Alles hat seine Stunde – Bezirksverband Viersen-Mitte veröffentlicht das diesjährige Leitwort

Die Schützenbruderschaften im Bezirksverband Viersen-Mitte haben mit der Sebastianusfeier im Januar offiziell das Jahr 2020 begrüßt. Sie ist auch Anlass, das neue Jahresleitwort, das der Bezirksverband Viersen-Mitte schon nunmehr über ein Jahrzehnt herausgibt, im Verlauf des Festgottesdienstes zu veröffentlichen. Es lautet „Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit“ und ist aus dem Buch Kohelet.

Viersen – Der Steg, der auf dem Hintergrundmotiv des Begleitzettels für das diesjährige Leitwort zu sehen ist, lädt regelrecht ein, den Blick für eine Weile auf dem Bild ruhen zu lassen und den eigenen Gedanken Raum für ein bisschen Zeit zu geben.

In seiner Predigt setzte sich Bezirkspräses Roland Klugmann mit verschiedenen Denkansätzen zum Thema Zeit auseinander. So sei es gut, ab und zu innezuhalten und über die eigene Lebenszeit nachzudenken. „Wie sähe denn für jeden und jede von uns so ein Innehalten aus? Welche Bilanz würden wir ziehen, wenn wir uns die Zeit nähmen, um unsere Zeit sozusagen von außen zu betrachten?“ Auch die Veränderungen, denen die Bruderschaften sich stellen müssten, griff Pfarrer Klugmann auf: „Vielleicht ist die Zeit jetzt gekommen, darüber nachzudenken, wie die Zeit der Bruderschaft und damit meine Zeit in der Bruderschaft aussehen kann, damit auch in zehn, 50 oder 100 Jahren die Bruderschaft ein lebendiger Zusammenschluss derer ist, denen etwas am Schützenwesen liegt“. Die Not an Zeit habe oft ihren Ursprung darin, dass man in der Zeit Überzeitliches zu schaffen versuche. Doch Gott habe seine Ewigkeit bereits in die Herzen der Menschen gelegt. „Dort, wo das Herz aufgeht, ist Zeit, mehr noch, dort erleben wir Ewigkeit, weil die Zeit überwunden ist.“

Foto: privat

Im Verlauf der Sebastianusfeier, die sich traditionell aus Festmesse und anschließendem Empfang zusammensetzt, ging auch Bezirksbundesmeister Hans-Willi Pergens mehrmals auf die neue Jahreslosung ein: „Ich mache keinen Hehl daraus, dass der gewählte Kohlet-Vers einer meiner liebsten Bibelstellen ist und hatte ihn mir für dieses Jahr gewünscht. Schließlich geht meine Zeit an verantwortungsvoller Stelle für Viersens Schützenfamilie zu Ende und leitet den Beginn eines neuen Zeitabschnittes für unseren Bezirksverband ein.“ Pergens war es auch, der von der ersten Stunde an, entweder das Leitwort für die jeweiligen Jahre selbst auswählte oder zumindest den sogenannten Hosentaschenzettel mit entsprechendem Bildmotiv gestaltete. „Auch das war ein Ritual, für das ich mir immer Zeit nahm. Mal ergab sich schnell eine Idee, in anderen Jahren bedurfte es hingegen ein wenig mehr Zeit“, so der scheidende Bundesmeister.

Ein Jahr lang haben Viersens Schützenbruderschaften nun Gelegenheit, die Jahreslosung im Rahmen von verschiedenen Anlässen aufzugreifen, ob bei den Schützen– und Heimatfesten, bei Versammlungen oder Andachten. Eine ganze Reihe Schützenschwestern und –brüder können sich aber auch persönlich und ganz spontan mit der Jahreslosung auseinandersetzen, denn es ist Usus geworden, dass die beliebten Hosentaschenzettel einen dauerhaften Platz im Portemonnaie, der Brieftasche oder der Handyhülle erhalten. Ein herzliches Dankeschön gilt daher abschließend auch Josef Schroers, dem aktuellen König der St. Hubertus-Bruderschaft, der sich seit vielen Jahren ebenfalls Zeit für „Glaube, Sitte und Heimat“ nimmt und den Satz und Druck der Begleitzettel verantwortet.