanzielle Lage der Kassen als relativ stabil betrachtet werden darf. (opm)

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