Ein Stück Stadtgeschichte: Die wechselvolle Geschichte der Sophienstraße in Viersen

Viersens lebendige Geschichte … Straßen und Plätze erzählen
Von RS-Redakteurin Sabrina Köhler

Viersen – Wer heute entlang der Gladbacher Straße spaziert, übersieht leicht eine Straße, die einst eine bedeutende Verbindung darstellte: die Sophienstraße. Was heute als unscheinbare Stichstraße von der Gladbacher Straße nach Westen abzweigt, war früher eine wichtige Ost-West-Achse zwischen der Gladbacher Straße und der Greefsallee.

Die Geschichte der Straße reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Ursprünglich verband sie zentrale Teile der Stadt miteinander und lag in unmittelbarer Nachbarschaft zur einst bedeutenden Zentrifugenfabrik Gebr. Heine, einem wichtigen Arbeitgeber der Region.

Der Name der Straße geht auf Sophie Greef zurück, die Ehefrau des Fabrikanten Peter Ernst Wilhelm Greef, der sie im Jahr 1869 heiratete. Die Verbundenheit der Familie Greef mit der Stadt fand so ihren Ausdruck im Straßennamen – ein Beispiel dafür, wie Unternehmerfamilien jener Zeit nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich das Stadtbild mitprägten.

Im Laufe der Jahre änderte sich nicht nur die Nutzung der Umgebung, sondern auch die Bezeichnung der Straße: Am 16. Juni 1905 wurde sie zunächst in „Greefsallee“ umbenannt – vermutlich zu Ehren der Unternehmerfamilie –, ehe sie am 30. Juli 1920 ihren heutigen Namen „Sophienstraße“ erhielt. Seit etwa 1990 besteht sie allerdings nur noch als kurze Stichstraße. Die einstige Verbindung zur Greefsallee ist heute nicht mehr vorhanden.

Ein Relikt der Industrialisierung Viersens, eingebettet in die heutige urbane Struktur, erzählt die Sophienstraße vom Wandel der Zeit: von industriellem Aufschwung, familiärer Verbundenheit und der ständigen Entwicklung des städtischen Raums. Ein kleiner Straßenname mit großer Geschichte. (sk)

Foto: Rheinischer Spiegel