Die Eltern-Akademie Mönchengladbach-Rheydt hatte nach dreijähriger Pause wieder die Prinzenpaare der Stadt eingeladen, um ihnen zu zeigen, wie man bei einem Notfall am Schnellsten und Besten handeln soll.
Bericht von RS-Redakteurin Marlene Katz

Mönchengladbach – Das Ziel der Eltern-Akademie ist es, wie der Kinderarzt Ralph Köllges immer sagt, Mönchengladbach neben der Hockey-Hauptstadt auch zur Hauptstadt der Reanimation zu machen. Erwachsene, Eltern und auch Betreuer in den Jugendabteilungen der Vereine sollen lernen und wissen, wie Unfälle im täglichen Leben vermieden werden und was getan werden kann, bis die professionellen Rettungshelfer eintreffen.
Das Prinzenpaar Stefan und Niersia Bianca besuchten zusammen mit ihren Adjutanten Dieter Lichtenhahn und Stefan Neus sowie Hofmarschall Christian Ernst die Eltern-Akademie, um sich über Reha-Maßnahmen zu informieren. Das Kinderprinzenpaar konnte leider aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen.

Die erste Amtshandlung, die der Prinz vornahm war diese, dass er mit seinem Zepter über die Demonstrationspuppen, die auf dem Tisch lagen, strich und zum Schluss rief: geheilt.

Frank Himmelmann, selber Notfallsanitäter, führt diesen Kurs zusammen mit Ralph Köllges aus, die beide immer wieder mit Herzblut machen. Sie wollen dabei helfen, um auch Laien beizubringen, was zu tun ist, bis ärztliche Hilfe eintrifft.
Das Wichtigste bei einem Notfall ist es zu drücken, auch wenn dabei die Rippen gebrochen werden, aber das Leben ist wichtiger. Ebenfalls ist die Mund zu Mund Beatmung ein wichtiger Aspekt. Auch wird der Defibrillator leider in den wenigsten Fällen eingesetzt.
Beim Auto ist es Pflicht, dieses nach zwei Jahren dem TÜV vorzuführen. Für Vorbeugungsmaßnahmen bei Unfällen usw. gibt es keine Verpflichtung und aus diesem Grund werden diese Kurse von der Eltern-Akademie angeboten. Ein Kurs dauert ca. 3 Stunden.
Himmelmann zeigte auf dem Beamer eine Vorgehensweise von German Resuscitation Council bzw. Robert-Koch-Institut, wie man bei einem Notfall vorzugehen habe und zwar Vorbeugen/Unfallverhütung, Absichern Eigenschutz, Sofortmaßnahmen 112, Weitere Maßnahmen Betreuen, Rettungsdienst, Krankenhaus/Kinderarzt.
Zu jedem einzelnen Punkt erklärte Himmelmann etwas. Weiter führte er aus, dass der Rettungsdienst nicht kompensieren könne, wenn die Ersthelfer nicht angefangen hätten zu drücken.
Leider gibt es in Mönchengladbach nur noch die Kinderklinik im Elisabeth-Krankenhaus, nachdem diese in Neuwerk geschlossen wurde. Auch im weiteren Umkreis gibt es nur noch die in Viersen, Neuss und Düren-Birkesdorf.
In den Grundschulen werden mittlerweile auch Kurse durchgeführt, um den Kindern auch die Notfallnummer 112 beizubringen, worauf Prinzessin Bianca erwiderte, dass ihre Kinder es so gelernt haben: 1 Nase, 1 Mund, 2 Augen.

Dann wurde der Defibrillator eingesetzt. Das Gerät zeigt jeden Schritt an, den der Anwender tun muss. Bei Kindern und Erwachsenen müssen die Elektroden auf der Brust angebracht werden, bei Säuglingen bis zu einem Jahr auf der Brust und auf dem Rücken. Bei der Herz-Druck-Massage piepst das Gerät und man weiß, wie oft man drücken muss und dieses sehr kräftig bei einer Frequenz von 110.
Es ist sehr wichtig, dass 1/3 des Körpers gedrückt werden muss, bei Erwachsenen mit beiden Händen und bei Säuglingen bis zu einem Jahr mit 2 Fingern.
Um den richtigen Takt beim Drücken zu haben, könne man auf das Lied „Atemlos“ zurückgreifen, was durch Prinzessin Bianca demonstriert wurde. Dabei muss das Herz wiederkomprimiert werden.

Anschließend machte sie zusammen mit Hofmarschall Christian Ernst eine Mund zu Mund Beatmung an einer Demo-Puppe, in dem man den Kopf des Verletzten nach hinten beugen muss. Am Besten ist es, wenn man die Nase zuhält und in den Mund pustet.
Als letztes wurde dann gezeigt, was man tun muss, wenn Kinder oder Erwachsene etwas verschluckt haben. Man schlägt ihnen fünf Mal auf den Rücken, dreht sie um und drückt fünf Mal unterhalb der Rippen im Zwerchfell.
Diese kurze, aber aufschlussreiche Information war für alle Anwesenden von großer Bedeutung und es wäre wirklich von Vorteil, wenn viele Menschen sich auch für diese Kurse der Eltern-Akademie interessieren würden.




