Besuch am Forum Romanum, einer der wichtigsten Ausgrabungsstätten des antiken Roms

Meist heißt es anstehen, wenn man das Forum #Romanum, das älteste Forum und Mittelpunkt des kulturellen, politischen, religiösen und wirtschaftlichen Lebens im antiken #Rom besichtigen will. Aber das ist beim benachbarten #Colosseum nicht anders und ein Besuch lohnt sich.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Rom/Italien – Einst soll hier ein sumpfiges Tal gelegen haben, aber davon ist längst nichts mehr sichtbar. Heute zieht die Senke zwischen den drei Stadthügeln Kapitol, Palatin und Esquilin tagtäglich tausende Besucher an. Hier liegt eine der wichtigsten archäologischen Ausgrabungsstätten und das älteste römische Forum. Der römische Marktplatz, das Forum Romanum besticht mit beeindruckenden Funden öffentlicher Gebäude und Denkmäler.

Foto: Rheinischer Spiegel

Er war Mittelpunkt des kulturellen, politischen, religiösen sowie wirtschaftlichen Lebens im antiken Rom und wurde unter dem etruskischen König Lucius Tarquinius Priscus zu Beginn des 6. Jahrhunderts v. Chr. in die Stadt einbezogen.

Die bis dahin sumpfige Ebene wurde zuvor von latinischen Siedlern als Begräbnisstätte genutzt. Das Ende dieser Bestattungen konnte archäologisch auf die Zeit um 600 v. Chr. datiert werden, gleichzeitig entstand eines der ältesten Gebäude Roms mit der Regia, welche als Regierungssitz des zweiten römischen Königs Numa Pompilius genutzt wurde.

Foto: Rheinischer Spiegel

Erhalten am Eingang des Forum Romanums ist der frei zugängliche, dreitorige Konstantinsbogen, der wahrscheinlich ab 312 bis 315 zu Ehren des Kaisers Konstantin nach dessen Sieg bei der Milvischen Brücke errichtet wurde. Einige Archäologen sind sich sicher, dass mit dem Bau, für den ältere Reliefs und Säulen verwendet wurden, bereits 307 unter Maximus begonnen worden war. Gesichert ist, dass der Triumphbogen am 25. Juli 315, am Beginn des zehnten Regierungsjahres von Konstantin, geweiht wurde.

In direkter Nähe zum berühmten Colosseum zogen hier die Triumphatoren ein, die vom Circus Maximus kamen und den Palatin umrundeten, bevor sie ihr Ziel, das Kapitol, erreichten. Im Mittelalter gehörte der Konstantinsbogen zu den Stadtbefestigungsanlagen und wurde Anfang des 19. Jahrhunderts wiederhergestellt.

Foto: Rheinischer Spiegel

Nach Ende des Römischen Reiches geriet der Bereich zunächst in Vergessenheit, bis im 20. Jahrhundert die ersten Grabungen durchgeführt wurden. Einen beeindruckenden Blick erhalten Besucher von den umliegenden Hügeln. Erst dann kann man zumindest erahnen, wie sich das Leben, der Handel oder der Götterkult im Herzen Roms einst abgespielt haben mag.

Wer eine Eintrittskarte für das Colosseum (Kolosseum) kauft hat ebenfalls freien Zugang zum Forum Romanum, je nach Jahres- und Tageszeit muss allerdings mit einer Warteschlange gerechnet werden. (nb)

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