„Erinnern heißt nicht vergessen“ – Stolpersteine und Mahnmal erinnern an erschossene Zwangsarbeiterinnen

Am 13. Oktober 1944 wurden fünf sowjetische Zwangsarbeiterinnen im Alter von 23 bis 33 Jahren durch Gestapo-Bedienstete im Arsbecker Wald erschossen.

Niederkrüchten – Sie waren in der damaligen Walderhalle in Elmpt untergebracht und Ihnen war vorgeworfen worden, am Tag ihrer Ankunft in Elmpt in einem Haus geplündert zu haben. Zum konkreten Geschehen gab es damals ganz unterschiedliche Bewertungen. Selbst ein Polizist sah den Vorfall als Bagatelle an. Letztlich setzten sich jedoch andere durch und so wurden die Frauen hingerichtet, ihre Leichen vor Ort verscharrt. 1953 erfolgte die Umbettung auf den Niederkrüchtener Friedhof, von wo aus sie sechs Jahre später endgültig zur Ehrenstätte für sowjetische Kriegstote in Rurberg verbracht wurden, wo sie ihre letzte Ruhe fanden.

Zum Gedenken an ihr Schicksal, das stellvertretend für die Unmenschlichkeit, das Grauen und die Ungerechtigkeit während der Zeit des Nationalsozialismus steht, werden am 9. Mai in Elmpt fünf Stolpersteine mit ihren Namen verlegt. Stolpersteine sind etwa 100 x 100 mm große Messingplatten, gegossen in einem Betonblock, die vor den Wohnhäusern von Menschen angebracht werden, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. Anlässlich der Verlegung vor dem Parkplatz des ehemaligen Hotels Lenhsen, dem Standort der Walderhalle, sprechen um 11:30 Uhr unter anderem Bürgermeister Thomas Ricker und Landrat Bennet Gielen.

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung wird gegen 12:40 Uhr auf dem Friedhof in Niederkrüchten ein Mahnmal zum Gedenken an die fünf Frauen enthüllt. Beide Gedenkorte sollen dafür sorgen, dass die Geschichte der Frauen nicht vergessen wird und mahnen, dass sich die Willkür und Ungerechtigkeit jener Zeit niemals wiederholen dürfen.
Die Stolpersteine sowie das Mahnmal entstanden auf Initiative von Herbert Hochheimer, der 2025 eine entsprechende Anregung an den Rat der Gemeinde Niederkrüchten gerichtet hatte. Dem schloss sich auch der Heimat- und Kulturverein Niederkrüchten an. Die Entscheidung zugunsten beider Gedenkorte erfolgte einstimmig.
Zur Verlegung der Stolpersteine in Elmpt sowie zur Enthüllung des Mahnmals in Niederkrüchten sind alle Interessierten herzlich eingeladen. (opm)