Mit großer Anteilnahme nahmen Kolleginnen und Kollegen, Freunde und Weggefährten Abschied von Wolfgang Esser – einem Mann, der über Jahrzehnte hinweg mit Herz, Haltung und unermüdlichem Einsatz das soziale Miteinander in Viersen mitgestaltet hat. Die Gedenkfeier im Rahser-Treff machte deutlich, wie sehr er fehlen wird.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz und Rita Stertz
Viersen – In würdigem Rahmen fand am gestrigen Freitag eine bewegende Gedenkfeier für Wolfgang Esser statt, den kürzlich verstorbenen Gründer und langjährigen Geschäftsführer der ASB/Gemeinsam gGmbH. Rund 60 geladene Gäste – darunter zahlreiche Wegbegleiter, Mitarbeitende, Vertreter der Stadt Viersen sowie befreundeter Institutionen – kamen im Rahser-Treff in der Dechant-Stroux-Straße zusammen, um einem außergewöhnlichen Menschen die letzte Ehre zu erweisen.

Wolfgang Esser hatte über Jahrzehnte hinweg nicht nur die Geschicke der ASB/Gemeinsam gGmbH maßgeblich geprägt, sondern war auch in zahlreichen weiteren Funktionen für das Gemeinwohl aktiv – etwa als Vorstand des Vereins Gemeinsam e. V., als Mitglied des Aufsichtsrats der ASB/Gemeinsam gGmbH und in der Kontrollkommission des ASB Regionalverbandes Niederrhein.
In ihren Redebeiträgen erinnerten Weggefährten wie Kim-Holger Kreft (AKH Viersen) und Albert Becker (VAB) an die außergewöhnliche Persönlichkeit und das unermüdliche Engagement von Wolfgang Esser. Auch Maik Hell, Geschäftsführer des ASB Regionalverband Niederrhein, würdigte in einer sehr persönlichen Rede das Lebenswerk des Verstorbenen: „Wolfgang hat sich zeitlebens dem Dienst am Menschen verschrieben. In seiner Rolle als Geschäftsführer einer gemeinnützigen GmbH, die sich der ambulanten Pflege widmete, war ihm eines immer klar: Im Mittelpunkt stehen die Menschen – die, die gepflegt werden, ebenso wie die, die pflegen und sich engagieren, um den Menschen nah zu sein.“
In seiner aktiven Zeit entwickelte sich die ASB/Gemeinsam gGmbH unter Essers Leitung zu einem verlässlichen und menschlich geprägten Träger der ambulanten Pflege. Dabei verlor er nie das Wohl der Menschen aus dem Blick – weder das der Pflegebedürftigen noch das der Mitarbeitenden. „Wachstum war für ihn nicht nur in Zahlen messbar. Es war das Wachstum an Vertrauen, an Qualität, an Miteinander. Wolfgang verstand es, unternehmerische Weitsicht mit sozialer Verantwortung zu verbinden eine seltene, aber ungemein wertvolle Fähigkeit. In einer Welt, die sich oft mehr um Effizienz als um Empathie dreht, war Wolfgang ein Leuchtturm der Menschlichkeit. In seiner Arbeit für die ambulante Pflege hat er gezeigt, dass wirtschaftliches Handeln und soziale Verantwortung keine Gegensätze sein müssen. Ganz im Gegenteil: Für ihn war wirtschaftlicher Erfolg nur dann wertvoll, wenn er den Menschen diente“, so Hell weiter. „Was Wolfgang besonders auszeichnete, war sein feines Gespür für Menschen. Er hörte zu. Er nahm Sorgen ernst. Und er hatte die Fähigkeit, auch in schwierigen Situationen Ruhe auszustrahlen. Wer mit ihm zusammenarbeitete, wusste: Hier ist jemand, der nicht nur denkt, sondern fühlt. Der entscheidet, aber nicht über Köpfe hinweg.“
Die Gedenkfeier war geprägt von persönlichen Erinnerungen, Anekdoten und stillen Momenten des Abschieds. Viele erinnerten sich an Essers Humor, seine Bodenständigkeit und seine Leidenschaft für Borussia Mönchengladbach – eine Fußballliebe, die ebenso unverrückbar zu ihm gehörte wie sein Engagement für soziale Gerechtigkeit. Wolfgang Esser wird als Mensch in Erinnerung bleiben, der nie im Mittelpunkt stehen wollte, aber für viele ein Mittelpunkt war – ein Leuchtturm der Menschlichkeit in einer oft hektischen Welt. Sein Vermächtnis bleibt: gelebte Solidarität, praktischer Humanismus und die tiefe Überzeugung, dass der Mensch immer im Mittelpunkt stehen sollte. Die ASB/Gemeinsam gGmbH und der ASB Regionalverband Niederrhein werden dieses Erbe in seinem Sinne weitertragen. (cs)





