Archivale: Die „Gesellschaft Stumpfsinn“ – Ein humorvolles Kapitel Dülkener Karnevalsgeschichte

In der langen und farbenfrohen Tradition der Dülkener Karnevalsvereine stößt man hin und wieder auf besonders originelle Kapitel – so auch im Fall der im Jahr 1896 gegründeten „Gesellschaft Stumpfsinn“. Der Name allein lässt schmunzeln, und auch die Aufnahmebedingungen zeugen von dem augenzwinkernden Geist, der die Gesellschaft einst durchwehte.

Dölke – Ein überlieferter Auszug aus den damaligen Statuten verrät, dass potenzielle Mitglieder eine „stumpfsinnig humoristische Arbeit“ einreichen mussten, um in die Reihen der Gesellschaft aufgenommen zu werden. Was genau unter dieser besonderen Art von Humor zu verstehen war, lässt der historische Text offen – sicher ist jedoch: Es ging weniger um Tiefgang als vielmehr um närrische Albernheit und kreative Komik.

Viel mehr ist über die „Gesellschaft Stumpfsinn“ heute leider nicht bekannt. Weder Namen von Gründungsmitgliedern noch Hinweise auf konkrete Veranstaltungen oder Beiträge zum Dülkener Karnevalsgeschehen wurden bisher bekannt. Doch allein der überlieferte Auszug lässt erkennen, dass die Gesellschaft ein echter Ausdruck des Dülkener Narrenwesens war – frei nach dem Motto: Wer lacht, lebt besser.

Die Entdeckung dieses kuriosen Fragments erinnert uns daran, wie lebendig und einfallsreich die lokale Karnevalskultur seit jeher war – und wie viel davon es noch zu entdecken gibt. (dt)

Foto: KAV, I 4, Nr. 209; Archiv Kreis Viersen
Foto: KAV, I 4, Nr. 209; Archiv Kreis Viersen