Als Venedig die historische Stadt Ludwigsburg eroberte

Die venezianische Messe in Ludwigsburg zog tausende Besucher nach der Corona-Pause zu einem Spektakel der besonderen Art.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und Leo Dillikrath

Ludwigsburg – Zunächst ein wenig Geschichte, denn schließlich reiste 1766 Herzog Carl Eugen von Württemberg nach Venedig und war so begeistert von dem närrischen Treiben, dass er sich entschloss diese Eindrücke mit nach Hause zu nehmen. Zu seinem 40. Geburtstag machte er sich und den Ludwigsburgern ein besonderes Geschenk mit einem Fest, welches über viele Jahre zur jährlichen Tradition gehören sollte.

1993 wieder ins Leben gerufen, kommen mittlerweile alle zwei Jahre die Fans des venezianischen Karnevals in Ludwigsburg zusammen und Oberbürgermeister Matthias Knecht konnte dieses Event endlich wieder nach der Corona-Pause voller Freude und vor zahlreichen Besuchern eröffnen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

„Europa ist zu Gast in Ludwigsburg“ hallte seine Freude über das Mikrofon, schließlich kamen Akteure und Besucher nicht nur aus der Region. Selbst aus Italien, Frankreich oder Österreich hatten die Reise auf sich genommen, um die prachtvollen und farbenfrohen Kostüme zu bestaunen. Der historische Rahmen war dazu in ein barockes Ambiente gekleidet worden und gab eine grandiose Kulisse für den großen Umzug, an dem rund 700 Mitwirkende beteiligt waren.

Hierauf hatte Rainer Kittel als künstlerischer Leiter ein gekonntes Auge, wobei er immer wieder den Blick in den Himmel richtete. Während bedrohliche Wolken dafür sorgten, dass der eine oder andere Regenschirm aufgespannt wurde, sorgten die internationalen Künstler für ein Flair, welchem sich niemand entziehen konnte. Die Handys waren gezückt, „Ah“ und „Oh“ schwebten flüsternd durch die Zuschauer, die den Zugweg säumten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Den Umzug führte traditionell das Gondelpaar an, während die Mezzosopranistin Jeschi Paul und Tenor Massimiliano D’ Antonio gemeinsam mit Akkordeonspieler Wolfgang Blank italienische Klänge der Gefolgschaft mit rotem Samt, weißer Spitze, wallenden Umhängen oder Gardeuniformen vorausschickten. Harlekine, Hofnarren, Stelzenläufer – Ludwigsburg stand dem Karneval in Venedig in Nichts nach.

Mittlerweile hatte der Regen zugenommen, vermischte sich mit Wind und durchnässten die Akteure, deren große Roben auch leicht durchnässt noch strahlten. Dennoch ein Wehmutstropfen für die meist selbstgenähten Kunstwerke, die für Regen nicht gestaltet waren. Nun allerdings haben sie zwei Jahre Zeit um zu trocknen und wieder in leuchtenden Farben zu erstrahlen, wenn Ludwigsburg erneut einlädt und eine Veranstaltung der Extraklasse präsentiert. (nb/dt)

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

 

 

Ein Kommentar

  1. Warum Fahren hier hin keine Reisebusse vom Kreis Viersen oder vom Niederrhein?
    Das währe was für Glauch Reisen oder Rat Reisen.
    Wir werden im übernächsten Jahr drauf warten die für 3 Tage zu machen

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