Ein Tag an der Niers: Erholung in Gesellschaft von Steinkauz, Graureiher & Co.

Sie zieht sich wie ein blauer Faden durch den Niederrhein und die typische Landschaft, geprägt von Wiesen, Feldern und entlang stolzer Weiden – die Niers. Sie ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Biotop und kilometerlanges Naherholungsgebiet mit Wander- und Radfahrwegen, die zum Erleben einladen.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Niederrhein Am linken Niederrhein, parallel zwischen Rhein und Maas verläuft die Niers auf einer Länge von 113 km (mit dem Quellbach sind es sogar über 117 km), entspringt der bekannte Fluss in Kuckum und mündet in die Maas. Einer stetigen Verwandlung war der Fluss im Laufe der letzten Jahrhunderte ausgesetzt, zunächst durch die Mühlen, dann durch die Textilindustrie und die Begradigung, um wertvolles Land zu erhalten. Dem dadurch entstandenen Verlust von Feuchtlebensräumen wird mittlerweile durch eine Renaturierung des Flussbettes entgegengewirkt. Zudem wurden Natur- und Landschaftsschutzgebiete angelegt, für die Verbesserung der Wasserqualität engagiert sich der 1927 gegründete Niersverband und auch das seit 1990er Jahren in Umsetzung befindliche Niersauenkonzept leistet seinen Beitrag.

Niers Viersen Niederrhein
Foto: Rheinischer Spiegel

Die Wasserverbesserung Ende des 20. Jahrhunderts wurde notwendig, denn die Niers ist einer der am stärksten genutzten Flüsse in Nordrhein-Westfalen. Rund 65 Millionen Kubikmeter Grundwasser werden im Einzugsgebiet der Niers zu Trink- oder Brauchwasser in über zwanzig Kläranlagen aufbereitet. Sie behandeln die mit Niederschlagswasser vermischten Abfälle in der Region und leiten Wasser zurück in die Niers, was einen großen Teil des Flusses ausmacht in dem mittlerweile eine Reihe von Fischarten wieder heimisch geworden ist.

Zahlreiche Rad- und Wanderwege umrahmen die Niers auf ihrem Weg und laden als riesiges Naherholungsgebiet ein Zeit am Wasser und in der typisch niederrheinischen Landschaft zu verbringen. Für einen Radurlaub bietet sich der Niersradwanderweg an, der in Mönchengladbach startet und dem Wasser folgt durch Viersen und Kleve bis hin zur Mündung der Niers in die Maas bei Gennep/Niederlande.

Foto: Rheinischer Spiegel

Ebenfalls mit Paddelbooten ist die Niers befahrbar und wer den Fluss zu Fuß erfahren will, der kann auf einem Abschnitt des Jakobsweges parallel zur Niers von Goch nach Weeze über Schloss Wissen und Kervendonk zum Wallfahrtsort Kevelaer pilgern.
Dabei bietet sich der Weg ebenfalls für Fotografen an, denn in den Naturschutzgebieten hat der geschützte Steinkauz sein bundesweit größtes Vorkommen zwischen den Kopfweidenreihen, während der Graureiher in den Feuchtwiesen, Gräben und Tümpeln seine Nahrung findet und auch dem Weißstorch immer wieder einen Platz zum Nisten überlässt. (nb)


Einmal über die Niers mit der Schwebefähre in Mönchengladbach