Pula – Sardiniens charmantes Tor zur Antike und zum Meer

Wer Sardinien nur mit endlosen Sandstränden und türkisfarbenem Wasser verbindet, sollte sich auf eine Reise nach Pula begeben – einem kleinen, aber geschichtsträchtigen Ort im Süden der Insel, rund 30 Kilometer südwestlich von Cagliari gelegen.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Reisen – Pula ist viel mehr als ein idyllisches Ferienziel. Hier treffen sich Vergangenheit und Gegenwart auf unverwechselbare Weise: römische Ruinen neben lebendigen Piazzas, jahrhundertealte Kultur eingebettet in mediterrane Leichtigkeit.

Foto: Rheinischer Spiegel

Das Herzstück Pulas ist zweifellos die archäologische Stätte von Nora, eine der ältesten Städte Sardiniens. Bereits im 9. Jahrhundert v. Chr. von den Phöniziern gegründet und später von Karthagern und Römern geprägt, liegt Nora spektakulär auf einer Halbinsel direkt am Meer. Spaziergänge zwischen den antiken Säulen, gut erhaltenen Mosaikböden und dem beeindruckenden Amphitheater lassen Besucher tief in die Vergangenheit eintauchen. Besonders magisch ist ein Besuch bei Sonnenuntergang, wenn das goldene Licht die Ruinen und das glitzernde Meer gleichermaßen in Szene setzt.

Doch Pula hat noch weit mehr zu bieten. Die charmante Altstadt verzaubert mit engen Gassen, farbenfrohen Häuserfassaden und einem gemütlichen, fast dörflichen Flair. Abends verwandelt sich die zentrale Piazza del Popolo in einen lebhaften Treffpunkt – Straßencafés füllen sich, Kinder spielen unter Palmen, und aus den umliegenden Trattorien duftet es verführerisch nach gegrilltem Fisch, malloreddus und frischer Myrte.

In den Sommermonaten lockt das „Nora Festival“ Kulturfreunde aus ganz Italien an. Zwischen den Ruinen des antiken Theaters finden dann stimmungsvolle Opern- und Theateraufführungen unter freiem Himmel statt – ein Erlebnis, das antike Geschichte und moderne Kunst in einzigartiger Kulisse vereint.

Foto: Rheinischer Spiegel

Naturliebhaber zieht es in das nahegelegene Nora Lagoon, ein Feuchtgebiet von großer ökologischer Bedeutung, das von Flamingos, Kormoranen und anderen Wasservögeln bevölkert wird. Die Mischung aus glasklarem Wasser, duftender Macchia und sanftem Vogelgezwitscher macht diesen Ort zu einem Paradies für Ruhesuchende und Hobby-Ornithologen. Wer nach einem kulturell bereichernden Tag noch ins kühle Nass springen möchte, findet rund um Pula traumhafte Strände. Der beliebte Spiaggia di Nora bietet flach abfallendes Wasser, ideal für Familien. Nur wenige Autominuten entfernt liegen weitere Naturjuwelen wie Chia oder Su Giudeu – feinsandig, weitläufig und von Dünen eingerahmt.

Pula ist ein Ort für Entdecker und Genießer – ein Fleckchen Erde, das seinen Besuchern nicht laut entgegenruft, sondern leise Geschichten erzählt. Geschichten von alten Seefahrern und modernen Träumern, von Sonne, Stein und Meer. Wer Sardinien nicht nur sehen, sondern spüren will, sollte sich Zeit nehmen – und sich in Pula ein wenig verlieren. (dt)

Foto: Rheinischer Spiegel