Gründungsreport 2025 der IHK Mittlerer Niederrhein: Zahlen bleiben im Kreis Viersen stabil

Sie war ziemlich unglücklich in ihrem alten Job und wusste, dass sie nicht mehr in einem Angestelltenverhältnis arbeiten möchte. Den entscheidenden Tipp bekam sie von ihrem Mann: Jacqueline Schmitz hat sich mit der Übernahme einer Filiale des Franchise-Unternehmens Subway in Viersen selbstständig gemacht. „Wir versorgen unsere Kunden mit frischen Sandwiches, Salaten und Wraps“, erzählt die Gründerin. „Da das Restaurant an diesem Standort schon seit Jahren besteht, wusste ich, dass sich der Laden dort gut etabliert hat.“

Viersen – So wie Jaqueline Schmitz haben im vergangenen Jahr 2.159 Menschen im Kreis Viersen den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Im gleichen Zeitraum haben auch 2.082 Unternehmerinnen oder Unternehmer ihre Firma aufgegeben. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 waren es 2.217 Gründungen und 2.052 Aufgaben. Damit verzeichnet der Kreis Viersen ein Minus von -2,6 Prozent bei den Gründungen und ein Plus von 1,5 Prozent bei den Aufgaben. Im Saldo hat die Zahl der Unternehmen im Kreis Viersen 2024 um 77 Unternehmen zugenommen. Das sind die wesentlichen Kennziffern des „Gründungsreports 2025 – Zahlen und Einschätzungen zum Gründungsgeschehen 2024 im IHK-Bezirk“, den die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein auf der Datenbasis des Landes NRW erarbeitet hat.

Der positive Trend ist auch im IHK-Bezirk Mittlerer Niederrhein insgesamt festzustellen: Die Unternehmensgründungen lagen 2024 mit 10.018 im Vergleich zu 9.837 Gründungen um 1,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Zahl der Geschäftsaufgaben im IHK-Bezirk nahm dagegen ab: 8.766 Gewerbeabmeldungen im Jahr 2024 stehen 8.919 im vorherigen Jahr gegenüber (-1,7 Prozent). Im Saldo hat die Zahl der Unternehmen in der Region um 1.252 Firmen zugenommen.

„Die Zahl der Neugründungen ist stabil. Sie sind ein Zeichen für das große Vertrauen in die eigene unternehmerische Kompetenz und in die wirtschaftlichen Potenziale am Mittleren Niederrhein“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. „Die Menschen in unserer Region lassen sich nicht entmutigen.“ Die Gründerinnen und Gründer seien eine wichtige Bereicherung für die Wirtschaft, so der IHK-Hauptgeschäftsführer: „Sie treiben Innovationen voran, schaffen Arbeitsplätze und sorgen für Wertschöpfung.“

Auch für Nordrhein-Westfalen sind die Zahlen stabil. Während 2023 132.450 Neugründungen im Land verzeichnet werden konnten, waren es 2024 134.614 – ein Plus von 1,6 Prozent. Allerdings nahm auch die Zahl der Betriebsaufgaben in NRW deutlich zu: 2023 wurden noch 106.406 registriert, im vergangenen Jahr waren es 114.320.

Gründerin Jacqueline Schmitz hat den Schritt in die Selbstständigkeit bisher nicht bereut: „Einer der schönsten Momente war die Übergabe des Geschäfts. Das war sogar an meinem Geburtstag. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, dass sich die Monate der Mühen auf jeden Fall gelohnt hatten.“ Schmitz rät anderen Gründerinnen und Gründern, sich einen Unternehmensberater an die Seite zu holen: „Das hat mir viel Zeit, Anstrengung und Mühe erspart und ich wusste, dass da ein Profi an meiner Seite ist. Wenn ich in Bankgesprächen einmal nicht wusste, was ich sagen sollte, übernahm er.“

Damit Gründerinnen und Gründern die Startphase so leicht wie möglich gemacht wird, fordert der IHK-Hauptgeschäftsführer mehr Unterstützung von der Politik für Jungunternehmer. „Wir brauchen Rahmenbedingungen, die unternehmerisches Engagement fördern und nicht ausbremsen“, so Steinmetz. „Wir fordern zügige, digitale und unbürokratische Gründungsprozesse, einen leichteren Zugang zu Fördermitteln und steuerliche Vereinfachungen für Gründerinnen und Gründer. Wir brauchen weniger Regularien und mehr Wertschätzung für das Engagement und den Gründergeist von Unternehmerinnen und Unternehmern.“ Von ihrem Beitrag profitiere schließlich die gesamte Gesellschaft.

Die IHK unterstützt angehende Existenzgründerinnen und -gründer. „Wir beraten sie bei allen relevanten Fragestellungen und stehen ihnen mit unseren Dienstleistungen zur Seite, damit Fehler vermieden werden und aus einer Idee ein erfolgreiches Geschäftsmodell wird“, sagt Stephanie Efertz, Beraterin Existenzgründung und Unternehmensförderung der IHK. „Der Schritt in die Selbstständigkeit sollte gut durchdacht sein, dazu kann auch die IHK mit ihrem Service- und Netzwerk-Angebot beitragen.“

Das hat auch Schmitz erlebt: „Die IHK hat mich dabei unterstützt, dass ich mir als Gründerin die professionelle Hilfe leisten konnte, die ich für meine Gründung benötigte. Im Rahmen des Beratungsprogramms Wirtschaft NRW wurden 50 Prozent der Kosten für meinen Unternehmensberater übernommen. Darüber bin ich immer noch sehr froh. Außerdem stand die IHK immer für Fragen zur Verfügung.“

Angehenden Unternehmerinnen und Unternehmern steht Existenzgründungsberaterin Stephanie Efertz unter Tel. 02161 241-120 und per E-Mail (stephanie.efertz@mittlerer-niederrhein.ihk.de) zur Verfügung. Der Gründungsreport 2023/2024 ist als Download-Datei auf der Website der IHK veröffentlicht: www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/30756 (opm)

Sie stellten den Gründungsreport vor (v.l.): IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz, Gründerin Jacqueline Schmitz und IHK-Existenzgründungsberaterin Stephanie Efertz. Foto: IHK