„Wir brauchen verlässliche Spielregeln“

Der jetzt vom Bundeskabinett beschlossene Entwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes wird vom SHK-Handwerk in der Region positiv bewertet. Wichtig sei nun vor allem eines, sagen die Chefs der SHK-Innungen: Verlässlichkeit.

Niederrhein – Mit dem neuen Gesetz richte die Bundesregierung die Wärmewende bei Gebäuden neu aus, meinen die Obermeister Daniel Küppers (Krefeld), Michael Smeets (Kreis Viersen) und Thomas Hanna (Rhein-Kreis Neuss) in einer gemeinsamen Pressemitteilung. So fällt nun die im sogenannten „Heizungsgesetz“ der früheren Ampelkoalition enthaltene Vorgabe weg, wonach neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Der Einbau neuer Gas- und Ölheizungen bleibt damit zulässig. Wer weiterhin mit Gas, Heizöl oder Flüssiggas heizen möchte, muss laut Gesetzentwurf ab 2029 einen bestimmten Bioanteil beimischen, der schrittweise ansteigt.

Das neue Gesetz könne zu mehr Technologieoffenheit und weniger Bürokratie beitragen, so die drei Innungs-Chefs: „Nun benötigen wir schnell praxistaugliche Regelungen, die Investitionssicherheit für Betriebe und Eigentümer schaffen.“ Dazu gehöre auch, dass eine Förderung von Investitionen stabil und verlässlich sei. Ohnehin ist Verlässlichkeit aus Sicht des Handwerks ein zentraler Punkt: „Wer befürchtet, dass die politischen Rahmenbedingungen in wenigen Jahren wieder anders sind, investiert nicht“, sagt Thomas Gütgens, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein. Diese Zurückhaltung belaste nicht nur die Betriebe, sondern diene auch nicht dem Klimaschutz

Die Fachbetriebe des Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerks in der Region könnten Haus- und Wohnungseigentümer qualifiziert beraten, welche Heiztechnik für ein konkretes Objekt möglich und sinnvoll sei, betonen die Obermeister: „Wir haben das Know-how und die technischen Lösungen. Jetzt braucht es schnell Ruhe im Markt, und die erreichen wir durch klare und dauerhaft gültige politische Spielregeln. Dann können wir die Wärmewende umsetzen“, sagen Smeets, Küppers und Hanna.

Das Gebäudemodernisierungsgesetz soll bis zur Sommerpause Mitte Juli vom Bundestag beschlossen werden. (opm)

Verlässliche Spielregeln im Heizungskeller wünscht sich das SHK-Handwerk in der Region von der Politik. Foto: amh-online.de