Stadt setzt Maßnahmen im Bereich der Niers gegen Hochwasser um

Starkregenereignisse führen auch in der Mönchengladbacher Bevölkerung immer wieder zur Besorgnis. So hat das Unwetter vom 4. Juni in weiten Teilen des Stadtgebietes zu Schäden geführt. In über 320 Einsätzen hatte es die Feuerwehr mit vollgelaufenen Kellern und Tiefgaragen zu tun, Menschen mussten sogar aus überfluteten Autos befreit werden.

Foto: NIERSVERBAND Text: Stadt MG

Mönchengladbach – Betroffen waren vor allem der Auenbereich des Rheydter Baches und der Niers im Gebiet Stockholtweg und Färberstraße. Von dort hatte sich nach dem Unwetter eine betroffene Familie an Oberbürgermeister Felix Heinrichs gewandt, um zu erfahren, weshalb es erneut zu Überschwemmungen in diesem Gebiet gekommen ist und welche Maßnahmen die Stadt zum Schutz der Anwohner ergreift.

OB Felix Heinrichs

Dazu zählen der Bau des Pumpwerks Stockholtweg am Auslauf des Rheydter Bachs am Rande des Bresgesparks und die hydraulische Sanierung des Regenwasserkanals Färberstraße / Friedensstraße zwischen dem Auslauf des Rheydter Bachs bis zur Gracht. Zwingende Voraussetzung für die Durchführung dieser Maßnahmen durch die NEW AG ist der Abschluss der Gewässerumgestaltungsmaßnahme „Bresgespark“, die der Niersverband derzeit umsetzt.

Dieses 4,65 Millionen Euro teure Projekt ist Teil des „Masterplans Niersgebiet“, der unter anderem zum Ziel hat, die Regenwassereinleitungen des Stadtgebiets durch Umgestaltung der Niers gewässerverträglich aufzunehmen. Dies gilt vor allem unmittelbar für die Einmündung des Rheydter Baches. „Mit dieser Maßnahme wird letztlich ein Rückhalteraum für Hochwasserereignisse durch die Anbindung an eine Ersatzaue gewonnen, dies hilft auch bei der Aufnahme anfallender Regenmengen aus dem Einzugsgebiet des Rheydter Baches“, so Oberbürgermeister Felix Heinrichs.

Nach Fertigstellung der aufwändigen Gewässerumgestaltungsmaßnahme „Bresgespark“, können der Bau des Pumpwerks Stockholtweg und die hydraulische Sanierung des Regenwasserkanals Färberstraße/Friedensstraße voraussichtlich nach 2024 ausgeführt werden. Den genannten Planungen liegen intensive ingenieurwissenschaftliche Untersuchungen der NEW AG zugrunde, die sich mit der Optimierung der komplexen Entwässerungssituation. „Dank der Maßnahmenkooperation von NEW, Niersverband und Stadt ist eine optimierte Entwässerungslösung auf dem besten Wege“, so der OB weiter, der in diesem Zusammenhang auch auf die Verantwortung der Hauseigentümer hinweist.

„Öffentliche Kanäle können jedoch entsprechend den geltenden, allgemein anerkannten Regeln der Technik nicht so ausgestaltet werden, dass sie jeglichem Starkregen gewachsen wären. Technische Lösungen stoßen bei katastrophalen Unwetterereignissen grundsätzlich an Grenzen. Deshalb sollten Schäden an persönlichem Eigentum, die durch entsprechende Starkregen verursacht werden können, durch eine geeignete Elementarversicherung in Ergänzung zur Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung abgedeckt werden. Hinzu kommt, dass auch eine bauliche Ertüchtigung am Haus oder auf dem eigenen Grundstück Möglichkeiten bieten können, Schäden durch Unwetterereignisse zu vermindern oder zu vermeiden“, heißt es weiter in dem Schreiben.