Am gestrigen Samstag ging es in Soetele wieder närrisch jeck zu, als alles im Zeichen von Karneval, Gemeinschaft und geschälten Möhren stand. In der Bürgerklause griffen erneut die Nachwuchstollitäten der Vier-Stadt zum Schälmesser und so wurde nicht nur fleißig geschält, sondern ebenfalls gespendet – ganz im Sinne des rheinischen Frohsinns.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und Martin Häming
Soetele – Am frühen Nachmittag herrschte reges Treiben in der Süchtelner Bürgerklause, schließlich trafen sich hier die Nachwuchstollitäten aller vier Stadtteile und auch das große Süchtelner Dreigestirn ließ es sich nicht nehmen dabei zu sein. Bevor es an die eigentliche Arbeit ging, sorgten Wolfgang Genenger, Wolfgang Puller und Hubert Oistrez dafür, dass die Gäste bestens vorbereitet waren. Mit herzhaften und liebevoll zubereiteten Speisen wurde eine solide Grundlage geschaffen, denn echtes Möhrenschälen verlangt bekanntlich Ausdauer, Konzentration und vor allem gute Laune. Niemand sollte hungrig zum Messer greifen, und so entwickelte sich bereits beim Auftakt eine ausgelassene, karnevalistische Atmosphäre, die das Event tragen sollte.

Im Mittelpunkt des Geschehens standen anschließend die Möhren selbst – frisch, zahlreich und bereit für den großen närrischen Einsatz. Kinderprinz Jonas II. und Kinderprinzessin Hannah II. zeigten eindrucksvoll, dass royale Würde und handfeste Arbeit sich keineswegs ausschließen. Mit flinken Händen, breitem Lächeln und sichtlichem Spaß am Geschehen mischte sich das 57. Kinderprinzenpaar der KG De Brook Muerkes unter die anderen kleinen und großen Jecken und bewies, dass auch die jüngsten Tollitäten den karnevalistischen Einsatz für den guten Zweck ernst nehmen.

Unterstützt wurden sie von weiterer hochkarätiger närrischer Prominenz. Das Kinderprinzenpaar aus Dülken und Viersen, das Boisheimer Kinder-Dreigestirn sowie das große Süchtelner Dreigestirn reihten sich ein und griffen ebenfalls entschlossen zu Messer und Möhre. Dabei ging es neben Geschwindigkeit auch um Gemeinschaft, Lachen und das gemeinsame Ziel. Und so entwickelte sich ganz nebenbei ein freundschaftlicher Wettstreit, begleitet von Applaus, Zurufen und immer wieder neuen Lachsalven aus allen Ecken der Bürgerklause.
Am Ende des fröhlichen Schälens lag ein ordentliches Ergebnis vor: 349 Möhren waren gemeinsam verarbeitet worden. Jede einzelne stand sinnbildlich für den Einsatz der Beteiligten, für gelebtes Brauchtum und für den karnevalistischen Gedanken, mit Freude etwas Gutes zu bewirken. Doch nicht nur die Anzahl der Möhren konnte sich sehen lassen, auch der finanzielle Ertrag des Nachmittags sorgte für zufriedene Gesichter.

Durch zahlreiche Einzelspenden kam ein Gesamtbetrag von 1.333,33 Euro zusammen. Auch das Süchtelner Dreigestirn beteiligte sich und steuerte 111,11 Euro bei. Von der Gesamtsumme fließen 400 Euro direkt in die Vereinsarbeit der KG De Brook Müerkes, um zukünftige närrische Aktionen und den Erhalt des karnevalistischen Brauchtums zu sichern. Der restliche Teil der Spenden ist für die Unterstützung verschiedener Kindergärten bestimmt. Ein kräftiges „dreemoal Soetelsche Muure-Soat“ hallte durch den Raum und galt allen Helferinnen und Helfern, den Spendern, den Prinzenpaaren und den Organisatoren, die diesen Tag möglich gemacht hatten. (nb)





