Eine besondere Reise ins Mittelalter lockte nach Grefrath

Schon bevor der beliebte Mittelaltermarkt im Niederrheinischen Freilichtmuseum seine Tore öffnete, waren die ersten Akteure angereist und hatten ihre Zelte aufgeschlagen.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Grefrath – Willkommen in der Schlacht von Worringen im Jahr 1288. In Grefrath? Mit einem mittelalterlichen Zeltlager? Tatsächlich wurde den Besuchern am letzten Wochenende auf dem Gelände des Niederrheinischen Freilichtmuseums viel geboten. Die Akteure selbst waren schon vor einigen Tagen eingetroffen. In historischen Gewändern und passenden Zelten schufen sie eine stilvolle Zeitreise mit Musikern, Gauklern, Rittern, Kunsthandwerk und jeder Menge Besonderem.

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

Zwei Tage dauerte der eigentliche Mittelaltermarkt, der rund 2.000 Gäste begrüßen durfte – sie alle wollten in die Vergangenheit eintauchen und ließen sich gerne fallen in längst vergangene Ereignisse rund um die historische Dorenburg. Zwischen kunstvoll geschmückten Zelten gab es einiges kennenzulernen, so wurden verschiedene, manchmal bereits ausgestorbene Handwerkskünste dargebracht, während andere dem Ursprung des Glücksspiels beim „Mäusebaron“ frönten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

Begleitet von den Klängen der Spielleute oder dem Schabernack der Gaukler, verblasste der Glanz und die Pracht des Mittelalters neben Bettler Ede. So wie in den großen Filmen aus Hollywood war das Mittelalter eben doch nicht. Mit Buckel und täuschend echt aussehenden Leprawunden ausgestattet hörte man ihn bereits durch die mahnenden Glöckchen heranschleichen. Seine Zähne in passendem, mittelalterlichem Braun-Schwarz holten zurück aus der Fantasiewelt und bildeten das vollkommene Gegenteil zu den Zelten der ruhmvollen Ritter mit ihren königlichen Bannern und der standesgemäßen Innenausstattung mit prachtvollen Fellen und kostbaren Stoffen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

Für jeden Gast war etwas Passendes dabei und zu lernen gab es sowieso jede Menge. Wer weiß heute schließlich noch wie ein Kettenhemd hergestellt wird. Welche Gewürze und Kräuter in eine gute Küche gehören oder wie das historische Rechenbrett seine Anwendung fand, waren nur zwei weitere Besonderheiten, über die sich, begleitet von Dudelsackmusik, hervorragend bei einem Glas Met aus einem Trinkhorn sinnieren ließ. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz