Die St. Petri Schützenbruderschaft Boisheim rockte das Zelt

Mit den Bands „SchlagerMetall“ und „Alex Im Westerland“ lud die St. Petri Schützenbruderschaft Boisheim 1622 e.V. zur Boisheimer Nachtschicht ins Festzelt am Pütterhofer Weg. Ein explosives Event und genau richtig zum 400-jährigen Jubiläum.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Boisheim – Als der Einlass zur Boisheimer Nachtschicht ins Festzelt startete, standen viele der Gäste lieber noch ein wenig auf dem Platz und genossen bei einem kühlen Getränk die langsam versinkende Sonne mit den dann glücklicherweise sinkenden Temperaturen. Der Sommer meint es in diesen Tagen schon fast zu gut mit dem Sommerbrauchtum.

„Ich ziehe durch die Straßen bis nach Mitternacht, hab das früher auch gern gemacht, dich brauch‘ ich dafür nicht“ … der Hit von Matthias Reim vermischte sich mit bekannten harten Gitarrenskills und rhythmischen Schlagzeugklängen von Black Sabbath, die nichts mit dem bekannten Schlager gemein hatten. ParaReim heißt der Titel der Band „SchlagerMetall – In Nomine Hossa“. Metall traf Schlager, mitreißend, zum Headbangen auffordernd und spätestens bei „Marmor, Stein und Poison bricht“ tobte das Festzelt am Pütterhofer Weg. Kaum einer hatte bis zu diesem Abend erlebt, wenn Peter Maffay zu Guns n‘ Roses erschallt oder Howard Carpendale eine Verbindung mit AC/DC eingeht.

Foto: Rheinische Spiegel/Martin Häming

Seit mittlerweile 2012 stehen die Bandmitglieder Carlo con Carne (Gesang), GG van Diep (Bass), Flix Graf von Dresch (Schlagzeug, Gesang), Tom G. Dudel (Gitarre, Gesang) und Tom Delay (Gitarre, Gesang) auf der Bühne, die Band selbst hatten Headbanger Meurer (Gesang, Gitarre) und Tom Delay kurz nach der Jahrtausendwende gegründet. Keine einfache Partyband, sondern eine erfrischende Verbindung zweier so unterschiedlicher musikalischer Stilrichtungen wie sie nur sein können – bis hin zu „Schrei nach Hossa“ oder „Seven Nation Atemlos“.

Foto: Rheinische Spiegel/Martin Häming

Das feiernde Publikum ließ die Bonner Band mehr als einmal hochleben, forderte eine Zugabe und ließ die Musiker nur ungerne gehen, die von einer ebenso mitreißenden Performance abgelöst wurde. Aus Frankfurt war der zweite Top-Act des Abends angereist. „Alex Im Westerland“ befindet sich auf einer Mission, auf der sie das Beste aus zwei Welten vereinen. Die Ärzte und Die toten Hosen waren klangvoll zu Gast im vierten und kleinsten Viersener Stadtteil.

Foto: Rheinische Spiegel/Martin Häming

Originalsongs der bekannten Punkrock-Urgesteine aus den letzten dreißig Jahren Bandgeschichte und aktuelle Titel, der Gig in Boisheim avancierte zum pulsierenden Festival. Bereits beim größten deutschen Coverbandcontest „Hessen Rockt“ hatte „Alex Im Westerland“ im Finale überzeugt, in Boisheim sollte es nicht anders sein. Bei den Tributeband, die in ganz Deutschland die Bühnen rockt, blieb kein Fuß still

stehen. Vor der Bühne wuchs der Pulk der Tanzenden bei „Liebeslied“, „Deine Schuld“, „Wannsee“, „Teenagerliebe“ oder „Hier kommt Alex“. Fast schon Jugenderinnerungen und noch immer konnte das gefüllte Festzelt jeden Titel mitsingen. Die Boisheimer wollten an diesem Abend und zu ihrem grandiosen 400-jährigem Schützenjubiläum das Zelt rocken – und das ist ihnen eindeutig gelungen. (nb)

Foto: Rheinische Spiegel/Martin Häming