Wie die Stadt Nettetal in angespannter Haushaltslage durch eine strategische Verwaltungstransformation Ressourcen und auch finanzielle Mittel einsparen kann, erläuterten Frank Facklam und Felix Marquardt aus der Verwaltung im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Organisation und Digitalisierung.
Netteal – Frank Facklam, Zentralbereichsleitung NetteService, fasste dabei den strategischen Ansatz zur ganzheitlichen Verwaltungstransformation zusammen, den die Stadt im vergangenen Jahr stark forciert hat. Ziel sei es, über einen ganzheitlichen Modernisierungsansatz, der Kultur, Organisation und Technologie systematisch miteinander verbindet, Effizienz, Qualität sowie die Zufriedenheit von Bürgerinnen und Bürgern und Mitarbeitenden ebenso wie die organisatorische Resilienz zu stärken, so Frank Facklam.
Die Verwaltung gliedert den Transformationsansatz in die Bausteine New Work, Prozessmanagement sowie Digitalisierung & KI. Hierzu führte Felix Marquardt als Koordinator für Verwaltungstransformation zu den einzelnen Bausteinen weiter aus.
Der Transformationsbaustein New Work, der ursprünglich als Alternative zu einem geplanten Rathausergänzungsbau mit über 70 zusätzlichen Arbeitsplätzen entwickelt wurde, setzt auf einen Kulturwandel, der moderne Arbeitsformen, hybride Modelle und Desk-Sharing-Varianten berücksichtigt. So wurden im vergangenen Jahr bereits sechs sogenannte „Heimatbereiche“ eingerichtet, in denen diese neuen Arbeitsweisen pilotiert und organisatorische sowie technische Rahmenbedingungen angepasst wurden. Als Meilenstein hob Felix Marquardt hervor, dass zum 31. Dezember 2026 die Verwaltungsnebenstelle im Lobbericher Volksbankgebäude vollständig aufgegeben wird. Dadurch werden ab 2027 insgesamt 22 Arbeitsplätze eingespart sowie rund 80.000 Euro Mietkosten jährlich reduziert.
Weiter wurde ausgeführt, dass der Baustein Prozessmanagement als organisatorisches Fundament der Transformation zu verstehen ist. Bisher wurden verwaltungsweit mehr als 1.300 Prozesse erfasst und anhand definierter Kriterien bewertet. Derzeit erfolgt die modellbasierte Darstellung priorisierter Prozesse mithilfe der KI-gestützten Lösung „Auraflows“ des Start-ups SUMM AI. Ziel ist der Aufbau einer vollständig medienbruchfreien Prozessdatenbank als zentrales Steuerungsinstrument. Damit schafft die Stadt die Grundlage für gezielte Optimierungen, Automatisierung und den künftigen KI-Einsatz.
Mit dem dritten Transformationsbaustein Digitalisierung & KI setzt die Verwaltung darauf aufbauend auf eine digitale Toolbox, die als technologischer Verstärker der organisatorischen und kulturellen Veränderungen verstanden wird. Im Fokus steht die End-to-End-Digitalisierung zentraler Wertschöpfungsketten – vom digitalen Posteingang über die E-Akte bis hin zum hybriden Postausgang –, mit der Verwaltungsabläufe spürbar effizienter gestaltet werden können.
Bürgermeister Christian Küsters betonte, dass die Stadt mit diesem „Nettetaler Weg“ auf einem guten Entwicklungsstand sei. Einerseits biete die Stadt eine moderne Arbeitswelt in der Verwaltung, andererseits behalte man den Kostenapparat im Blick, erziele positive wirtschaftliche Effekte und leiste so einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung.
Aus der Politik kamen im Ausschuss Anregungen, diesen Weg weiterhin konsequent zu beschreiten und die Identifikation weiterer Einsparpotenziale in die Entwicklungen einzubeziehen. Bürgermeister Christian Küsters, Frank Facklam und Felix Marquardt kündigten an, dass der Transformationsansatz in der politisch beantragten Organisationsuntersuchung Berücksichtigung finden werde. (opm)





