Die Musikwelt steht still: Ozzy Osbourne, der unvergessliche Frontmann von Black Sabbath und einer der einflussreichsten Künstler der Rockgeschichte, ist im Alter von 76 Jahren verstorben. Dies bestätigte seine Familie am Dienstagmorgen in einer offiziellen Mitteilung.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen
Magazin – „Mit mehr Traurigkeit, als Worte ausdrücken können, müssen wir mitteilen, dass unser geliebter Ozzy Osbourne heute Morgen verstorben ist. Er war bei seiner Familie und von Liebe umgeben“, heißt es in der Erklärung. Die Familie bittet um Privatsphäre in dieser schweren Zeit.
Mit Ozzy Osbourne verliert die Welt nicht nur eine Musiklegende, sondern eine Kultfigur, deren Einfluss weit über den Heavy Metal hinausreichte. Noch vor wenigen Wochen stand Osbourne bei einem letzten, bewegenden Abschiedskonzert in seiner Heimatstadt Birmingham auf der Bühne – gemeinsam mit seinen einstigen Bandkollegen Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward. Es war das erste Konzert in Originalbesetzung seit zwei Jahrzehnten – und nun sein letzter großer Auftritt.
John Michael „Ozzy“ Osbourne wurde am 3. Dezember 1948 in einfachen Verhältnissen im Arbeiterstadtteil Aston in Birmingham geboren. Als viertes von sechs Kindern wuchs er in einem kleinen Reihenhaus auf. Früh zeigte sich eine starke Affinität zur Musik, während die Schule – unter anderem wegen einer Lese- und Rechtschreibschwäche – zur Nebensache wurde.
Nach einigen Gelegenheitsjobs und einem kurzen Gefängnisaufenthalt wegen Diebstahls fand Osbourne schließlich über eine Zeitungsanzeige seinen Weg in die Musikszene – und wurde zur Stimme von Black Sabbath, einer Band, die den Sound des Heavy Metal für immer prägen sollte.
1969 benannte sich die Band in „Black Sabbath“ um – ein düsterer, harter Klang mit Texten über Okkultismus, Krieg und soziale Missstände brachte ihnen schnell einen legendären Ruf ein. Osbournes unverwechselbare Stimme, seine theatralischen Bühnenauftritte und sein exzentrischer Lebensstil machten ihn zur Galionsfigur des Genres. Alben wie Paranoid oder Master of Reality gelten bis heute als Meilensteine.
1979 verließ Osbourne Black Sabbath, offiziell wegen „künstlerischer Differenzen“ – inoffiziell aufgrund eskalierender Alkohol- und Drogenexzesse. Es folgte eine düstere Phase, ehe seine spätere Ehefrau Sharon Osbourne ihn auffing und ihn dazu drängte, eine Solokarriere zu beginnen. Mit Blizzard of Ozz (1980) gelang ihm ein spektakuläres Comeback. Songs wie Crazy Train und Mr. Crowley avancierten zu Klassikern, sein Status als „Prince of Darkness“ war endgültig zementiert.
Neben der Musik blieb Osbourne auch anderweitig im Rampenlicht. 1996 gründete er gemeinsam mit Sharon das legendäre Ozzfest – ein Festival, das unzähligen Metalbands zur Bühne verhalf. Anfang der 2000er wurde Osbourne durch die MTV-Reality-Serie The Osbournes auch außerhalb der Rockszene bekannt. Die chaotische, oft komische Familiendynamik machte ihn zum Liebling einer ganz neuen Generation.
In den letzten Jahren war es ruhiger um Osbourne geworden. Eine Parkinson-Diagnose 2020 sowie mehrere gesundheitliche Rückschläge zwangen ihn immer wieder zu Konzertabsagen. Doch der Wille zur Bühne blieb – bis zum letzten Auftritt in Birmingham im Sommer 2025. Ein Abschied, der nun zur letzten Verneigung wurde.
Ein Erbe, das bleibt
Ozzy Osbourne war mehr als ein Musiker. Er war ein kulturelles Phänomen, das sich jeder Schublade entzog: laut, wild, verletzlich, kreativ, kompromisslos. Er hat Generationen von Künstlern beeinflusst – von Metal bis Hip-Hop – und sich trotz aller Exzesse immer wieder neu erfunden. Seine Musik, seine Energie und seine Persönlichkeit werden unvergessen bleiben.
Die Welt verliert einen der größten Rockstars ihrer Geschichte. Der „Godfather of Metal“ hat die Bühne verlassen – aber sein Echo wird weiterhallen.
Ruhe in Frieden, Ozzy. (dt)





