Wenn Samba auf Schach trifft – die Viersener Note verwandelte die Innenstadt in eine Bühne voller Lebensfreude

Es begann mit einem Klang: Ein Trommelschlag hallte durch die Fußgängerzone, mischte sich mit dem Duft frisch gebackener Waffeln, während Kinderlachen vom historischen Karussel herüberschwappte. Ein Bild, wie man es immer dann erlebt – wenn die Viersener Note ihre Tore öffnet und die Innenstadt in ein farbenfrohes Fest verwandelt. Am Sonntag war es wieder soweit, und die Besucherinnen und Besucher ließen sich von Musik, Tanz und kulinarischen Genüssen verzaubern.
Von RS-Redakteurin Sabrina Köhler

Viersen – Schon am Vormittag reihte sich Stand an Stand, und wer durch die Straßen zwischen Sparkasse und Remigiusplatz schlenderte, kam nicht nur zum Schauen, sondern auch ins Gespräch. Ob ein Glas Sekt beim Heimatshoppen, eine süße Leckerei für die Kinder oder die spontane Begegnung mit den „Living Characters“, die als wandelnde Figuren für staunende Gesichter sorgten – überall pulsierte das Leben. „Das ist genau das, was wir brauchen – ein Miteinander, das Freude schenkt“, sagte eine Besucherin mit Einkaufstaschen in der Hand.

Foto: Rheinischer Spiegel

Das musikalische Herz schlug kräftig: Auf der NEW-Bühne sorgte die Band Weekend für rockige Klänge, die bis in den späten Nachmittag hinein den Platz erfüllten. Am anderen Ende der Innenstadt führte eine weitere Bühne vor, wie vielfältig Viersen klingt und aussieht. Unter der Moderation von Daniel Gartz zeigten Vereine, Schulen und Kulturgruppen ihre Leidenschaft. Die Dülkener Big Band des Albertus-Magnus-Gymnasiums ließ Popklassiker erklingen, während Andrea Prante und Tobias Janssen als Live-Musik-Duo das Publikum mitrissen.

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Die Interkulturelle Woche fand in der Innenstadt einen besonders lebendigen Ausdruck. Tamilische Tänze trafen auf afrikanische Modenschau und den Verein Sonnenschein e. V., die Tanzgruppe „7 steps’n’dance“ teilte sich die Bühne mit der Tanzgarde Alt-Viersen 2020, der KG De Brook Müerkes oder der De Üüle. „Wir möchten zeigen, dass Vielfalt mehr ist als ein Wort – sie ist gelebter Alltag“, betonte eine Tänzerin.

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Für Kinder war der Tag ein Abenteuer: Von Hüpfburg über Karussell und Puppentheater ‚Honk und Hanna und die Seifenblasen‘ bis hin zum Freiluft-Schach der Schachabteilung Blau-Weiß-Concordia Viersen wurde alles geboten. Während die Kleinsten sich im Spielen verloren, genossen die Erwachsenen das breite gastronomische Angebot – von herzhaften Spezialitäten bis zu süßen Naschereien.

Als die Sonne langsam den Nachmittag einläutete, wurde die Innenstadt noch einmal von Musik erfüllt: Line Dance-Schritte reihten sich neben Samba-Rhythmen, traditionelle Vereinsauftritte neben modernen Interpretationen. Und mitten durch das Publikum spazierten wieder die „Living Characters“ aus dem Ruhrgebiet – winkend, lachend, fotografiert von unzähligen Smartphones. (sk)

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