Wissensdurstig durch den Wald: Neuer „Höhentrail“ auf den Süchtelner Höhen eröffnet

Ein Spaziergang, der weit mehr bietet als frische Luft und Waldesrauschen: Auf den Süchtelner Höhen ist jetzt der „Höhentrail“ eröffnet worden – ein 5,6 Kilometer langer Naturlehrpfad, der Bewegung, digitale Medien und Umweltbildung miteinander verknüpft.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz und Rita Stertz

Viersen-Süchteln – Entlang der Route laden 21 interaktive Stationen dazu ein, den Wald aus neuen Blickwinkeln zu entdecken. Statt klassischer Infotafeln erwarten die Besucherinnen und Besucher kleine QR-Codes. Wer sie scannt, taucht direkt in kurze, dreiminütige Videos ein – produziert von Menschen aus der Region, die ihr Wissen und ihre Begeisterung für die Natur teilen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

Die Ursprünge des Projekts liegen rund ein Jahr zurück. Journalist und Moderator Dieter Könnes, selbst in Süchteln aufgewachsen und heute Botschafter der Stiftung Robin Gut, brachte die Idee in seine Heimatstadt. In enger Abstimmung mit der Stadt Viersen fand er Mitstreiter bei der Abteilung Stadtgrün und Forsten. Dort nahmen Matthias Pasch, Moritz Museller und Stadtförster Markus Manns die planerische und fachliche Umsetzung in die Hand. Mit viel Detailarbeit entwickelten sie die Streckenführung, markierten Wege und wählten geeignete Punkte für die Wissensstationen aus.

Ein Projekt dieser Größenordnung lebt von der Gemeinschaft: Frühzeitig wurden auch die beiden traditionsreichen Verschönerungsvereine eingebunden – der Verschönerungsverein Viersen sowie der Heimat- und Verschönerungsverein Süchteln. Als Eigentümer großer Waldflächen standen sie nicht nur organisatorisch, sondern auch finanziell hinter dem Vorhaben. Tafeln, Wegweiser, Piktogramme und die technische Umsetzung der Videos konnten dank ihres Engagements realisiert werden.

Besonders reizvoll: Die Videoclips stammen nicht von professionellen Produzenten, sondern von Menschen vor Ort. Schülerinnen und Schüler der Realschule an der Josefskirche, des Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasiums, des Bischöflichen Albertus-Magnus-Gymnasiums und der Brüder-Grimm-Grundschule wurden ebenso aktiv wie der Waldkindergarten „Buschräuber“, Mitglieder der Waldjugend, Pfadfindergruppen, der Imkerverein Viersen-Stadt, die Jägerschaft vom Jagdbezirk Süchtelner Höhen oder auch die Freiwillige Feuerwehr. Damit spiegeln die kurzen Beiträge die ganze Vielfalt der lokalen Akteure wider – und machen den Trail zu einem echten Gemeinschaftsprojekt.

Die Inhalte reichen von spielerischen Rätseln über naturkundliche Fakten bis hin zu praktischen Tipps zum Schutz des Waldes. Manche Videos laden zum Mitmachen ein, andere überraschen mit kaum bekannten Details über Flora und Fauna der Region. Jede Station erhält so ihre ganz eigene Note – und jede Wanderung wird zum individuellen Erlebnis.

Neben dem reinen Informationswert hat der Höhentrail vor allem ein Ziel: Menschen aller Generationen sollen Lust bekommen, Zeit draußen zu verbringen und Natur nicht nur zu durchwandern, sondern zu verstehen. Dabei übernehmen bereits Kinder und Jugendliche eine zentrale Rolle als sogenannte Projektpatinnen und -paten. Sie erklären die Inhalte, stellen Fragen oder führen spielerisch in Themen ein.

Mit seiner Mischung aus klassischem Lehrpfad und digitalem Erlebnisangebot ist der Höhentrail in der Region etwas Besonderes. Er verbindet Bewegung an der frischen Luft mit niedrigschwelligem Zugang zu Wissen. Ein Smartphone reicht aus, um spannende Einblicke zu erhalten – ob über die Rolle der Bienen im Ökosystem, die Aufgaben der Feuerwehr im Wald oder die besonderen Baumarten, die den Höhenzug prägen. Für die Stiftung Robin Gut ist der Höhentrail zugleich ein Modellprojekt, das auch in anderen Städten Schule machen könnte.

Ob Familienausflug, Schulklasse oder Wandergruppe – der Höhentrail richtet sich an alle, die Lust auf eine abwechslungsreiche Tour haben. Dank der kurzen Videoclips sind die Inhalte leicht verständlich, aber dennoch informativ genug, um auch Erwachsene zum Staunen zu bringen. Wer möchte, kann den kompletten Rundweg laufen, einzelne Stationen gezielt ansteuern oder den Pfad in Etappen erkunden. Der Einstieg ist von verschiedenen Punkten möglich, Beschilderungen führen zuverlässig über die Strecke. Sitzbänke laden unterwegs zum Verweilen ein, und die abwechslungsreiche Landschaft zwischen dem Hohen Busch und den Süchtelner Höhen sorgt für Naturgenuss pur. Weitere Informationen zum Projekt gibt es online unter: 👉 www.robin-gut.org. (cs)

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz