Anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus fand am 27. Januar in der Alten Kirche Lobberich eine Gedenkfeier statt. Der Jahrestag erinnert an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz im Jahr 1945. Unter dem Leitgedanken „Jeder Mensch hat einen Namen“ wurde in würdigem Rahmen der Opfer des nationalsozialistischen Regimes gedacht.
Nettetal – Gestaltet wurde die Gedenkstunde von Schülerinnen und Schülern der 10. und 13. Jahrgangsstufe der Städtischen Gesamtschule Nettetal unter der Leitung ihrer Geschichtslehrerinnen und -lehrer Julietta Breuer, Dorian Golla und Andrea Woopen. Sie präsentierten unter anderem Fotografien und Dokumente einer Exkursion nach Auschwitz. Zahlreiche dreidimensionale „Stolpersteine“ in der Kirche erinnerten an das Schicksal verfolgter und ermordeter jüdischer Menschen aus Nettetal.
Im Mittelpunkt standen die Biografien von Jüdinnen und Juden, an die in Nettetal mit Stolpersteinen erinnert wird, darunter Mitglieder der Familien Rosenthal und Zanders sowie Erich Cohen. Mit dem gemeinsamen Gesang des russisch-jüdischen Liedes „Tumbalalaika“ machten die Schülerinnen und Schüler zudem deutlich, dass jüdisches Leben mehr als Verfolgung bedeutete. Vorgestellt wurde außerdem Fritz Klaber als Beispiel stillen Widerstands gegen das nationalsozialistische Regime.
Bürgermeister Christian Küsters dankte den Schülerinnen und Schülern für die Gestaltung der Gedenkfeier und betonte die Bedeutung des Erinnerns. Besonders begrüßte er Dr. Leah Floh, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mönchengladbach, als Gast der Veranstaltung. Zum Abschluss wurden die Namen der in Nettetal verfolgten Jüdinnen und Juden verlesen und Kerzen als Zeichen des Gedenkens entzündet. Dr. Leah Floh dankte der Stadt Nettetal im Nachgang zur Veranstaltung persönlich für die würdevolle Feier und stellte den Nettetaler Schulen mehrere Exemplare des von Hilde Sherman verfassten Buches „Zwischen Tag und Dunkel – Mädchenjahre im Ghetto“ zur Verfügung. (opm)





