Klanggewalt unter Sternen – Die „Brüggen Klassiker“ verzauberten

Am Samstagabend öffnete die festlich illuminierte Burg Brüggen erneut ihre Tore für den zweiten Abend der „Brüggen Klassiker“. Was sich hier entfaltete, war mehr als ein Konzertabend – es war ein musikalisches Erlebnis, das die Mauern der Burg erzittern ließ und zugleich Herzen berührte.
Von RS-Redakteurin Sabrina Köhler

Brüggen – Zwischen mittelalterlichem Flair, Lichterglanz und einer Stimmung, die Gänsehaut garantierte, erlebten Gäste, Künstlerinnen und Künstler gemeinsam, was den „Brüggen Klassiker Moment“ ausmacht: Musik, Emotion und die Magie des Augenblicks.

Foto: Rheinischer Spiegel/Maris Rietrums

Den Auftakt machten dabei „The Penthouse Bewohner“. Mit spürbarer Spielfreude brachten die vier Musiker die Pop-Punk-Hymnen ihrer Jugendhelden „The Wohlstandskinder“ zurück ins Hier und Jetzt. Ihr augenzwinkernder Anspruch, als einzige Tribute-Band dieser Art gleichzeitig auch die beste zu sein, zauberte den Gästen ein Lächeln ins Gesicht – während die kraftvollen Songs Erinnerungen an längst vergangene 90er-Jahre aufleben ließen. Die Kombination aus energiegeladenen Covers und eigenen Stücken bewies: Hier steht eine Band auf der Bühne, die mit Herz und Leidenschaft musiziert.

Danach gehörte Aeverium die Bühne, die eigens für diesen Abend eine ganz besondere Ensemble-Show einstudiert hatten. Mit der Doppelspitze aus der charismatischen Stimme von Marcel „Chubby“ Römer und der glasklaren Power von Vanessa Katakalos verschmolzen harte Riffs mit orchestraler Tiefe. Celli von David Koebele und Carina Praschma verliehen den Songs eine fast sinfonische Gravität, während Gitarrist Maarten Jung, Keyboarder Andreas Delvos und Drummer Bodo Stricker die Bühne in eine brodelnde Klangwelt verwandelten. Zwischen Wucht und Melodie nahm das Publikum eine Reise mit, die weit über ein klassisches Rockkonzert hinausging – emotional, intensiv, einzigartig.

Foto: Rheinischer Spiegel/Maris Rietrums

Als schließlich die finnische Ausnahmekünstlerin Tarja Turunen in das Scheinwerferlicht trat, verwandelte sich die Burg in einen Ort purer Magie. Ihre unverwechselbare Stimme, mal kraftvoll wie eine Sturmwelle, mal zerbrechlich wie Glas, zog das Publikum in Bann. Zwischen Klassik und Rock, zwischen internationalem Glanz und intimer Nähe verschmolz Tarja Vergangenheit und Gegenwart – und ließ Songs aus ihrer Solo-Karriere ebenso wie ikonische Stücke aus ihrer Nightwish-Ära erklingen. Begleitet von ihrer Band bot sie ein Finale, das die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht nur hören, sondern tief im Inneren spüren konnten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Inge Kroese

Der zweite Abend des „Brüggen Klassikers“ bot eine eindrucksvolle Mischung aus nostalgischen Klängen, exklusiven Ensemble-Arrangements und internationalem Starauftritt. Vor der festlich illuminierten Kulisse der Burg Brüggen kamen Musikliebhaberinnen und Musikliebhaber aus der Region und darüber hinaus zusammen, um gemeinsam zwei Stunden voller Rock, Emotion und Atmosphäre zu erleben. Mit diesem vielseitigen Programm hat sich das Festival erneut als fester Bestandteil des kulturellen Kalenders etabliert. (sk)

Foto: Rheinischer Spiegel/Maris Rietrums