Weberbrunnen – Mit Schirmmütze, Holzschuhen und Stoffspule

In der Süchtelner Fußgängerzone sitzt seit viele Jahrzehnten Weber Heinrich Lennackers. Nicht er selbst und dennoch wirkt das steinerne Denkmal des Weberbrunnens, als ob die Figur jeden Moment von ihrem Sockel steigen könnte.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Viersen-Süchteln/Sehenswürdigkeit Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab der Textilunternehmer C. Adolph Rossié bei dem Berliner Bildhauer H. Damann den Weberbrunnen in Auftrag, der noch heute gegenüber der Kirche St. Clemens an die Zeit der Handweberei erinnert und längst zum Wahrzeichen des grünen Stadtteils geworden ist. Ein nicht einfacher Auftrag, wie der Bildhauer bald feststellen musste, denn es dauerte seine Zeit, bis sein auserkorenes Modell, der Weber Heinrich Lennackers, dazu bereit war als Vorlage für das heutige Denkmal zu dienen.
20 Mark und das Versprechen, das Denkmal erst nach seinem Tod aufzustellen, brachten den Künstler ans Ziel, der um 1911 mit seiner Arbeit begann. Bis zur Aufstellung dauerte es allerdings noch bis zum Jahr 1928, obwohl der Weber bereits 1922 verstorben war.

Aus Tuffstein wurde die große Statue erschaffen, die mitten auf einer mehrfach abgestuften Brunnenschale und auf einem steinernen Sockel sitzt. Bogenförmig fasst den Sockel eine Girlande aus Tuffstein ein.
Weber Heinrich Lennackers wurde mit seiner typischen Arbeitskleidung dargestellt: Einem blauen Kittel mit Halstuch, einer schwarzen Schirmmütze, einer dunklen Hose mit einem knappen Schurz aus blauem Leinen und Holzschuhen. Die Bobine, die Garnspule fest in seiner Hand, repräsentiert der Brunnen ein Handwerk, welches in Süchteln einen großen Teil des Handwerks einnahm während der Blütezeit der niederrheinischen Textilfertigung, als aus Flachsfäden Leinwand, aus Seide Samt und aus Baumwolle Kattun entstand. (ea)

Foto: Rheinischer Spiegel

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