Beschädigte Gebäude, nächtlicher Lärm und aggressive Vorfälle beschäftigen seit Wochen Anwohner, Geschäftsleute sowie Stadtverwaltung und Polizei in der Süchtelner Innenstadt. Im Bereich rund um den Lindenplatz und das Kinder- und Jugendzentrum Josefhaus häufen sich Beschwerden über eine Gruppe Jugendlicher, die vor allem in den frühen Abendstunden durch auffälliges Verhalten für Unruhe sorgt.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz und Rita Stertz
Viersen-Süchteln – Anwohner und Geschäftsleute in Süchteln berichten seit Wochen über aggressive Vorfälle und Vandalismus in der Innenstadt. Betroffen sind insbesondere der Lindenplatz sowie das Kinder- und Jugendzentrum Josefhaus, wo sich eine Gruppe von Jugendlichen regelmäßig aufhält. Die Jugendlichen im Alter von etwa 13 bis 18 Jahren sorgen vor allem am frühen Abend für erhebliche Störungen.

Zu den wiederholten Vorfällen zählen das Zünden von Feuerwerkskörpern, das Beschmieren von Hausfassaden, eingeschlagene Fensterscheiben und angezündete Mülleimer. Auch versuchte Diebstähle wurden beobachtet. Zusätzlich berichteten Geschäftsleute von Spuckattacken auf Schaufensterscheiben, in Einzelfällen kam es zu Steinwürfen und Bedrohungen. Ein Ladeninhaber gab an, dass ein Jugendlicher ihm sogar ein Messer zeigte.
Die Situation belastet viele Bewohner erheblich. Einzelne Anwohner haben bereits versucht, direkt mit den Jugendlichen zu sprechen, um sie auf die Folgen ihres Handelns hinzuweisen. Dabei zeigte sich, dass einzelne Jugendliche außerhalb der Gruppe Einsicht zeigen, im Gruppenzusammenhang jedoch die Aggression wieder zunimmt. Besonders die nächtliche Lärmbelästigung, unter anderem durch Feuerwerkskörper rund um Silvester, sorgt für zusätzlichen Ärger.
Die Stadt Viersen ist über die Vorfälle informiert. Nach Angaben der Verwaltung werden Beschwerden von Anwohnern und Geschäftsleuten regelmäßig weitergeleitet und bearbeitet. Der Kommunale Ordnungsdienst ist täglich in der Innenstadt präsent, kontrolliert bekannte Treffpunkte und erfasst festgestellte Ordnungswidrigkeiten. Auch die städtischen Streetworker sind aktiv, um frühzeitig Kontakt zu den Jugendlichen aufzunehmen und deeskalierend zu wirken. Bei Straftaten liegt die Zuständigkeit jedoch ausschließlich bei der Polizei, die ebenfalls verstärkt im Bereich Lindenplatz und Josefhaus Streife fährt.
Die Polizei bestätigt die Zunahme von Meldungen und Anzeigen aus Süchteln. Meist handelt es sich um sogenannte „geringfügige Kriminalität“ wie Sachbeschädigungen, Bedrohungen oder Körperverletzungen im Einzelfall. Das Jugendkommissariat in Dülken bearbeitet diese Fälle, teilweise in enger Abstimmung mit dem Ordnungsamt. Durch die unregelmäßigen Treffzeiten der Jugendlichen gestaltet sich eine dauerhafte Überwachung schwierig. Dennoch sind einige der Beteiligten der Polizei bekannt. Bei festgestellten Verstößen folgen je nach Schwere Verwarnungen, Bußgelder oder Platzverweise. Straftaten werden an die Staatsanwaltschaft Krefeld weitergeleitet, die das weitere Vorgehen entscheidet. Sind Minderjährige beteiligt, werden die Eltern informiert und gegebenenfalls zur Verantwortung gezogen.
Die Folgen des Verhaltens der Jugendlichen sind in der Innenstadt deutlich sichtbar. Zerstörte Scheiben, angezündete Mülleimer und beschmierte Fassaden prägen das Bild des Lindenplatzes und rund um das Josefhaus. Anwohner und Geschäftsleute hoffen auf nachhaltige Maßnahmen von Stadt und Polizei, um die Lage zu beruhigen und das Sicherheitsgefühl in Süchteln wiederherzustellen. Hierzu sprechen sie am Donnerstag auch mit einem Fernsehteam, welches über die Situation in Süchteln berichten wird. (cs)






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