Petition fordert Rückkehr der Ampelanlage an Viersener Remigiusstraße

Seit dem 15. Januar 2026 ist an der Kreuzung Petersstraße/Remigiusstraße nichts mehr, wie es viele Verkehrsteilnehmer über Jahre kannten: Die Ampelanlage wurde abgebaut. Was eine verkehrsrechtliche Umstellung ist, empfinden Anwohner und betroffene Bürger als ernsthafte Gefährdung – insbesondere für Kinder. Eine Petition fordert nun eindringlich die Rückkehr der Ampeln.
Von RS-Redakteurin Sabrina Köhler

Viersen – Die Lichtsignalanlage, eher bekannt als Ampel, an der Kreuzung Remigiusstraße/Petersstraße wurde am Donnerstag, 15. Januar, zunächst teilweise entfernt. Zuerst verschwanden die sogenannten Signalgeber, also die Leuchten, die Ampelmasten sollen zu einem späteren Zeitpunkt abgebaut werden. Zeitgleich passte die Stadt die Fahrbahnmarkierungen an. Künftig wird der Verkehr an der Kreuzung ausschließlich durch Verkehrszeichen geregelt – genau so, wie es bislang bei einem Ampelausfall der Fall war.

Konkret bedeutet das: Vorfahrt hat nun der Verkehr auf der Remigiusstraße. Für Fahrzeuge auf der Petersstraße gilt in beide Richtungen „Vorfahrt achten“. Radfahrer, die erlaubterweise entgegen der Einbahnstraße aus Richtung Festhalle kommen, dürfen ausschließlich nach rechts in Richtung Innenstadt abbiegen.

Zusätzlich wurden neue Geschwindigkeitsregelungen eingeführt. Auf der Petersstraße gilt künftig Tempo 40 zwischen Willy-Brandt-Ring und Remigiusstraße. Dieselbe Höchstgeschwindigkeit wurde für die Löhstraße, die Remigiusstraße ab dem Löhcenter sowie für die Gartenstraße ab der Petersstraße festgelegt. Lediglich auf dem Abschnitt der Petersstraße zwischen Remigiusstraße und Gartenstraße wurde die Geschwindigkeit auf Tempo 30 reduziert.

Doch trotz dieser Maßnahmen wächst bei Anwohnern und betroffenen Bürgern die Sorge. „Dies stellt eine Verkehrsgefährdung dar“, heißt es in der Petition, die sich an die Stadt Viersen richtet. Besonders Eltern schlagen Alarm. Viele Schulkinder müssen die Kreuzung jeden Morgen und Mittag überqueren – gerade in den Wintermonaten oft bei Dunkelheit. Kinder könnten Geschwindigkeiten von Autos oder Bussen in diesem Alter noch nicht zuverlässig einschätzen, argumentieren die Initiatoren.

Die Petition stellt dabei unbequeme, aber eindringliche Fragen: „Muss denn erst etwas passieren? Muss es zu einem Schaden kommen?“ Für die Unterzeichner steht fest: Die aktuelle Situation dürfe nicht hingenommen werden. Die Kreuzung sei unübersichtlich, der Verkehr trotz neuer Tempolimits dicht, und die Verantwortung werde einseitig auf die schwächsten Verkehrsteilnehmer verlagert. Mit klaren Worten fordern die Bürgerinnen und Bürger deshalb: „Wir wollen die Ampeln zurück!“ Eine Unterzeichnung der Petition ist unter dem Link  https://www.petitionen.com/ampelanlage_petersstrasse_remigiusstrasse möglich.“

Doch warum wurde die Ampel eigentlich abgebaut?

„Am Knotenpunkt Petersstraße/Remigiusstraße ist die Einbahnstraße der Remigiusstraße in Richtung Süden für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben. Diese Fahrbeziehung für Radfahrende war in der Ampelanlage nicht berücksichtigt: Für Menschen, die mit dem Rad aus südlicher Richtung die Remigiusstraße befuhren, gab es keine eigene Ampel. Radfahrende mussten daher vor der Kreuzung absteigen und ihr Rad um die Ecke in die östliche Lindenstraße schieben (die Straßenabschnitt Lindenstraße westlich der Kreuzung und Remigiusstraße nördlich der Kreuzung sind nicht für den Radverkehr entgegen der Fahrtrichtung freigegeben). Die nicht vorhandene Ampel für Radfahrende stellte eine potenziell gefährliche Situation für den Radverkehr dar.

Die Thematik wurde in der AG Verkehr 258 am 21. November 2024 beraten. Dort wurde beschlossen, dass der FB 60/II die Prüfung und Überplanung des Knotenbereiches vornimmt. Im Auftrag der Stadt überprüfte ein externes Ingenieurbüro die Kreuzungssituation. Als Ergebnis der dabei entwickelten Machbarkeitsstudie blieben zwei mögliche Varianten, um den Missstand zu beseitigen:

1. Anpassung der vorhandenen Lichtsignalanlage durch Einbindung des Radverkehrs aus der Einbahnstraße Remigiusstraße (südlicher Abschnitt) in das Signalprogramm

2. Knotenpunkt ohne Lichtsignalanlage unter Beibehaltung der vorhandenen Beschilderung

Beide Varianten wurden in Sachen Verkehrssicherheit als geeignet bewertet. Am Ende erhielt Variante 2 den Vorzug. Sie verursacht die geringsten Investitionskosten, auch weil ein Großteil der Infrastruktur bereits vorhanden ist. Der Kostenaufwand von etwa 3.300 Euro ist bedeutend niedriger als der für Variante 1 (circa 16.200 Euro, zuzüglich jährlicher Folgekosten). Bezogen auf die Verkehrssicherheit wurde die Variante 2 gegenüber der lichtsignalgeregelten Variante 1 etwas schlechter eingestuft: Der Variante 1 wurde eine sehr gute Verkehrssicherheit bescheinigt, der Variante 2 eine gute Verkehrssicherheit. Durch die vorhandene Beschilderung am Knotenpunkt und im Vorfeld des Knotenpunktes ist eine eindeutige und verständliche Verkehrsführung gegeben. Im Sinne der Sparsamkeit wurde in der Sitzung der AG Verkehr am 9. September 2025 daher die 2. Variante vorgeschlagen. Am 6. November 2025 hat die Straßenverkehrsbehörde die Umgestaltung des Knotenpunkt Remigiusstraße/Petersstraße angeordnet.

Nach Rückmeldungen aus der Bevölkerung hat die Stadt am gestrigen Montag, 19. Januar 2026, ein Hinweisschild zur geänderten Verkehrsführung aufgestellt. (sk)

Foto: Rheinischer Spiegel