Angriff auf queeres Zentrum in Mönchengladbach: „Wir bleiben sichtbar und laut“

Nach einem gezielten Angriff auf das Queere Zentrum in Mönchengladbach zeigt sich der Verein „Queers an der Niers e. V.“ entschlossen – und fordert zugleich klare Konsequenzen von Politik und Gesellschaft. Unbekannte Täter hatten in der Nacht Fensterscheiben eingeschlagen und diese mit nationalsozialistischen Symbolen sowie Drohungen beschmiert.
Von RS-Redakteurin Sabrina Köhler

Mönchengladbach – Für die Verantwortlichen ist die Tat eindeutig politisch motiviert. „Das ist kein Zufall und kein harmloser Vandalismus“, heißt es in einer Stellungnahme des Vereins. Vielmehr handle es sich um einen bewussten Einschüchterungsversuch gegen queeres Leben in der Stadt. Die Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole unterstreiche die ideologische Dimension des Angriffs.

Das Queere Zentrum gilt als wichtiger Anlaufpunkt für lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und queere Menschen in Mönchengladbach. Es bietet Beratung, Schutzräume und Möglichkeiten zur Begegnung. Gerade diese Sichtbarkeit sei nun gezielt attackiert worden, so der Verein.

Trotz der Sachbeschädigung und der offensichtlichen Drohbotschaft will man sich nicht zurückziehen. „Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir bleiben offen, wir bleiben sichtbar, und wir bleiben laut“, erklärte der Vorstand. Ein Rückzug aus dem öffentlichen Raum komme nicht infrage.

Zugleich richtet der Verein einen eindringlichen Appell an die Stadtgesellschaft. Der Angriff betreffe nicht nur die queere Community, sondern alle, die für ein offenes und demokratisches Zusammenleben eintreten. Vereine, Parteien, Kirchen und Bürgerinnen und Bürger werden aufgerufen, Haltung zu zeigen und Solidarität öffentlich sichtbar zu machen. „Jetzt reicht es nicht, betroffen zu sein – jetzt braucht es klare Positionen“, heißt es weiter.

Auch an Politik und Sicherheitsbehörden formuliert der Verein konkrete Erwartungen. Gefordert werden eine umfassende Aufklärung der Tat sowie eine klare Einordnung als rechtsextrem motivierter Angriff. Darüber hinaus müsse der Schutz gefährdeter Einrichtungen verbessert werden. „Die Sicherheit von Menschen darf nicht vom Zufall abhängen“, so die Verantwortlichen.

Der Vorfall reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Angriffen auf queere Einrichtungen und Symbole in Deutschland. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Forderung nach konsequentem staatlichen Handeln und gesellschaftlicher Geschlossenheit zusätzlich an Gewicht. Für den Verein steht fest: Einschüchterung darf keinen Erfolg haben. „Wer uns angreift, trifft auf Widerstand“, lautet die abschließende Botschaft. „Wir sind Teil dieser Stadt – und wir bleiben es.“ (sk)