Funkenflug und Frohsinn pur – Ganz Dölke tanzte beim 24. Funkenbiwak

Am Samstag schien die Sonne durch die großen Fenster der Aula des Clara-Schumann-Gymnasiums in Dülken, wo sie sich in jedem Funken, jeder Pirouette und jeder schillernden Uniform widerspiegelte. Das 24. Funkenbiwak der Dülkener Karnevalsgesellschaft 1948 e. V. war ein Fest, bei dem die Herzen hüpften, die Beine wirbelten und die Stimmung höher stieg als jeder Narrenkopp auf dem Paradewagen.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und Martin Häming

Dölke – Karneval lebt überall wo Funken fliegen, Röcke wirbeln und die Freude durch die Luft tanzt. Sieben Stunden lang pulsierte die Dülkener Aula gestern im Rhythmus wirbelnder Garden und atemberaubender Hebefiguren, und kein Herz blieb unberührt. Hier wurde ausgelassen gefeiert und geklatscht, immer unter den aufmerksamen Blicken von Funkenkommandant Christian Schöffel und Torsten Missing, die das Mikrofon gekonnt zu führen wussten, denn schließlich nahmen auch gerne die jecken Tollitäten aus der Region diesen Termin wahr um ihre Gesellschaften zu repräsentieren.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Von der ersten Sekunde an knisterte die Luft, als die Funkengarde Kids die Bühne stürmte, gefolgt von der Kaarster Narrengarde Blau-Gold, die mit strahlendem Glanz und perfekt synchronen Schritten die Aula zum Leuchten brachte. Mit jedem Sprung, jedem Spagat und jeder Hebefigur fühlte man die Geschichte der Funken lebendig – ein Hauch von alten Kölner Stadtsoldaten, eine Spur von Tanzmariechen, die einst mutig von Männern dargestellt wurden, mischte sich unter die heutige Pracht aus Glitzer, Gold und Freude.

Die Tänzerinnen und Tänzer der Tanzgarde Alt Viersen, der KG Flöck OP Wegberg und Schöpp Op wirbelten wie ein bunter Wirbelsturm, während Dölker Crazy Kids und die Große Rheydter Prinzengarde (um nur einige der rund zwanzig fantastischen Auftritte zu nennen) die Bühne eroberten. Es gab Hebefiguren, Drehungen, akrobatische Kunststücke – und manchmal schien es, als würden die Funken selbst von der Bühne fliegen. Wer die Auftritte verfolgte, konnte kaum glauben, wieviel Kraft, Präzision und Freude in jedem Schritt steckten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Überall klatschten Hände im Takt, und wer nicht selbst tanzte, spürte den Funkenflug im Herz. Zwischen Marschmusik, Trommelwirbel und strahlenden Gesichtern spürte man die Freundschaft zwischen den Vereinen, das gegenseitige Anfeuern, die liebevolle Pflege der Tradition und das grenzenlose Vergnügen. Wer genau hinsah, entdeckte in jedem Schritt die Freude am Miteinander, in jeder Drehung die Liebe zum Karneval, in jedem Lächeln die Leichtigkeit des Lebens. Von Viersen über Hückelhoven bis Mönchengladbach – kein Weg war zu weit, keine Standarte zu groß, um nicht die Aula zu füllen mit Farben, Glanz und Lebensfreude.

Die Dülkener Karnevalsgesellschaft 1948 e. V. zeigte allerdings nicht nur beim Funkenbiwak, wie bunt, kraftvoll und fröhlich Karneval sein kann – auch im Alltag pulsiert das närrische Leben in ihren Garden. Wer schon immer davon geträumt hat, im Takt zu wirbeln, Hebefiguren zu drehen oder einfach Teil einer fröhlichen Karnevalsfamilie zu sein, findet bei der Dü-Ka-Ge genau den richtigen Platz. Hier wird Freundschaft großgeschrieben, Tradition gefeiert und jeder Funke zählt – vom Mini-Funken bis zur stolzen Funkengarde.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die Funkengarde trainiert montags von 19:00 bis 20:00 Uhr in der Sporthalle an der Dammstraße. Die Jugendgarde ist montags 17:30 bis 19:00 Uhr und freitags ebenfalls 17:30 bis 19:00 Uhr in derselben Halle aktiv. Mit viel Energie, Teamgeist und Freude an der Bewegung lernen die jungen Tänzerinnen und Tänzer Schritt für Schritt die Kunst des karnevalistischen Tanzes.

Für die kleinen Wirbelwinde gibt es die Minifunken, die mittwochs von 16:45 bis 17:30 Uhr in der Sporthalle an der Dammstraße trainieren. Die Funkenflitzer wirbeln mittwochs 17:30 bis 18:30 Uhr in der Sporthalle an der Dammstraße und freitags 16:00 bis 17:30 Uhr in der Sporthalle am Ransberg. Auch für die Rekruten gibt es feste Trainingszeiten: mittwochs 17:30 bis 18:30 Uhr in der Sporthalle Primusschule und freitags 16:00 bis 17:00 Uhr in der Sporthalle an der Dammstraße.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Am 8. Mai 1948 fanden sich sechzehn begeisterte Karnevalisten im damaligen Lokal „Looser Fritz“ am Alten Markt zusammen und legten den Grundstein für die Dülkener Karnevalsgesellschaft – die heutige Dü-Ka-Ge. Unter der Initiative von Heinz Ferschoth und Heinz Luhnen entstand damit nicht nur eine neue Karnevalsgesellschaft, sondern auch ein bedeutender Pfeiler des Dölker Brauchtums, der bis heute das kulturelle Leben der Stadt prägt. Unterstützt wurden die beiden Gründer von vierzehn weiteren Mitgliedern, die mit Herzblut und Leidenschaft die närrische Idee mittrugen.

Ein ganz besonderes Highlight dieser frühen Tage war die symbolische Taufe der neuen Gesellschaft, bei der die Gladbacher Karnevalsgesellschaft „Schöpp Op“ die Dü-Ka-Ge feierlich begleitete. Aus diesem festlichen Moment entstand eine Freundschaft zwischen den beiden Vereinen, die über Jahrzehnte hinweg bis in die Gegenwart lebendig geblieben ist und auch gestern wieder gefeiert wurde.

Ein neues Kapitel schlug die Dü-Ka-Ge bereits 1951 auf, als die Funkengarde ins Leben gerufen wurde. Mit ihr begann eine Tradition, die sich schnell zum Herzstück der Gesellschaft entwickelte und bis heute Generationen von Tänzerinnen und Tänzern begeistert. Neue Mitglieder – egal ob jung oder jung geblieben – sind jederzeit herzlich willkommen. Mehr Informationen und Kontaktmöglichkeiten gibt es unter duekage1948@gmail.com oder telefonisch unter 0178 2877916. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming