Neusser schreibt Songs zum Nachdenken und Mitsingen

Krieg, Hass, soziale Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten, fehlender Respekt und fehlende Menschlichkeit in einer sich immer schneller drehenden Welt. Das sind nur einige der Dinge, die der Neusser Frank Heidemann (53) beobachtet. Aber was kann man als einzelne Person, als winziges „Rad im Getriebe“, daran ändern?

Neuss – Frank begann während der Corona-Pandemie, seine Gedanken, Gefühle und Ansichten niederzuschreiben und zu vertonen. „Ich war immer schon ein kritischer Geist“, sagt er. „Leute, die mich gut kennen, werden das bestätigen“. „Als Heranwachsender hatte ich eine lange ‚Weltschmerz‘-Phase, wollte alles verändern und alle Ungerechtigkeiten dieser Welt beseitigen“, so Frank. „Ich war der Typ, der den überfahrenen Igel, die Katze oder den Hasen von der Straße einsammelte und am Wegesrand beerdigte“, schmunzelt er. „Je älter ich wurde, umso realistischer und vielleicht auch abgeklärter wurde ich. Geblieben ist ein ausgeprägtes Gespür für Ungerechtigkeiten, mit denen ich mich nach wie vor sehr schlecht abfinden kann. Mit meinen Songs möchte ich diese Welt vielleicht ein kleines Stückchen besser machen“, sagt er.

Seine Songs erzählen Geschichten, die unsere Gegenwart prägen: (Flüchtlings-)Politik, Gesellschaft, Religion, Wirtschaft, usw. Inzwischen hat er bereits drei Songs auf YouTube veröffentlicht und weitere sollen folgen. „Steh auf!“ erzählt vom Einfluss, den die Gier nach Macht und Geld auf die Menschlichkeit hat. Diesen Song, ebenso wie „Immer so gemacht“, der von der (fehlenden) Bereitschaft handelt, selbst Verantwortung für die eigenen Taten zu übernehmen, hat er zusammen mit dem Neusser Gitarristen Thomas Kuypers (54) eingespielt.

Die Songs wurden zunächst in dessen Tonstudio aufgenommen. Die Produktion wurde finanziert aus Fördermitteln des Stipendienprogramms des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen für Künstlerinnen und Künstler zum Ausgleich von Nachteilen im Zusammenhang mit dem Ausbruch von Covid-19 im Jahr 2020. Im Anschluss hat Franks Sohn Daniel die Musikvideos in den Neusser Gaststätten „Hamtorkrug“ bzw. „Im neuen Marienbildchen“ gedreht und geschnitten. In dem Song „Lockdown Blues“ besingt Frank seinen Weg zur Arbeit beim Gesundheitsamt während der Corona-Pandemie.

Musikalisch sieht er sich beeinflusst von den großen Sing-a-Song-Writern und Friedensaktivisten der 1960er und 70er Jahre, wie Bob Dylan, Joan Baez, Eric Bogle oder Hannes Wader, aber auch von Bands wie Wolfgang Niedeckens‘ BAP, deren großer Fan er ist. (opm/paz)

Die Musikvideos sind unter folgenden YouTube-Links abrufbar:

Thomas Kuypers und Frank Heidemann in der Neusser Gaststätte „Hamtorkrug“. Foto: Daniel Heidemann

Ein Kommentar

  1. Tolle Texte! Jetzt fehlt ein aktueller Song gegen ÜBERSTUNDEN !!!
    1,67 Milliarden ÜBERSTUNDEN im letzten Jahr in Deutschland.

    Dies entspräche, bei einem Jahresvertrag mit durchschnittlich 168 Stunden monatlich, rund 835.000 ( !!! ) Vollzeit-Arbeitsplätzen.

    In den Folgejahren werden die Überstunden sicher nicht weniger…..

    Menschlichkeit, Sozialverhalten, Solidarität ???

    NEIN, NUR GIER DER ARBEITGEBER!!!

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