Seit einigen Jahren nun schon ist das Wegekreuz an der Ecke Omperter Weg/Gladbacher Straße mehr als nur ein Ehrenmal aus der Nachkriegszeit.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman
Viersen – Was 1954 als Gedenkort für gefallene Soldaten errichtet wurde, hat im Februar 2022 eine neue, bedrückend aktuelle Dimension erhalten: Mit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine wurde das Kreuz zu einem lebendigen Mahnmal – und ist es bis heute geblieben.
In bürgerschaftlichem Engagement wurde das Kreuz seitdem regelmäßig neu gestaltet. Immer wieder veränderte es sein Bild, reagierte auf aktuelle Entwicklungen, griff einzelne Schicksale auf. Dabei ging es nie um große Gesten, sondern um stilles, eindringliches Erinnern. Die Namen zerstörter Städte wie Butscha, Mariupol oder Kramatorsk prägten bereits früh die Gestaltung. Aktuell steht die Erinnerung an neun Kinder im Mittelpunkt, die auf einem Spielplatz von einer russischen Bombe getötet wurden.
Dieser kontinuierliche Wandel macht das Mahnmal besonders: Es ist kein abgeschlossenes Denkmal, sondern ein Zeichen, das mit der Zeit geht – und sich doch seiner zentralen Botschaft verpflichtet weiß. Das Kreuz steht für das Gedenken an die Opfer, für das Gebet um Frieden und für ein wachgehaltenes Bewusstsein in einer Zeit, in der Krieg und Leid nicht nur historische Ereignisse sind.
Der Krieg in der Ukraine dauert unvermindert an. Was einst als kurzer Militäreinsatz propagiert wurde, hat sich zu einem langwierigen, brutalen Konflikt entwickelt. Millionen Menschen waren und sind auf der Flucht, unzählige wurden verletzt oder getötet. Auch in Viersen ist die Solidarität mit der Ukraine seit Beginn groß – sei es durch Hilfsaktionen, Unterkünfte oder Spenden. Das Kreuz am Ompert ist Teil dieser gelebten Solidarität – sichtbar, aber unaufdringlich. Heute, lanze Zeit nach Kriegsbeginn, hat das Mahnmal nichts von seiner Aktualität verloren. Im Gegenteil: In einer Welt, in der Schlagzeilen schnell verblassen, bietet es einen festen Ort der Erinnerung – und der Hoffnung. (ea)






1919/20
Versailles – Saint-Germain
Neuilly-sur-Seine
Trianon – Sèvres
1943/1945
Teheran – Jalta – Potsdam
2022
Ukraine
Nichts dazugelernt!
Über 100 Jahre
Flucht und Vertreibung in Europa!
Der Friede ist das Meisterwerk der Vernunft.
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