Ausschuss berät über Modellprojekt Spielplatzpatenschaften in Viersen

Der Jugendhilfeausschuss hatte bereits im September des vergangenen Jahres die Verwaltung beauftragt ein Konzept für die Einführung von Spielplatzpatenschaften zu erstellen. Dieses wird nun am Montag dem Ausschuss zum Beschluss vorgelegt.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Vor rund einem Jahr ist der politische Antrag zur Einführung von Spielplatzpatenschaften bei der Stadt Viersen eingegangen, erst im September 2021 hatte der Jugendhilfeausschuss die Erstellung eines Konzeptes beauftragt. Nun soll der nächste Schritt angepackt werden, in dem ein Modellprojekt für drei Spielflächen im Stadtgebiet starten kann. Darüber allerdings entscheidet am Montag erstmal der Ausschuss. Nach Abschluss und auf Grundlage einer Evaluation der Pilotphase, die rund zweieinhalb Jahre andauern wird, soll dann entschieden werden, in welcher Form die Spielplatzpatenschaften in Viersen fortgeführt werden.

Die Stadt Viersen unterhält aktuell 90 Spiel- und Bewegungsflächen für Kinder und Jugendliche in Boisheim, Dülken, Süchteln und Viersen. Davon sind 68 öffentliche Spielplätze und 22 Bolzplätze. Zunächst ausgewählt hat die Verwaltung den Spielplatz Dechant-Stroux-Straße in Viersen, Straelener Weg in Dülken sowie Siebenweg in Süchteln. Die Pilotphase startet mit der Gewinnung von Paten, voraussichtlich spätestens im Dezember 2022 und dauert bis Ende 2024.

„Spielplatzpatenschaften schaffen mehr Bürgernähe. Die Spielplatzpaten haben vor Ort ein offenes Ohr für die Anliegen der Spielplatznutzenden und können Ideen und Wünsche zur Gestaltung und Ausstattung des Spielplatzes an die Fachkräfte in der Verwaltung weiterleiten. Sie lassen Spielplätze zu Erlebnisorten werden, indem sie Spielangebote machen und Feste und Veranstaltungen gemeinsam mit den Spielplatznutzenden planen und organisieren.

Missstände wie volle Mülleimer oder augenscheinlich defekte Geräte können sie zeitnah der Verwaltung mitteilen und so die regelmäßig stattfindenden städtischen Kontroll- und Reinigungsintervalle ergänzen“, so die Vorlage. „Für die Übernahme einer Patenschaft eignen sich grundsätzlich Privatpersonen und Organisationen wie Vereine, Institutionen oder Initiativen, sofern eine verantwortliche Person innerhalb der Organisation benannt wird und die Zuständigkeit übernimmt. Spielplatzpaten erfüllen vor allem eine pädagogische Aufgabe und sollten aus diesem Grund Erfahrungen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen mitbringen.

Da es sich beim Umgang mit Kindern und Jugendlichen um einen sensiblen Bereich handelt, werden vorab Gespräche mit potentielle Spielplatzpaten geführt. Sie bekennen sich außerdem zur Einhaltung von Verhaltensregeln, wie z. B. einen respektvollen Umgangston einzuhalten und von Kindern und Jugendlichen keine Fotos zu machen.

Spielplatzpatenschaften haben Grenzen. Verantwortung und Verkehrssicherungspflicht obliegen weiterhin der Stadt Viersen. Spielplatzpaten haben weder die Aufgabe noch die Befugnis Veränderungen oder Reparaturen an Spielplatzgeräten vorzunehmen. Sie gestalten und verändern auch keine Grünflächen oder den Pflanzenbewuchs auf einem Spielplatz. Beides hat Auswirkungen auf die Gewährleistung der Sicherheit auf einer Spielfläche. Hier gelten strenge Vorschriften, damit potentielle Gefahren minimiert wird und niemand ernsthaft zu Schaden kommt.“

In 2022 rechnet die Stadt Viersen mit 11.5000 Euro für drei Spielflächen mit Patenschaft für Erstausstattungen und Werbekosten. In den Folgejahren reduziert sich dieser Betrag auf 1.600 Euro jährlich. „Zusätzliche Personalkosten entstehen durch das Modellprojekt nicht, da die Betreuung der Spielplatzpaten während der Pilotphase durch vorhandene Fachkräfte erfolgt. Bei einer Fortführung der Spielplatzpatenschaften nach Abschluss der Pilotphase werden, abhängig von Art und Umfang der Fortführung, zusätzliche personelle Ressourcen benötigt.“ (dt)

Foto: congerdesign/Pixelio