Herbstsynode macht Mut für den Zukunftsprozess 2035: Glaube bleibt Kraftquelle – auch in Zeiten des Wandels

„Glauben. Gemeinsam. Gestalten.“: Unter dieses Leitwort aus dem Zukunftsprozess 2035 stellte Superintendentin Dr. Barbara Schwahn ihren Jahresbericht auf der Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises Krefeld-Viersen. Diese tagte am vergangenen Samstag im Evangelischen Gemeindehaus Viersen.

Viersen/Krefeld – Schwahn machte deutlich, dass es bei allen Veränderungen immer darum gehe, die zentralen Werte und den Glauben für die Menschen erfahrbar zu machen: „Was glauben wir eigentlich und was von dem, was uns wichtig ist, haben wir für die Menschen heute nach draußen zu tragen? Was können sie von uns gebrauchen?“, betonte die Superintendentin.

Sie hob hervor, dass Gemeinden und Regionen mit der Beantwortung dieser Fragen am besten entscheiden könnten, wofür sie ihre personellen und finanziellen Mittel einsetzen. Man müsse die Menschen und ihre Gefühle ernst nehmen. Ob es um die Aufgabe von Gebäuden geht oder die Reduzierung von Pfarrstellen – nur so könne man gemeinsame Wege finden, mit den Ängsten vor den strukturellen Veränderungen in den Gemeinden, umzugehen. Zur Unterstützung der Gemeinden sei es wichtig, dass der Kirchenkreis Kooperationen fördert und die verschiedenen Arbeitsfelder sichert.

Foto: Evangelischer Kirchenkreis Krefeld-Viersen

„Wir müssen Freiräume schaffen, damit Gemeinden sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können“, so Schwahn. Als praktische Beispiele für erfolgreiche Zusammenarbeit in diesem Jahr nennt sie unter anderem gemeinsame Konfirmandenfreizeiten, Sommerkirchen an reizvollen Orten in der Natur oder Aktionen wie „Einfach heiraten“ in Krefeld, bei denen der Glaube in Gemeinschaft sichtbar wird und Menschen direkt erreicht. In diesem Zusammenhang erhielten die Synodalen Zwischenberichte zu den Planungen für Personalpools in den Bereichen Kirchenmusik, Jugendarbeit und Seniorenarbeit. Für die könnte der Kirchenkreis Anstellungsträger werden. Die Arbeit in diesen Bereichen wäre so nachhaltig gesichert und die Gemeinden könnten entlastet werden. Die Konzepte dazu werden zur Frühjahrssynode 2026 erwartet.

Ein weiterer Schwerpunkt der Beratungen war der Haushalt 2026, der unter anderem die notwendigen Einsparungen zur Stabilisierung der Finanzen des Kirchenkreises berücksichtigt. „Es ist erfreulich, dass diese ohne Eingriffe in die inhaltliche Arbeit des Kirchenkreises möglich sind“, sagt Schwahn. „Strukturelle Anpassungen und natürliche Personalveränderungen, etwa durch Verrentungen, schaffen den finanziellen Spielraum, den wir brauchen. Damit können wir unsere Aufgaben weiterhin mit voller inhaltlicher Kraft angehen.“

Foto: Evangelischer Kirchenkreis Krefeld-Viersen

Bereits am Vorabend der Synode wurden die Synodalen und Interessierte aus den Presbyterien zu einer Zoom-Veranstaltung mit Dr. Steffen Bauer eingeladen. Bauer, Leiter der Ehrenamtsakademie der Evangelischen Kirche in Hessen-Nassau i.R. und Herausgeber der Veröffentlichungsreihe „Landeskirchen unterwegs“, gab Impulse aus anderen Landeskirchen. Er zeigte praxisnah, wie kirchliche Veränderungen erfolgreich umgesetzt werden können, und regte Diskussionen über innovative Modelle von Zusammenarbeit, Verwaltung und Gemeindearbeit an. Schwahn: „Ein wichtiger Impuls, um die Veränderungen in unserem Kirchenkreis weiterhin mutig voranzutreiben.“ Darüber hinaus standen am Samstag noch einige wichtige Personalentscheidungen an.

Als Delegierte für die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland werden neben anderen künftig auch Anika Böttger (Kreissynodalvorstand) und als Stellvertreter Jonas Siebenkotten (Pfarrer Krefeld-Süd) den Kirchenkreis vertreten. Nach dem Ausscheiden von Pfarrer Hartmut Pleines aus dem Kreissynodalvorstand (KSV) wurde Petra Vahrenhorst als Skriba (2. Stellvertretung der Superintendentin) gewählt. Die Berufsschulpfarrerin aus Dülken ist keine Unbekannte im KSV, war sie doch bislang 1. Stellvertreterin des Skribas. Als neuen 1. Stellvertreter der Skriba sprachen sich die Synodalen für Christian Röhling (Pfarrer der Kirchengemeinde Krefeld-Ost), aus. Laura Bowinkelmann (Pfarrerin der Pauluskirchengemeinde Krefeld) wird nach dem Ausscheiden von Pfarrerin Doerthe Brandner die 2. Stellvertreterin der Skriba.

Der Evangelische Kirchenkreis Krefeld-Viersen umfasst derzeit 21 Kirchengemeinden. Er erstreckt sich von Nettetal im Westen bis Krefeld im Osten, und von Meerbusch im Süden bis Kempen im Norden. Der Kirchenkreis ist die Gemeinschaft der in ihm zusammengeschlossenen Kirchengemeinden. Zur Erfüllung der Aufgaben der Kirche schafft er gemeindeübergreifende Dienste und Einrichtungen. Die Kreissynode leitet den Kirchenkreis und tagt in der Regel zweimal im Jahr. Sie setzt sich zusammen aus den gewählten Pfarrer*innen im Kirchenkreis, Delegierten aus den Gemeinden sowie Berufenen aus verschiedenen Arbeitsfeldern – das sind derzeit 114 stimmberechtigte Mitglieder. Wenn die Synode nicht tagt, übernimmt der Kreissynodalvorstand mit der Superintendentin an der Spitze die Leitungsaufgaben. Die zentrale Verwaltung mit dem Sitz der Superintendentin befindet sich in Krefeld. (opm)

Foto: Evangelischer Kirchenkreis Krefeld-Viersen