Wenn ein ganzer Saal zu klingen beginnt, wenn Stimmen in vielen Tonlagen über frisch gebackenen Kuchen schweben, wenn Tische unter Brot, Käse und Marmelade beinahe ächzen – dann ist im Josefshaus in Süchteln wieder Kaffeetafelzeit.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz und Martin Häming
Viersen-Süchteln – Am vergangenen Samstag war es soweit: Zum 25. Mal versammelte die Seniorengruppe „Miteinander – Füreinander“ Gäste aus nah und fern, um das zu tun, was diese Tradition so besonders macht – einander begegnen, zuhören, mitsingen und für ein paar Stunden vergessen, wie still es manchmal im Alltag sein kann.

Schon beim Eintreten empfing die Besucherinnen und Besucher ein Anblick wie aus einem Bilderbuch. Rote Decken über den langen Tafeln, kunstvoll gefaltete Servietten, Kerzenlicht und bunte Blumen, die ein Stück Spätsommer ins Haus holten. Der Duft von frischem Kuchen mischte sich mit dem leisen Klimpern von Geschirr, während erste Gäste bereits ihre Plätze fanden. „Hier fühlt man sich sofort zuhause“, sagte eine Besucherin, die nicht zum ersten Mal der Einladung gefolgt war.
Das Programm, rund viereinhalb Stunden voller Musik, Theater und kleiner Überraschungen, wurde – wie es sich für die Kaffeetafel gehört – von den eigenen Mitgliedern gestaltet. Karl-Ludwig „Lucki“ Hollweck und Christa Stoltz führten durch den Nachmittag und brachten mit Wortwitz, Anekdoten und herzlichen Ansagen die Stimmung immer wieder zum Leuchten.

Musik gehörte selbstverständlich dazu: Christina Schmitz, Hans Schmitz und Detlef Belk ließen ihre Stimmen erklingen, mal leise und gefühlvoll, mal kraftvoll und ansteckend. Der Shantychor Süchteln unter Leitung von Axel Büsch brachte Seemannsgeist in den Saal, und als Wolfgang Borg ein Solo sang, hielt das Publikum für einen Moment den Atem an. Josef Grandjean am Akkordeon sorgte für den Klangteppich, der alles miteinander verband – mal beschwingt, mal melancholisch.
Doch die Kaffeetafel wäre nicht komplett ohne Theater. Die Gruppe „Vorhang auf“, angeführt von Günter Bongartz, ließ Szenen entstehen, die viele Gäste zum herzhaften Lachen brachten. Besonders in Erinnerung blieb Hollwecks humorvolle Ansprache „Wir trinken auf die Gesundheit aller Frauen“, die er mit einem Augenzwinkern vortrug und damit langanhaltenden Applaus erntete.

Hinter den Kulissen arbeitete ein großes Team, das man im Festsaal nicht auf den ersten Blick sieht, das aber unverzichtbar ist. Bühnenbilder wurden von Jürgen Schröder und Helmut Anstötz liebevoll gestaltet, Horst Fey, Kurt Feld und ihr Team sorgten für den reibungslosen Aufbau. Hildegard Bäumges, Claudia Hova und deren Enkelin verwandelten den Raum mit ihrer Dekoration in einen Ort voller Atmosphäre. Technik und Licht lagen in den Händen von Detlef Belk und Jan Hammann, während Patrick Hammann als Bühnenmeister den Überblick behielt. Für das Buffet, reichlich gedeckt mit süßen und herzhaften Leckereien, war Birgit Friedrichs verantwortlich.
Der Nachmittag endete, wie er begonnen hatte: mit einem Gefühl der Nähe. Jüngere Gäste, die erstmals dabei waren, saßen am Ende Schulter an Schulter mit den Senioren, sangen gemeinsam und ließen sich das letzte Stück Kuchen schmecken. (cs)





