Der Vormittag im Schattodrom am Remigiusplatz hätte atmosphärischer kaum sein können: Dicht gedrängte Reihen, leises Murmeln, das in herzlichen Applaus überging, als Andi Peiffer offiziell als neuer Roahser Häer vorgestellt wurde.
Von RS-Redakteur Martin Häming
Viersen-Rahser – Es ist gute Tradition, dass kurz vor Weihnachten der neue Roahser Häer ins Rampenlicht tritt. Und so war es auch am gestrigen Sonntag bei der feierlichen Amtseinführung, als Andi Peiffer zum 60. Roahser Häer ernannt wurde. Die symbolische Übergabe des großen Schlüssels bildete dabei den emotionalen Höhepunkt, überreicht von seinem Vorgänger Alexander Wassen und flankiert von Alt-Häeren sowie zahlreichen Weggefährten.

Peiffer, 1977 in Viersen geboren und im Rahser groß geworden, nutzte die Gelegenheit für Worte, die aufmerksam aufgenommen wurden. Er sprach von Dankbarkeit und Stolz darüber, als erster seiner Familie diese Rolle übernehmen zu dürfen. „Ich fühle mich sehr geehrt und bin stolz darauf der Erste aus meiner Familie zu sein, der diesen Titel tragen darf“, sagte Peiffer bei seiner Amtseinführung. „Der Brauchtum liegt mir sehr am Herzen – und ich freue mich auf die kommenden Aufgaben.“ Seine Stimme verriet die Ernsthaftigkeit, mit der er das Amt antritt, und zugleich die Verbundenheit zu seiner Heimat: Ein Stadtteil, der ihn geprägt hat – und den er seinerseits seit Jahrzehnten prägt.
Tatsächlich begleitet Peiffer das Rahser Brauchtum fast sein ganzes Leben. Schon als Kind fand er seinen Platz in der St.-Notburga-Schützenbruderschaft, wo er als Schülerprinz erste Verantwortung übernahm – ein Jahr, das vielen in Erinnerung blieb, weil sein Großvater zeitgleich Schützenkönig war. Innerhalb der Bruderschaft durchlief er unterschiedliche Aufgaben, lernte Abläufe kennen, führte selbst an entscheidenden Stellen. Vom Dienst in der Infanterie über seine Zeit in der Generalität bis hin zu vielen Jahren als Bruderschaftsspieß – seine Vita liest sich wie eine Reise durch alle Ebenen des Vereinslebens. Seit 2023 steht er zudem als Vizepräsident in vorderer Reihe.
Auch über das Schützenwesen hinaus hat Peiffer Spuren im Rahser hinterlassen. Einige Jugendjahre verbrachte er bei der Freiwilligen Feuerwehr, und bis heute ist er fest im Karneval verwurzelt. Wer im Rahser etwas organisiert kennt den Mann, der zupackt, zuhört und anpackt, wenn es nötig wird. Beruflich ist Peiffer seit über 26 Jahren bei der Firma Solbach tätig; privat scherzt er gerne, dass ihn „aus dem Rahser nichts mehr rausholt“.
Seine erste offizielle Aufgabe lässt nicht lange auf sich warten: Am 2. Januar 2026 begleitet er die beliebte Brezelverlosung im Rahser Trichter – ein Ereignis, das jedes Jahr viele Besucher anzieht und dessen Erlös traditionell lokalen Vereinen und Projekten zugutekommt. Wer eine der begehrten Brezeln erwerben möchte, kann diese zwischen dem 15. und 31. Dezember 2025 zum Preis von vier Euro per E-Mail an roahserhaer@gmx.de bestellen. Benötigt werden Name, Telefonnummer und Adresse; die Ausgabe erfolgt ausschließlich am Abend der Verlosung ab 19 Uhr. (mh)





