Literarisches: 20. März. 15.45 Uhr. Frühlingsbeginn

Wenn Tag und Nacht auf der Nordhalbkugel der Erde gleich lang sind, beginnt offiziell der Frühling.
Von Peter Josef Dickers

Literarisches – Die Planung eines Jahres beginne im Frühling, heißt es in einem chinesischen Sprichwort. Frühling symbolisiert in der chinesischen Kultur neue Energie, Aufbruch, Erneuerung. Es ist beste Zeit, etwas zu beginnen, sich Ziele zu setzen. Wer im Frühjahr nicht plant und aussät, kann im Herbst nicht ernten. Bäume „fahren aus der Haut“, beschreibt es bildlich ein Zitat.

Die Temperaturen werden zweistellig. Krokusse, Schneeglöckchen, Narzissen, Forsythien, Kamelien sind aus dem Winterschlaf erwacht. Das ist mehr als ein Hauch von Frühling. Aus kalt und grau ist warm und bunt geworden.

Dennoch sind wir nicht schon auf der Sonnenseite des Sommers angekommen. Vom 11. bis zum 15. Mai melden sich im Kalender die „Eisheiligen“ Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius, kalte Sophie an. Mit Spätfrösten können sie empfindliche Pflanzen schädigen. Wir leben nicht unbedroht, nicht nur im Frühling.

Andere „Eisheilige“ – soziale Spannungen, Klimakrise, vor allem am Eigenwohl orientierte Kriegsherren – lassen Welt und Menschen „frösteln“, legen Brände. Ob jemand die Brände löscht, scheint nicht zu interessieren. Negative Prognosen, die vor einem Weltuntergang warnen, erhalten neue Nahrung. Parallelen zur fernen Vergangenheit, als schon einmal die Zivilisation unterging, bringen sich in Erinnerung. Wird aus dem „Frühling“ eine Utopie?

Es fällt nicht jedem leicht, auf Mark Twain zu vertrauen: „Ich hatte ein Leben lang Probleme und Sorgen. Die meisten sind nicht eingetreten.“ Am 20. März, um 15.45 Uhr, ist Frühlingsbeginn. Weder Eisheilige noch Brandstifter können das verhindern. (opm)

Foto: Privat

Foto: Privat

Peter Josef Dickers wurde 1938 in Büttgen geboren. Nach einem Studium der Katholischen Theologie sowie der Philosophie und Pädagogik in Bonn, Fribourg/Schweiz, Köln sowie Düsseldorf erhielt er 1965 die Priesterweihe. Anschließend  war er in der Seelsorge und im Schuldienst tätig, bis er sich 1977 in den Laienstand rückversetzen ließ und heiratete. Nach der Laisierung war er hauptamtlich tätig an den Beruflichen Schulen in Kempen (jetzt Rhein-Maas-Kolleg) mit den Fächern Kath. Religionslehre, Pädagogik, Soziallehre, Jugendhilfe/Jugendrecht.

„Seit der Pensionierung bin ich weiterhin engagiert durch meine Schreibtätigkeit, mein Vorlese-Engagement in diversen Einrichtungen und sonstige Initiativen. In den Sommermonaten lese ich zeitweise als „Lektor“ auf Flusskreuzfahrt-Schiffen aus meinen bisher erschienenen Büchern“, so Peter Josef Dickers, der mittlerweile in Mönchengladbach beheimatet ist.