Griechenland/Porto Germeno: Klettern in den Ruinen einer fast vergessenen Stadt

Am Alkionidischen Golf, einer Meeresbucht im Nordosten des Golfs von Korinth, lag einst die griechische Hafenstadt Aigosthena. Heute zeugen gut erhaltene Befestigungsmauern von ihrer Geschichte.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Griechenland/Attika/Reisen – Der Name Aigosthena ist lange Vergangenheit. Besucher einer der am besten erhaltenen Befestigungen aus klassischer Zeit kennen die Umgebung meist als Porto Germeno. Hier, rund 19 Kilometer von der Stadt Megara entfernt, liegt immer noch die vermutlich erste Befestigung auf der Akropolis der vergangenen Stadt.

Die nördliche Mauer zum Meer und ebenfalls ein rund 15 Meter hoher Turm sind gut erhalten. Die gesamte Festung hat eine Ausdehnung von 190 Metern Länge zu 85 Metern. Im Nordosten befand sich ein byzantinisches Kloster, eine Panagia und eine Kirche, die Ágios Georgios geweiht war. Südlich der Mauer sind zudem die Fundamente einer christlichen Basilika aus dem 6. Jahrhundert zu finden, auf denen im 11. oder 12. Jahrhundert eine kreuzförmige Theotokos-Kirche gebaut wurde.

Vermutlich im 6. Jahrhundert vor Christus wurde die erste Befestigung errichtet, die immer wieder erneuert und erweitert wurde. Kleombrotos I. von Kreusis zog sich 379 vor Christus nach seinem erfolgreichen Feldzug gegen Theben nach Aigosthena zurück. 371 vor Christus tat es ihm Archidamos III. gleich, dieser allerdings floh nach der Niederlage in der Schlacht bei Leuktra. Die heutigen Mauern stammen meist aus dem späten 4. Jahrhundert. (cs)

Foto: Rheinischer Spiegel