Demetrias – Ein archäologischer Spaziergang durch die Geschichte der griechischen Hafenstadt

Nicht weit entfernt der modernen Stadt Volos erinnern Ruinen an die griechische Hafenstadt Demetrias. Während die wertvollsten Stücke heute im Museum zu besichtigen sind, bietet die archäologische Fläche bei freiem Eintritt die Möglichkeit in vergangene Zeiten einzutauchen.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Volos/Griechenland Die Geschichte schreibt das Jahr 294 v. Chr., als Demetrios I., der mit seinem Beinamen Poliorketes („der Städtebelagerer“) bekannt wurde, rund 1,5 Kilometer südlich von Volos in Magnesia die Hafenstadt gemeinsam mit einer Sperrfestung auf dem Hügel Goritsa erbauen ließ.
Von hier aus kontrollierten die Könige Makedoniens während des Hellenismus das nördliche Griechenland. Demetrios hatte ebenso wie Chalkis und Korinth aufgrund der Lage an einem zentralen Pass zwischen Makedonien und dem südlichen Griechenland einen hohen strategischen Wert.

Nicht weit entfernt der modernen Stadt Volos erinnern Ruinen an die griechische Hafenstadt Demetrias. Foto: Rheinischer Spiegel

Der Niedergang setzte nach Ende des makedonischen Königsreichs 168 v. Chr. ein. In der Spätantike war Demetrias unter dem römischen Kaiser Konstantin dem Großen ebenfalls Bischofssitz, verlor aber während der byzantinischen Epoche immer weiter an Bedeutung, wurde im Laufe der Geschichte mehrfach besetzt und wurde um 1600 vollständig aufgegeben.

Die heutigen Ruinen wurden im 19. Jahrhundert freigelegt und befinden sich in Aivaliotika an der Stadtgrenze von Volos. Foto: Rheinischer Spiegel

Die heutigen Ruinen wurden im 19. Jahrhundert freigelegt und befinden sich in Aivaliotika an der Stadtgrenze von Volos. Obwohl heute meist nur Fundamente erhalten sind, ist die städtische Struktur sichtbar. Kaum mehr als drei Kilometer umfasste die Hafenstadt, die an drei Seiten von Mauern umfasst war. Zu besichtigen ist heute noch der Gipfel des Hügels mit einer kleinen Zitadelle. Erhalten sind ebenfalls die Überreste der Mauern und der Akropolis im Nordwesten des höchsten Punktes der Stadt. Theater, der Heroon (ein Tempel über dem Theater), ein Aquädukt, die heilige Agora mit einem Tempel sowie der königliche Palast östlich der Stadt laden zu einem Spaziergang durch die Geschichte und die spätere Nutzung ein, denn die Römer legten hier einen Friedhof an.

Die frei zugänglichen Ruinen teilen sich in zwei Hälften auf, direkt am Meer mit dem königlichen Palast und auf dem dahinterliegenden Hügel mit den archäologischen Mauerfunden. Teller, Karaffen und weitere Funde werden heute im archäologischen Museum Volos aufbewahrt (Athanasakeion (Alexis Athanasakis ) Museum, Athanasaki Straße, 381 01 Volos). (nb)

Die frei zugänglichen Ruinen teilen sich in zwei Hälften auf, direkt am Meer mit dem königlichen Palast und auf dem dahinterliegenden Hügel mit den archäologischen Mauerfunden. Foto: Rheinischer Spiegel