Zum Beginn dieser Woche wurde das Bewegungsangebot im Fitpark an den Süchtelner Höhen ausgebaut. Gestern wurden nicht nur die neuen Geräte vorgestellt, sondern auch direkt einmal ausprobiert.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und Leo Dillikrath
Viersen-Süchteln – Ausgangspunkt für die Entstehung des Fitparks war ein Vorschlag aus der Süchtelner Bürgerschaft. Der ASV Süchteln griff die Initiative auf und setzte sich in der Folge intensiv dafür ein, Unterstützer und Förderer für das Vorhaben zu gewinnen. In enger Abstimmung mit der Stadt Viersen entstand anschließend ein Konzept für die Ausstattung der Anlage, bei dem besonderer Wert auf vielseitige und unterschiedlich nutzbare Trainingsstationen gelegt wurde.
Die Anlage, die sich seit Herbst 2024 als frei zugänglicher Treffpunkt für Bewegung unter freiem Himmel etabliert hat, verfügt nun über drei zusätzliche Elemente: ein Trainingsgerät des Typs „Abdo Double“ zur Kräftigung der Bauchmuskulatur sowie zwei Reckstangen in unterschiedlicher Höhe. Damit wächst das Ensemble auf elf Sportgeräte.
Die Erweiterung ist vollständig durch Spenden finanziert worden. Für Anschaffung und Bereitstellung der neuen Geräte fielen Kosten in Höhe von rund 50.000 Euro an, Einbaukosten nicht eingerechnet. Dass die Mittel zusammenkamen, wurde als Ausdruck einer bemerkenswerten Bereitschaft zur Unterstützung des öffentlichen Raums verstanden. Die neuen Stationen ergänzen ein bereits vorhandenes Konzept, das auf niedrigschwellige Nutzung, Bewegungsförderung und eine Einbindung in das landschaftlich geprägte Umfeld der Süchtelner Höhen setzt.

Bürgermeister Christoph Hopp hob bei dem Termin hervor, dass an diesem Ort sichtbar werde, wie konkrete Projekte in einer Stadt durch gemeinsames Handeln wachsen können. Die Erweiterung des Fitparks sei nur möglich gewesen, weil private Spenderinnen und Spender, Institutionen und Vereine gemeinsam Verantwortung übernommen hätten. Der Park werde von Menschen unterschiedlichen Alters genutzt und biete ein Angebot, das ohne Mitgliedschaft, Eintritt oder feste Trainingszeiten auskomme. Gerade diese Offenheit mache die Anlage zu einem Baustein kommunaler Bewegungsförderung.
Zu den Unterstützenden zählen Dr. Hans-Rudolf Milstrey, Michael Berghausen, der Rotary Club Viersen-Schwalm-Nette, die Volksbank Viersen, die Baloise Versicherung und die Bürgerstiftung Viersen. Aus Sicht der Stadt ist die Liste der Förderer nicht nur ein Hinweis auf finanzielle Hilfe, sondern auch auf das Zusammenspiel unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen, die ein gemeinsames Ziel verfolgten: einen Ort zu schaffen und weiterzuentwickeln, an dem körperliche Aktivität ohne Hürden möglich ist.
Der Fitpark richtet sich ausdrücklich nicht nur an sportlich geübte Nutzerinnen und Nutzer, sondern auch an Menschen, die Bewegung in den Alltag integrieren möchten, ohne dafür ein klassisches Fitnessstudio aufzusuchen.
Das Gelände an den Süchtelner Höhen ist dafür in mehrfacher Hinsicht geeignet. In unmittelbarer Nähe liegen der Sportplatz und der Parkplatz am Süchtelner Sportpark; von dort führt ein Weg in Richtung der Irmgardiskapelle, entlang dessen sich die einzelnen Stationen in die Umgebung einfügen. Die Anlage ist nicht als abgeschlossener Trainingsraum gedacht, sondern als offenes Bewegungsangebot im Grünen.
Spaziergänge, Laufrunden und gezielte Übungen lassen sich hier miteinander verbinden. Die landschaftliche Lage trägt dazu bei, dass der Aufenthalt nicht auf Sport reduziert bleibt, sondern auch einen Erholungswert besitzt.

Das Grundkonzept des Parks beruht auf modularen Stationen, die unterschiedliche körperliche Fähigkeiten ansprechen. Einige Geräte zielen auf Kraft, andere auf Koordination, Gleichgewicht oder Mobilität. Zu den bestehenden Anlagen gehören unter anderem das Rückenstrecken Universal zur Stärkung der Rückenstreckmuskulatur, eine Liegestützstation für Arm-, Schulter- und Brustbereich, ein Armzug für den Oberkörper, ein Kniebeugegerät für Hüft- und Beinmuskulatur sowie das Quadriceps Double, das die Oberschenkel gezielt fordert. Ergänzend kommen Bewegungsformen wie das Wellenlaufen hinzu, das die Mobilität im unteren Rücken fördern und die Beweglichkeit von Hüfte und Becken unterstützen soll. Mit dem Porteur/Passeur und einer schwebenden Plattform wurden zudem Elemente eingebunden, die Koordination, Reaktionsfähigkeit und Körperkontrolle verlangen. Die Balancierstrecke „Bergheim“ erweitert das Angebot um ein weiteres Feld, in dem das Gleichgewicht geschult wird.
Das „Abdo Double“ ergänzt die Übungen um einen weiteren Schwerpunkt im Bereich der Rumpfmuskulatur, während die beiden Reckstangen in unterschiedlicher Höhe zusätzliche Möglichkeiten für Zug- und Stützbewegungen schaffen. Die Geräte wurden von Auszubildenden im Garten- und Landschaftsbau der städtischen Betriebe eingebaut. Damit ist auch die praktische Umsetzung in kommunale Ausbildung und Handwerk eingebettet worden. Die Beschilderung an den Stationen soll Nutzerinnen und Nutzern die richtige Ausführung erleichtern und Orientierung geben.
Bemerkenswert ist auch, wie bewusst der Fitpark als Anlage für alle Generationen angelegt wurde. Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen können die Geräte nutzen, soweit sie ihrem jeweiligen Bewegungsniveau entsprechen. Die öffentliche Zugänglichkeit und die Lage im Freiraum sollen dazu beitragen, Schwellen abzubauen, die bei klassisch organisierten Sportangeboten häufig bestehen. Gerade dieser Gedanke hat das Projekt in Süchteln von Beginn an geprägt. Die jüngste Erweiterung setzt diesen Weg fort und zeigt zugleich, dass die Anlage weiterentwickelt werden kann, wenn Spenden und Förderbereitschaft zusammenkommen.
Im Zusammenhang mit dem weiteren Ausbau steht auch der Wunsch nach einem Gerät, das Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern Übungen ermöglicht, ohne den Rollstuhl verlassen zu müssen. Für eine solche Station steht ein Finanzierungsbedarf von rund 8.000 Euro an, für die aktuell noch weitere Unterstützer gesucht werden. (nb)





