Et is bald soweit. In Viersche wird gewählt. Bürgermeister oder -in, is ja egal – Hauptsache jemand findet noch den Lichtschalter im Rathaus. Unsere amtierende Rathauschefin tritt nach zehn Jahren ab – wahrscheinlich, weil sie erkannt hat: Mehr als Baustellen, Bürgerbeschwerden und kaputte Laternen sind in Viersen einfach nicht zu holen. Oder wie der Willi beim Bäcker sagt: „Wenn du zehn Jahre lang mit Anlauf gegen die Wand rennst, darfste auch mal sitzen bleiben.“
Das Vierscher Versehen – Glosse von Jupp van’t Eck
Viersen – Und nu? Sechs Bewerber! Sechs! So viele haben andere Städte im Kreis Viersen sonst nur bei „SingStar“ auf’m Altstadtfest. Und auch da war nicht immer alles tonfest.
Ich hab mir dat mal angeguckt. Für euch. Vom Eck her. Und wie immer: streng subjektiv, aber gefühlt objektiv oder so.
Christoph Hopp (CDU)
Schulleiter, also einer, der weiß, wie man Leute erzieht, ohne dass sie’s merken. Geboren in Viersen, wohnhaft in Dülken – also schon mal mit Pendlererfahrung.
Ich sach mal so: Wenn einer Ordnung ins Rathaus bringen kann, dann der, der auch schon mit Achtklässlern klarkommt.
Peter Schmitz (SPD)
Sozialversicherungsfachangestellter – schon mal ’n Wort, das sich keiner beim ersten Mal merken kann. Geboren und wohnend in Viersen, also quasi: Heimat pur.
SPD sagt: „Weiter so, aber irgendwie besser.“
Ich sach: Nach zehn Jahren SPD im Rathaus könnte man zur Abwechslung auch mal wieder was anderes testen – oder halt hoffen, dass Peter auch mal anders macht, nicht nur anders redet.
Maja Roth-Schmidt (Grüne)
Geboren in Belgrad, wohnt in Viersen, wissenschaftliche Mitarbeiterin – klingt klug. Wahrscheinlich die einzige im Rennen, die einen vollständigen Fußgängerüberweg auf einer PowerPoint darstellen kann.
Sie will frischen Wind – gut, den haben wir hier eh dauernd, wenn der Saharasand durchzieht, aber vielleicht diesmal politisch.
Matthias Nitsche (Linke)
Diplom-Ingenieur, Baujahr 1954, geboren in Karl-Marx-Stadt – damals noch mit Zirkel und Ziegelstein statt WLAN und Whiteboard. Heute in Süchteln heimisch und von der Linken vorgeschlagen. Wenn in Viersen künftig jeder Antrag erst durch den Reißbrett-Check muss, wissen wir: Der Ingenieur hat übernommen. Immerhin: Wo andere reden, rechnet er. Da kann es zwar dauern – aber das Fundament steht.
Dr. Morten Endrikat (FDP)
Unternehmer, jung, aus Süchteln. Wahrscheinlich fährt er ein E-Auto mit WLAN, App-Steuerung und Aktienpaket im Handschuhfach.
Die FDP verspricht traditionell: „Mehr Wirtschaft, weniger Ampel.“ Klingt gut und können wir gebrauchen, solange nicht gemeint ist, dass wir am Busbahnhof gar keine mehr kriegen.
Roland Günter Rast (Die PARTEI)
Allein der Name is schon Kunst: klingt wie’n Karl-May-Charakter mit IHK-Ausbildung.
Industriekaufmann, aber mit Humor. Wenn’s nach dem Wahlplakat geht, gibt’s bald „Bierbrunnen statt Haushaltsloch“ und „Verkehrsberuhigung durch Popcorn“.
Ich sach mal so: Wenn wir uns sowieso nicht sicher sind, wohin mit Viersen – warum nicht einmal ordentlich durchlachen?
Jupps Fazit:
Jetzt mal den Spaß beiseite … sechs Leute wollen den Chefstuhl – einer wird’s.
Am Ende wählen die Vierscher hoffentlich mal nicht nach Parteibuch, sondern nach Gefühl:
- Wer sieht vertrauenswürdig aus?
- Wer hat schon mal auf’m Schützenfest mit angepackt?
- Wer tut Viersen wirklich gut und führt nicht nur den alten Klüngel fort?
- Und wer kennt die Schlaglöcher persönlich?
Ich sach nur: Hauptsache, der oder die Neue bringt nicht nur Pläne, sondern auch Lust auf ganz Viersche mit. Und den Mut hier was zu verändern – notfalls auch gegen den Widerstand vom Tisch „Mettbrötchen und Meckerei“ im Rathausflur.
Ich bleib gespannt. Und wähl natürlich auch.
Ich will ja später auch nörgeln dürfen.
Euer
Jupp van’t Eck





