Sie ist seit einigen Jahren immer wieder der tierische „Star“ in den Medien: die Nosferatu-Spinne. Bundesweit werden Sichtungen gemeldet, darunter auch gerade erst im Kreis Viersen. Doch macht sie keine Jagd auf Menschen und ist genauso scheu wie ihre Artgenossen – von denen nicht wenige ebenso giftig sind.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen
Region – Angst vor Spinnen ist weit verbreitet. Aktuell machen wieder zahlreiche Meldungen zur Nosferatu-Spinne oder besser gesagt zur Zoropsis spinimana die Runde. Diese Spinnenart lebte bis vor drei Jahrzehnten ausschließlich im Mittelmeerraum und ist dann wahrscheinlich als blinder Passagier den Weg bereits 2005 nach Deutschland gefunden. Erstmals wurde ihre Art in Freiburg nachgewiesen und mittlerweile melden sich regelmäßig Finder, die sich beispielsweise an den NABU mit einem Foto wenden, wodurch ein genaueres Bild über die aktuelle Verbreitung des Neubürgers möglich wird.
Dass sie immer wieder so viel Aufmerksamkeit erhält, dass liegt vor allen Dingen an ihrer Größe, dem besonderen Spitznamen und natürlich an ihrem Biss. Tatsächlich sind allerdings fast alle Spinnen giftig und setzen ihr Gift ein, wenn sie auf die Jagd gehen. Nur wenige ihrer Artgenossen schaffen dabei jedoch durch die menschliche Haut zu beißen. Alleine ist der neue, achtbeinige Mitbewohner mit dieser Eigenschaft allerdings nicht. Bekannt waren in Deutschland die Kreuzspinne, die Wasserspinne und der Ammendornfinger – und nun auch die Nosferatu-Spinne.
Ganz wichtig ist dabei zu wissen, dass das Gift der Zoropsis spinimana für Menschen nicht gefährlich ist, auch wenn der Biss schmerzhaft ist und mit einem leichten Wespenstich verglichen werden kann, erklärt der NABU. Ein weiterer Pluspunkt ist dabei: Eigentlich will der Achtbeiner gar nicht zubeißen und wird erst dann angreifen, wenn er gereizt wird. Gut, Angst kann man trotzdem vor dem Angehörigen der Kräuseljagdspinnen bekommen, denn er kann bis zu zwei Zentimeter groß werden, mit den Beinspannweiten schafft er sogar mühelos bis zu sechs Zentimeter – die Weibchen können sogar noch etwas größer werden. Damit ist die Nosferatu-Spinne dennoch kleiner als die bei uns weit verbreitete Großen Winkelspinne, die tatsächlich stolze zehn Zentimeter erreicht.
Da es die Nosferatu-Spinne warm mag, wird sie häufiger in Innenräumen, Kellern und Garagen gesichtet. Sie läuft dort durchaus schon einmal senkrecht die Glasscheiben hoch – eine Besonderheit der speziellen Hafthaare an ihren Beinen. Dafür fällt sie nicht mit Netzen auf, denn sie verfolgt ihre Beute lieber. Wenn sie dann doch einmal anfängt Fäden zu spinnen, dann für ihre Eier in einem Kokon in einem Gespinst, welches sie aufmerksam bewacht. Ein Jäger eben wie ein Vampir, denn mit Fantasie lässt sich die Zeichnung auf ihrem Rücken als Vampirkopf interpretieren, weshalb sie ihren gruseligen Spitznamen erhalten hat.
Wer eine dieser Spinnen sichtet, der sie beim NABU auf der Webseite NABU-Naturgucker melden. (dt)




