Grenzenloser Karneval: Wenn Beesel und Brüggen wieder gemeinsam feiern

Es knistert schon jetzt vor Vorfreude am Keulseweg an der niederländisch-deutschen Grenze: Am Freitag, den 21. November 2025, um 20:11 Uhr, ertönt wieder das fröhliche „Helau“ zwischen Beesel und Brüggen.

Region – Nach mehr als einem Jahrzehnt Pause laden die Karnevalsvereine der Partnergemeinden zu einem grenzüberschreitenden Treffen der besonderen Art ein – ein Fest, das Freundschaft, Tradition und karnevalistische Lebensfreude miteinander verbindet.

Bereits zwischen 1988 und 2011 war der Weiße Stein an der Grenze Schauplatz jährlicher Begegnungen zwischen den Windbuujels aus Reuver und den Brachter Wasserratten. Die Polonaisen über den „Paol“, die gemeinsamen Tänze, die fröhlichen Gespräche bei Kaffee und Kuchen – all das brachte die Menschen beider Seiten zusammen und fand weit über die Karnevalisten hinaus Anklang in der Bevölkerung. Nach 2011 fanden diese Treffen leider kein Fortbestehen, obwohl einzelne Initiativen versuchten, das Ereignis wiederzubeleben. Nun gibt es mit der Unterstützung der Gemeinden Beesel und Brüggen sowie eines Zuschusses aus dem Interreg-Förderprogramm endlich den lang ersehnten Neustart.

Die Ursprünge dieser Tradition lassen sich bis ins Jahr 1988 zurückverfolgen. Damals hatten einige der „aaje Buujels“ – Lam Boonen, Ger Apeldoorn und Coen Janssen – die Idee, die Brachter Wasserratten am Faschingsdienstag zum Weißen Stein einzuladen. Dort sollte die Polonaise über den Paol getanzt werden, begleitet vom damaligen Hofbeamten und unter den aufmerksamen Augen des Publikums. Die Feierlichkeiten setzten sich anschließend in den Cafés von Drees und Iet fort. Schnell war klar: Dies sollte keine einmalige Aktion bleiben, sondern eine jährliche Tradition werden.

Das Komitee wuchs rasch: Gerard Ligthart, Boy Dohmen, Emiel Julicher und Jan Peulen halfen bei der Organisation. Jahr für Jahr radelten die Vereinsmitglieder nach Bracht, überreichten die aktuelle Ausgabe der Windbuujel-Zeitung und kleine Souvenirs, und die Einladung zum Grenzübergang Witte Stein blieb bestehen. Auf Seiten der Wasserratten standen Frau Irmgard Reuchert, Franz Josef Knops und Manfred Klingen an der Spitze. Gemeinsam wuchs die Zahl der Teilnehmer, die Karnevalsstimmung wurde jedes Jahr ausgelassener, und die Begegnungen am Weißen Stein wurden zu einem echten Höhepunkt der Saison.

Die Treffen hatten weitreichende Wirkung: Freundschaften entstanden, Tanzgruppen traten bei den Sjterzittingen in Reuver und Beesel auf, und Künstler aus Reuver nahmen an den Brachter Sitzungen teil. Doch irgendwann verstummte der „Ruiverse Windj“, und die Treffen endeten abrupt – ein Verlust für die Karnevalstradition an der Grenze.

Jetzt wagen vier Vereine – Burggarde Brüggen, Beeselse Drake, Wasserratten Bracht und Ruiverse Windjbuujels – einen vorsichtigen Neustart. Anders als früher findet die Feier nun nicht mehr am Faschingsdienstag, sondern am Freitag, 21. November, statt. Die Verantwortlichen hoffen, dass dies der Auftakt für eine neue, regelmäßige Tradition wird.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Der Weiße Stein wird festlich geschmückt, für Musik, Tanz und karnevalistische Stimmung ist gesorgt. Alle Karnevalisten und Freunde des Frohsinns sind eingeladen, ab 20:11 Uhr die Grenze zu überschreiten, alte Freundschaften aufzufrischen und neue zu knüpfen. „Grenzenloos Karnavalle“ lautet das Motto – ein Fest ohne Grenzen, aber mit ganz viel Herz und Humor. (sk)