Dülkens Jecken feierten ihre Session noch einmal auf der Leinwand

Als am Mittwochabend im Bürgerhaus die Lichter gedimmt wurden und Günter Jansen das Wort ergriff, lag noch einmal ein Hauch von Rosenmontag in der Luft.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz und Leo Dillikrath

Dölke – Der Vaterstädtische Verein Dülken e.V. hatte zur Zugversammlung geladen, und wer gekommen war, bekam keinen trockenen Pflichttermin, sondern einen jener Abende, an denen der Karneval noch einmal auflebt, als ziehe der Zug ein zweites Mal durch die Stadt. Unter dem stolzen Ruf „Dreemoal Gloria tibi Dülken“ wurde gemeinsam zurückgeblickt auf einen Rosenmontag, der trotz Regen und einer ordentlichen Hagelschauer alles hatte, was ein echter Dölker Karnevalszug braucht: Farben, Einfallsreichtum, laute Fröhlichkeit und den unerschütterlichen Trotz jener, die sich von einem nassen Himmel nicht die Laune verderben lassen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Gezeigt wurde ein Film vom Rosenmontagszug 2026, und schon nach wenigen Minuten war klar, weshalb man in Dülken solchen Bildern gern noch einmal Aufmerksamkeit schenkt. Da zogen prachtvolle Wagen vorbei, mit Liebe gebaut, mit Fantasie geschmückt und mit jener Handschrift versehen, die nur entsteht, wenn viele Hände und noch mehr Herzblut zusammenkommen. Dazwischen die herrlichen Fußgruppen, bunt, lebendig, mit Witz und Stolz unterwegs, als wäre die Straße selbst eine Bühne. Der Regen mochte fallen, die Hagelschauer mochten kurz und heftig dazwischenfahren; dem Glanz dieses Zuges tat das keinen Abbruch. Im Gegenteil: Gerade unter solchen Bedingungen zeigte sich, was den Dölker Karneval ausmacht. Da wird nicht gejammert, da wird gelacht, gewunken und weitergezogen.

Das große und das kleine Prinzenpaar waren mit dabei und dankten sichtbar bewegt allen, die ihren Teil zu diesem närrischen Höhepunkt beigetragen hatten. Es war ein Dank, der nicht nur höfliche Formel blieb, sondern aus echter Verbundenheit kam. Denn ein Rosenmontagszug ist in Dülken weit mehr als eine Folkloreveranstaltung; er ist Gemeinschaftsarbeit im besten Sinne, ein Zusammenspiel von Vereinen, Wagenbauern, Fußgruppen, Helfern und einem Publikum, das den Zug nicht nur anschaut, sondern mitträgt. Der Applaus im Saal galt am Ende gewissermaßen allen zugleich.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Den filmischen Rückblick bildete ein kurzer Film vom Prinzenball. Stimmung? Sofort wieder da … dieser besondere Ton zwischen Festlichkeit und Übermut, zwischen Glanz und herzlicher Ungezwungenheit, der den Karneval erst unverwechselbar macht. Es war jener leichte Überschwang im Raum, der sich nicht bestellen lässt und doch jeden guten Karnevalsabend prägt.

Bei aller Heiterkeit blieb auch der ernstere Unterton nicht ausgespart. Kurz wurde erörtert, dass die Auflagen der Ordnungsämter von Jahr zu Jahr mehr Verantwortung mit sich brächten und dem Verein sowie den Zugteilnehmern einiges abverlangten. Was früher mitunter wie eine rein organisatorische Randnotiz erschien, ist längst zu einer Aufgabe geworden, die Sorgfalt, Abstimmung und Geduld verlangt. Der Vaterstädtische Verein muss diese Vorgaben weitergeben und zugleich dafür sorgen, dass das Brauchtum seinen eigenen Charakter behält. Gerade in diesem Spannungsfeld zeigt sich, wie viel Arbeit hinter dem Leichten steckt, und weshalb dringend weitere, helfende Hände gesucht werden. Der Vaterstädtische Verein Dülken freut sich daher über neue Mitglieder, eine Beitrittserklärung gibt es HIER. Also liebe Karnevalisten, macht mit für den Erhalt unseres schönen jecken Rosenmontagsbrauchtums in Dölke! (cs)

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath