Die Dü-Ka-Ge feierte den närrischen Re-Start mit ihrer fünften Seniorensitzung

Im Dülkener Bürgerhaus begann die Hochsaison der närrischen Session in der Narrenstadt Dülken mit einer Seniorensitzung. Eingeladen hatte die Dülkener Karnevalsgesellschaft 1948 e. V.‎ zu ihrer beliebten Seniorensitzung nach immerhin zwei Jahren Pause und die Gäste aus nah und fern waren gerne dem Ruf gefolgt.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und Leo Dillikrath

Dölke – Spätestens mit ihrer vierten Seniorensitzung gehörte vor der Pandemie die Veranstaltung der Dülkener Karnevalsgesellschaft 1948 e. V. zur guten Tradition und die Gäste kamen gerne. Doch dann sorgte der allseits bekannte Virus für einen langen, närrischen Stillstand. Nun endlich konnte am Freitag die Dü-Ka-Ge die beliebte Veranstaltung wieder aufleben lassen und bewies, dass auch die fünfte Auflage mit ihrem ganz eigenen Charme punkten konnte. Gezogen war die Gesellschaft vom Clara-Schumann-Gymnasium zum Dülkener Bürgerhaus, in dem bereits zu Beginn beste Stimmung und Vorfreude auf den Abend herrschte.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

„Nach 2-jährigem Stillstand freut sich die Dü-Ka-Ge Sie als Gäste aus nah und fern zur 5. Seniorensitzung begrüßen zu dürfen. Heute war eigentlich ein Moderatorenduo geplant. Leider ist unser Funkenkommandant und 2. Vorsitzender Christian Schöffel erkrankt. Wir wünschen ihm auf diesem Wege gute Besserung“, so Vorsitzender Axel Paßmann, der an diesem Abend alleine die Moderation gekonnt übernahm. „Die Dü-Ka-Ge hat in diesem Jahr ein besonderes Jahr. Es jährt sich seit der Gründung 1948 zum 75. Mal der Geburtstag der Karnevalsgesellschaft. Auch in diesem Jahr haben wieder ein schönes, abwechslungsreiches Programm für Sie zusammengestellt. Dafür möchte ich mich bei den Spielleitern Torsten Missing und Thomas Bröxkes bedanken.“

Geboten wurde ein Programm aus Eigengewächsen und Stars der jecken Bühnen, denen auch närrische Tollitäten aus dem Zuschauerraum gerne zujubelten, als die Garde der Dü-Ka-Ge mit einem mitreißenden Auftritt tänzerisch das Bühnenprogramm eröffnete. Einen floralen Dank sprach Axel Paßmann in diesem Zusammenhang an die Trainerinnen Sonja Schroeder und Regina Houbertz aus. Den Rahmen der zahlreichen Gäste nutzte die Gesellschaft zudem für Ehrungen verdienter Mitglieder und eine besondere Verabschiedung. Schließlich ist Uwe Weber bereits seit 25 Jahren im Verein aktiv. Auf stolze 60 Jahre Mitgliedschaft kann Hermann Mies, auf 65 Jahre kann Theo Missing und auf eine jahrzehntelange Mitgliedschaft von 70 Jahren kann Heinz Küsters zurückblicken.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Freude auf der einen Seite für die wichtigen Ehrungen innerhalb der Vereinslandschaft, Bedauern und Trauer auf der anderen Seite, denn nach fast dreißig Jahren hatte das Dülkener Kolpinghaus seine Türen geschlossen. Nun wird die Gaststätte aus dem Dülkener Stadtbild verschwinden. 1953 kaufte die Kolpingfamilie Dülken die ursprüngliche Wirtschaft und richtete ein Kolpinghaus ein. 1993 hatten Gabi (Peter) und Kalle wiederum die Traditionsgaststätte übernommen, die an diesem Abend mit viel Beifall verabschiedet wurden. Einen Nachfolger hatte Gabi Peter allerdings nicht gefunden, weshalb ein Düsseldorfer Investor das Gebäude kaufte, in dem nun Wohnungen entstehen werden.

Apropos Ehrungen, schließlich soll hier auf keinen Fall eine letzte Ehrung vergessen werden. Für Theo Missing, Mitglied des Elferrates der Dü-Ka-Ge, Vereinsvorsitzender, sowie, wie zuvor erwähnt seit 65 Jahren Mitglied, stand ein weiterer Bühnenmoment mit einer Ehrung durch den FEN an, bevor dann mit dreemoal „Gloria tibi Dülken“ der musikalische Teil des Abends durchstartete.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

„Du bist beim 75-jährigen Bestehen der Dü-Ka-Ge in diesem Jahr seit 65 Jahren Vereinsmitglied, eine wahrlich lange Zeit. Du warst fünf Jahre Vereinsvorsitzender und über zwanzig Jahre im Vorstand tätig. Ebenso warst du langjähriges Vorstandsmitglied bei der KG Elfengarde Moers“, so FEN-Vertreter Wilfried Terstappen. „Bei den Vereinen hast du etliche Karnevalswagen entworfen und selbst gebaut. Du bist seit vielen Jahren Ehrensenator der KG Ki Ka Kai a Boisheim und Ehrenmitglied im Freundeskreis Franken. In all dieser Zeit hast du immer für alle Vereine mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Ich freue mich dir heute für deine Verdienste um das närrische Brauchtum eine der höchsten Auszeichnungen, die die FEN vergibt, den Narr von Europa in Brillant zu verleihen.“

Schließlich bot das Programm ein buntes Feuerwerk karnevalistischer Höhepunkte, die längst nicht nur die „Best Ager“ ansprachen, für die dieser Abend gestaltet wurde. „Ja, ja, der Hubert, der Hu-hu-hubert … der ist immer so nett“ … Party-Mallorca-Stimmung hatte Dietmar Karnott „dä Jung us em Levve“ im Gepäck. Der Texter und Komponist aus Düsseldorf hat längst auch als Stimmungssänger während der Karnevalszeit die Kölner Bühnen erobert und machte auf der Dülkener Bühne ebenso eine gute Figur mit seiner kurzerhand engagierten Bühnenkollegin in Persona der stellvertretenden Bürgermeisterin Simone Gartz, wie „Die Erdnuss“, alias Stefan van den Eertwegh.

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In diesem Jahr steht er bereits seit 36 Jahren auf den Bühnen im Rheinland und sorgt für garantierte Lacher. Das hätte er sich sicherlich selber nicht träumen lassen, als er 1987 eigentlich nur einen einmaligen Auftritt plante. Gehen lassen wollten die Karnevalisten den Redner, der den Witz lebt, damals dann nicht mehr und daran hat sich nichts geändert.

Für den nachfolgenden Auftritt der Karnevalsgesellschaft „Schöpp op“ 1935 e.V. gibt es direkt mehrere Hintergrundfakten. Schließlich feiert der Verein aus Mönchengladbach-Eicken in diesem Jahr nicht nur sein 88., und damit ein besonders jeckes, Jubiläum. Die Dü-Ka-Ge verbindet zudem eine besondere Freundschaft mit den Karnevalisten aus der Nachbarstadt. In der Geburtsstunde der Dülkener Karnevalsgesellschaft 1948 e. V.‎ übernahm nämlich der damalige Präsident der Schöpp op, Toni Ropertz, die Patenschaft für die Dü-Ka-Ge im Lokal Fritz Looser, genannt „der Bimser“.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Dem traditionellen Gardetanz mit modernen Impulsen schloss sich Gerhard mit seinen kuscheligen und vorwitzigen Begleitern Emilio und Richy an. Bauchredner Gerhard Rother ist mittlerweile seit rund 35 Jahren mit seiner Show und „Stand-up-Comedy“ auf den Bühnen Zuhause, die die Welt bedeuten und ist, zumindest glaubt er das, der Chef des ungewöhnlichen Trios. Wie gut, dass seine Puppen es besser wissen, denen er mehr als ein Mal über den Mund fahren musste und damit für laute Lacher sorgte.

Unter den Stars des Abends begrüßten die Gäste zudem, übrigens bereits wiederholt bei der Seniorensitzung, die Altstadtfunken Monheim in rot-weiß, bekannt für ihren Mix aus Gardetänzen und akrobatischen Einlagen mit modernen Elementen. Angeführt von ihrem langjährigen Kommandanten Horst Eichholz ging es für die Altstadtfunken Monheim 1928 e. V. nicht ohne Zugabe weiter, weshalb „Feuerwehrmann Kresse“, alias Klaus Bömeke ein wenig länger auf seinen Auftritt warten musste. Im Kölner Karneval ist er eine feste Größe mit seiner Trotteligkeit, denen sich niemand entziehen konnte. Eins ist sicher, wenn er dieses Chaos schon anstellt, wenn gerade kein Ernstfall herrscht, dann sollte dafür gebetet werden, dass er nicht zur Stelle ist, wenn es tatsächlich einmal brennt.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Mittlerweile war der Abend bereits fortgeschritten, die Stimmung hatte sich längst auf einem hohen Level niedergelassen und sah gar nicht ein etwas von ihrem mitreißenden Flair herzugeben, als die die fünfköpfige Band „KleinstadtRokker“ aus Kaldenkirchen als letzter Act der Seniorensitzung und der Stimmung noch einmal Schwung gaben. Ob nun mit „Party Piraten“ oder „Ich mach einen drauf“, ein Titel, bei dem übrigens „Achnes Kasulke“ alias Annette Esser ihr Gesangsstimmchen auf der Singleauskoppelung erschallen ließ, beste Laune war garantiert. Schließlich hatten die fünf Musiker nicht nur Coversongs, sondern auch eigene Schunkel- und Feierlieder im Gepäck. (nb)