Weniger Teilnehmer bei Fridays-for-Future-Demonstrationen

Am vergangenen Freitag zeigte sich bundesweit das gleiche Bild, nur ein Bruchteil der erhofften Teilnehmerzahlen wurden bei den Fridays-for-Future-Demonstrationen erreicht. In Viersen fand am Nachmittag ein Demo-Zug statt, auch hier war die Teilnehmerzahl deutlich geschrumpft.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Seit mittlerweile 16 Wochen wird in deutschen Städten jeden Freitag für das Klima demonstriert. Ende März war dann die Welle der Demonstrationen für das Klima auch in Viersen angekommen. Bei der Friday-for-Future-Demonstration vor zwei Wochen fanden noch über zweihundert Teilnehmer den Weg zum Sparkassenvorplatz. Bei der nächsten Auflage am vergangenen Freitag fand weniger als die Hälfte mit rund sechzig Teilnehmern zusammen.

Auf dem Gereonsplatz startend hatte sich ebenfalls die Anfangszeit der Klima-Schüler-Demonstration geändert, die am Freitag erst um 15 Uhr und damit nach Schulschluss am letzten Schultag vor den Ferien startete. Mit Plakaten und Banner führte der Weg über den Sparkassenvorplatz bis hin zum Rathausmarkt, wo noch am Tag danach Kreideschriften auf dem Boden an das Zusammenkommen erinnerten. Wichtige Aufrufe, darunter „Es gibt kein Recht für Kohlebagger“ oder „Historie der Biene und Historie des Wassers wollen wir nicht erleben“ fanden allerdings wesentlich weniger Aufmerksamkeit als noch vor zwei Wochen, womit Viersen nicht alleine war.

Während noch Mitte März geschätzt rund 300.000 Menschen in Deutschland auf die Straße gingen für eine bessere Klimapolitik, waren für diesen Freitag nur noch rund 90 Demonstrationen angemeldet zu denen 35.000 Menschen fanden. In fast allen Städten zeichnete sich ein ähnliches Bild. Ganz vorne in der Bundeshauptstadt Berlin, wo 20.000 Demonstranten Ende März mit der 16-jährigen Klimaaktivistin Greta Thunberg auf die Straße fanden, in der vergangenen Woche waren es nur noch geschätzte 1.500 Menschen und auch in NRW nahmen nur noch rund 2.200 Schüler teil, in einigen großen Städten, darunter Aachen, wurden gar keine Demonstrationen mehr angemeldet.

Dabei hatte Norbert Dohmen (Grüne) in seiner Haushaltsrede am vergangenen Dienstag noch seine Freude zum Ausdruck gebracht das die Demonstrationen inzwischen in Viersen angekommen sind. „Ich finde es klasse, dass hier eine große Bewegung entstanden ist, in der junge Menschen für ihre Zukunft eintreten“, so Dohmen. „Wer allerdings verlangt, die Jugendlichen sollten doch bitteschön in der Freizeit demonstrieren, hat Greta Thunberg nicht verstanden. Gerade durch zivilen Ungehorsam, durch Regelverstöße bekommt die Bewegung ihre Kraft und Aufmerksamkeit. Ich wette mit Ihnen, dass wir von dieser Bewegung noch lange hören werden.“

Dementgegen stehen die aktuellen Teilnehmerzahlen und mit ihnen wachsen die Zweifel der Deutschen, dass die Demonstrationen etwas verändern können. Das ZDF-Politbarometer zeigt hierzu mittlerweile an, dass sich 61 Prozent der Teilnehmer dieser Meinung anschließen und die Rufe nach „Nicht reden, sondern machen“ werden lauter. (dt)

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