Erstmals wird die GWG Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Kreis Viersen AG nun in Willich zusammen mit der ASB/Gemeinsam gGmbH, einem der größten Anbieter in der ambulanten Kranken- und Altenpflege im Kreis Viersen, eine anbieterverantwortete ambulant betreute Wohngemeinschaft sowie ein Tagespflegeangebot entwickeln und bauen.
Willich – Jetzt wurden die Pläne von GWG und ASB der Presse präsentiert. Der Baubeginn in ortsnaher Lage steht – abhängig von Fördermittelzusagen des Landes – kurz bevor, Angang 2028 soll das sehr grün gestaltete Projekt (rund 30 Prozent der Gesamtfläche begrünt) eröffnet werden: Ein Gesamtinvest inklusive Grundstückswert von knapp 8 Millionen Euro.
Auf dem GWG-eigenen Grundstück an der Hülsdonkstraße in Willich entsteht ein zweigeschossiges Gebäude, das auf 600 m² Wohnfläche Platz für insgesamt 12 Bewohnerinnen und Bewohner, spezielle für ältere pflegebedürftige und zumeist demenzielle veränderte Menschen, bietet. So verfügt jedes Mitglied der Wohngemeinschaft über ein eigenes Zimmer mit Badezimmer, Küchenzeile und Wohnzimmer. Interessierte sollten vorab dafür den Wohnberechtigungsschein (WBS) A bei der zuständigen Behörde beantragen.
Gemäß der Leitidee der Wohngemeinschaften „Alltag und Normalität im eigenen Zuhause“ sollen die Bewohner trotz möglicher körperlicher und kognitiver Einschränkungen in einem geschützten, gemeinschaftlichen Rahmen leben. Zusätzlich zu den einzelnen Zimmern soll es einen Bereich mit offener Küche und Lounge geben. Beide Etagen sind neben dem Treppenhaus über einen Aufzug miteinander verbunden. Die barrierearme Gruppenwohnung verfügt in Form einer großen Terrasse über ausreichend Platz für Außensitzmöglichkeiten.
Für die Bauplanung zeichnet sich das Dülkener Planungsbüro Peters + Linke verantwortlich. Im Außenbereich der angegliederten Tagespflege wird ein geschützter Sinnesgarten geschaffen. Laut Bebauungskonzept der GWG sind eine direkte Zufahrt sowie Stellplätze für Fahrzeuge und Fahrräder sowie behindertengerechte Zugänge vorgesehen.
Die Neubaumaßnahme an der Hülsdonkstraße umfasst insgesamt den Bau von zwei Häusern. So entstehen neben der Tagespflege und den Gruppenwohnungen in dem zweiten Gebäude insgesamt neun Wohnungen, davon sieben öffentlich gefördert und zwei frei finanziert, mit einer Wohnfläche von zusammen 597 m².
Wie Ines Kronen, ASB-Geschäftsführerin, erläuterte, dass man sich sehr freue, dass das gesamte „Haus 2 der Anlage ASB/Gemeinsam gGmbH zur Verfügung stehe und man mit der „GWG so einen zuverlässigen und engagierten Projektpartner gefunden“ habe: „Unser Angebot für ältere und pflegebedürftige Menschen kann mit dem Projekt am Standort Willich nochmal deutlich erweitert werden.“
Kronen warf einen Blick auf die entstehende Anlage und ihre Möglichkeiten:
Im Haus 2 wird der ASB/Gemeinsam im Erdgeschoss auf rund 293 Quadratmetern eine neue Tagespflege mit 16 Plätzen schaffen. Das Angebot richtet sich an pflegebedürftige Menschen, die in ihrer eigenen Häuslichkeit leben und von Angehörigen und/oder einem ambulanten Pflegedienst versorgt werden.
