Der Heimatverein Viersen plant zum 70-jährigen Bestehen ein Werk der Berliner Künstlerin Sabine Hornig für die Skulpturensammlung zu erwerben, daher wurde nun ein Spendenaufruf gestartet.
Von RS-Redakteurin Sabrina Köhler
Viersen – Der Verein für Heimatpflege e.V. Viersen möchte seinem Jubiläumsjahr ein sichtbares Zeichen verleihen: Anlässlich seines 70-jährigen Bestehens plant der traditionsreiche Heimatverein die Aufstellung einer neuen Skulptur in der Städtischen Skulpturensammlung. Vorgesehen ist die Arbeit „Inverted Window“ der international renommierten Berliner Künstlerin Sabine Hornig. Das Werk soll – sofern die Finanzierung vollständig gelingt – im Sommer dieses Jahres südlich der Städtische Galerie im Park Viersen installiert werden.
Die Initiative knüpft an eine lange Tradition bürgerschaftlichen Engagements für Kunst im öffentlichen Raum an. Die Viersener Skulpturensammlung, die heute weit über die Grenzen der Stadt hinaus Beachtung findet, geht maßgeblich auf das Engagement des Vereins zurück. Ihr Aufbau wurde 1989 vom langjährigen Vorsitzenden Albert Pauly angestoßen, der mit der Idee einer frei zugänglichen Sammlung moderner Skulptur im öffentlichen Raum einen prägenden kulturellen Impuls setzte.
Der Arbeitskreis Skulpturensammlung des Vereins prüfte in den vergangenen anderthalb Jahren mehrere Projektvorschläge. Nach intensiven Beratungen fiel die Entscheidung einstimmig zugunsten des Entwurfs von Sabine Hornig. Ausschlaggebend sei insbesondere der unmittelbare architektonische Bezug der Arbeit zur benachbarten Galerie gewesen, heißt es aus dem Verein.
Hornigs Skulptur greift das Motiv eines Fensters auf – ein zentrales Thema im Werk der Künstlerin – und überführt es in eine räumliche Konstruktion. Das Werk besteht aus einem in Beton gegossenen Fassadenelement von 3,82 Metern Höhe. Ein auskragendes Gitter aus beschichtetem Edelstahl erweitert die Form in den Raum und erreicht eine Gesamtlänge von knapp vier Metern. Die Arbeit ist als ortsspezifische Intervention gedacht: Sie wurde eigens für den Standort im Umfeld der Städtischen Galerie konzipiert und würde damit erstmals eine speziell für Viersen entwickelte künstlerische Position in der Sammlung markieren. Zugleich würde sie einen neuen formalen Akzent innerhalb des Ensembles setzen.
Nach derzeitigen Planungen soll „Inverted Window“ südlich der Galerie neben der Platanenallee installiert werden – zwischen zwei bereits vorhandenen Arbeiten der Sammlung: einer Skulptur des chinesischen Künstlers Wang Du sowie einer Arbeit des deutschen Goldschmieds und Bildhauers Günter Haese. Die neue Skulptur würde damit in ein gewachsenes Gefüge künstlerischer Positionen eingebettet.
Innerhalb des Vereins fand das Vorhaben frühzeitig breite Unterstützung. Auf der Mitgliederversammlung des Vereins für Heimatpflege am 14. März 2025 wurde die geplante Neuerwerbung einhellig begrüßt. Auch die Stadtspitze steht hinter dem Projekt. Bereits im Sommer des vergangenen Jahres wurde die Idee der damaligen Bürgermeisterin vorgestellt; im Herbst folgte ein Gespräch mit ihrem Nachfolger Christoph Hopp. Beide hätten die Initiative ausdrücklich befürwortet, teilt der Verein mit.
Die Kosten für den Erwerb der Skulptur belaufen sich auf rund 50.000 Euro. Einen wesentlichen Beitrag leistet die Sparkassenstiftung Viersen, die das Projekt mit 25.000 Euro unterstützt. Darüber hinaus haben sich bereits mehrere Unternehmerinnen, Unternehmer sowie Privatpersonen an der Finanzierung beteiligt. Gleichwohl ist das Projekt noch nicht vollständig gedeckt. Der Heimatverein Viersen ruft daher zu weiteren Spenden auf, um die Realisierung möglichst zeitnah zu ermöglichen. Ziel ist es, die Skulptur noch im Jubiläumsjahr und nach Möglichkeit bereits im Sommer aufzustellen. Jede Spende, so die Verantwortlichen, bringe das Vorhaben ein Stück näher an sein Ziel (Verein für Heimatpflege e.V. Viersen, Sparkasse Krefeld, IBAN: DE17 3205 0000 0059 3119 44).
Die letzte Erweiterung der Skulpturensammlung liegt inzwischen mehrere Jahre zurück: Die Installation „Zirbel“ des Künstlers Gereon Krebber wurde vor acht Jahren aufgestellt. Vor diesem Hintergrund erscheint dem Verein eine neue Arbeit gerade im Jubiläumsjahr als besonders passendes Signal. Mit der geplanten Skulptur soll daher nicht nur ein künstlerischer Akzent gesetzt werden, sondern auch ein Zeichen für die Kontinuität bürgerschaftlicher Kulturförderung in der Stadt. (sk)





