Im Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium feierte Viersen gestern Abend ein Fest der Kulturen, das Herzen und Füße gleichermaßen bewegte.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und Martin Häming
Viersen – Der 6. Internationale Tanzabend im Rahmen der Interkulturellen Woche 2025 war ein lebendiges Kaleidoskop aus Stimmen, Rhythmen und Geschichten, bei dem kleine und große Künstlerinnen und Künstler die Aula in ein pulsierendes Universum verwandelten. Von zarten Kinderchoreografien über exotische Tempeltänze bis hin zu energiegeladenen Pop-Performances spiegelte sich hier die ganze Vielfalt der Welt in einem einzigen Abend wider. Mit strahlendem Lächeln präsentierte Maryam Rassa die Interkulturelle Initiative, die Brücken zwischen Kulturen baut und Begegnungen voller Offenheit und Freude ermöglicht.

„Es ist einfach wunderbar zu sehen, wie Tanz und Musik Menschen zusammenbringen“, unterstrich eine der Tänzerinnen und tatsächlich, schon nach wenigen Minuten sprang der Funke über, der den ganzen Abend über die Flamme hell erstrahlen ließ.
Kinder der Kita Robend, stolz wie kleine Profis, präsentierten ihre selbst entwickelte Casatachok-Choreografie. Das Publikum klatschte begeistert im Rhythmus, und, kaum verklungen, stürmten die „Tanzenden Einhörner“ der Kita Steinkreis die Bühne. Ebenfalls die „Mummelkinder“ zeigten mit Songs wie ‚Zu den Sternen‘ und ‚Hold Me Closer‘, wie ansteckend die Freude am Tanzen ist.

Es folgten Darbietungen, die die Welt auf die Bühne holten: Tribal Dance und Trommelsoli von TanzArt Viersen, gefolgt von einem kraftvollen Auftritt der Gruppe ATES, die moderne Popmusik von Tamer Hosny in pure Lebensfreude verwandelte. Besondere Gänsehautmomente brachte der Gesang: Annabel Schänke bewegte mit dem Beatles-Klassiker ‚Let It Be – Lass es geschehen!‘ ebenso wie mit Puccinis Arie ‚O mio babbino caro‘. Auch die musikalische Darbietung von Anna Winz mit ihrer Tochter, die ein spanisches Stück von Johannes Linstead präsentierten, sorgte für einen intimen Moment voller Innigkeit. „Es ist so berührend, wenn verschiedene Generationen gemeinsam auf der Bühne stehen“, flüsterte eine Besucherin.
Indische Tempeltänze der Nimalan-Tanzgruppe brachten eine mystische Tiefe in den Abend, begleitet von klassischem Gesang über die Liebe der Eltern zum Kind. Im starken Kontrast dazu stand die Tanzgruppe Dakini des Vereins Sonnenschein e. V., die Salsa und Bellydance zu einer faszinierenden Fusion verschmolz. Auch Julija Bereza fesselte die Zuhörer mit ukrainischen Volksliedern, während sie einen Tanz mit Fächer darbot. Der Tamilische Verein widmete seine Aufführung den Gottheiten Shiva und Ganesha. Besonders der Ganesha-Tanz, Symbol für Weisheit und die Überwindung von Hindernissen, ließ das Publikum andächtig lauschen. Ebenso eindrucksvoll: Der Afrikanische Verein, der mit dem rhythmischen Tanz Magoda und einer farbenprächtigen Modenschau die Bühne in ein Fest der Bewegung und Farben verwandelte.

Währenddessen erlebten die kleinen Gäste ihr ganz eigenes Abenteuer: Beim Schminken der Kita Steinkreis verwandelten sich Kinder in Tiger, Schmetterlinge oder Feen, am Maltisch des SkF e.V. Viersen entstanden kleine Kunstwerke, die die kulturelle Vielfalt spielerisch widerspiegelten.
Der Internationale Tanzabend wurde so zu einer lebendigen Reise rund um den Globus – ohne das Rheinland zu verlassen. Was für ein wunderbares Gefühl zu sehen, wie vielfältig und bunt Viersen ist. Lächelnde Gesichter, tosende Applauswellen und immer wieder Szenen, die Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen miteinander ins Gespräch brachten, machten den Abend zu einem bewegenden Erlebnis. „Das ist die Seele der Interkulturellen Woche – zusammen lachen, tanzen und spüren, dass wir mehr verbindet als uns trennt“, brachte es eine Teilnehmerin am Ende auf den Punkt. (nb)