Die Tagespflegegäste werden in der Zeit von 8 bis 17 Uhr von qualifizierten Pflegefachkräften betreut. Der vom ASB/Gemeinsam organsierte Fahrdienst holt die Gäste morgens zu vereinbarten Zeiten von zu Hause ab und bringt sie am Nachmittag wieder in die eigene Wohnung zurück. Neben einem strukturieren Tagesablauf und individuellen Beschäftigungsangeboten wird in der Tagespflege das gesamte Spektrum der medizinische Behandlungspflege, wie die Vergabe von Medikamenten oder das Spritzen von Insulin, und die Grundpflege abgedeckt. Drei feste Mahlzeiten – Frühstück, Mittagessen und ein Nachmittagskaffee sind im Angebot enthalten. Das Besondere ist, dass das Mittagessen, direkt in der Tagespflege, frisch gekocht wird und sich die Gäste an der Zubereitung beteiligen können. Mit dem Angebot werden pflegenden Angehörige deutlich entlastet und die Kosten sind in der Regel über die Pflegeversicherung abgedeckt.
Die Gestaltung der Räumlichkeiten orientiert sich konsequent an den Bedürfnissen älterer und pflegebedürftiger Menschen. Die offene Bauweise ermöglicht eine flexible Nutzung der Räumlichkeiten und bietet insbesondere den Gästen mit Bewegungsdrang ausreichend Platz. Besonders gefallen mir die großen Schiebetüren und bodenebene Fenster, die viel Tageslicht und im Sommer eine offene Raumgestaltung zum Außenbereich bieten. Die großzügige Außenanlage soll als Sinnesgarten genutzt werden. Die Wegführung verläuft dabei in Schliefen und Kreisen, so dass sich insbesondere Menschen mit einer eingeschränkten Orientierung nicht verlaufen können.
Im 1. Ober- und dem Staffelgeschoss wird auf rund 600 Quadratmetern eine ambulant betreute Wohngemeinschaft entstehen. Das Konzept richtet sich an ältere pflegebedürftige Menschen, denen ein ungefährdetes Leben und eine ausreichende Versorgung in der bisherigen häuslichen Umgebung nicht länger möglich ist. Die Gruppenwohnung verfügt über 12 individuelle Wohnräume. Jeder Wohnraum verfügt über ein eigenes barrierefreies Badezimmer. Eine große gemeinschaftliche Wohnküche mit angrenzender Terrasse im Staffelgeschoss bietet Platz für gemeinsame Mahlzeiten, sozialen Austausch und Beschäftigungsangebote. Das Wohnzimmer die sogenannte Ruhe-Lounge im 1. Obergeschoss bietet Raum für Rückzug. Die räumliche und personelle Ausgestaltung orientiert sich besonders an den individuellen Hilfebedarfen von Menschen mit demenziellen Veränderungen. Ziel ist es, dieser Personengruppe weiterhin gute Lebens- und Betreuungsmöglichkeiten zu bieten und deren Angehörige zu entlasten. Das Leistungsspektrum setzt sich aus den drei Bausteinen hauswirtschaftliche, soziale und pflegerische Betreuung zusammen.
Die pflegerische und soziale Betreuung wird Rund-um-die-Uhr durch qualifizierte Pflegekräfte abgedeckt. Hilfestellung bei der Tagesstrukturierung werden sichergestellt. Die hauswirtschaftlichen Leistungen umfassen die gesamte Beköstigung, die Reinigung der Wohnung und der Wäsche. Die Bewohner werden aktiv in die Planung und Zubereitung der Mahlzeiten sowie in alle hauswirtschaftlichen Tätigkeiten und sozialen Aktivitäten einbezogen. Es ist ausdrücklich erwünscht, dass sich auch Angehörigen aktiv einbringen.
Kronen: „Wir verstehen ambulant betreute Wohngemeinschaften dabei nicht als ,Kleinstheim‘, sondern vielmehr als bewusste Entscheidung für eine Lebensform in der Gemeinschaft mit dem höchstmöglichen Maß an Selbstbestimmung. Das Konzept stellt ein wichtiges alternatives Angebot zur vollstationären Versorgung dar, was es derzeit in Willich noch nicht gibt.“
Auch Bürgermeister Christian Pakusch zeigte sich erfreut, dass man mit GWG und ASB seriöse und kompetente Partner für dieses zukunftsweisende Projekt gefunden habe und „mit dem entstehenden Angebot die soziale Infrastruktur der Stadt deutlich gestärkt wird“, so Pakusch. (opm)





