Schiffsstau vor Shanghai: Folgen auch am Niederrhein spürbar

Der Groß- und Außenhandel in der Region sieht sich mit Problemen wegen des Staus von hunderten Frachtschiffen vor Shanghai konfrontiert.

Niederrhein – Dass der größte Umschlagort für Waren auf der Welt seine Häfen wegen des Corona-Lockdowns dicht machen musste, führt auch am Niederrhein zu ausbleibenden Lieferungen und noch weiter steigenden Transportkosten, befürchtet die Wirtschaftsvereinigung Großhandel-Außenhandel-Dienstleistung Niederrhein. „Durch die lange Fahrt von China nach Deutschland werden wir das ganze Ausmaß des Frachtschiff-Stillstandes vermutlich erst mit einigen Wochen Verzögerung zu spüren bekommen“, prophezeit Gregor Hermes, Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung Großhandel-Außenhandel-Dienstleistung Niederrhein und Geschäftsführer der Keppel Management GmbH & Co. KG in Krefeld. Über kurz oder lang führten Umwege, Wartezeiten und höhere Frachtraten aber zu höheren Preisen, die entlang der Lieferkette weitergegeben und damit auch den Endverbraucher treffen würden. „Sollte es in China in den kommenden Wochen und Monaten zudem weitere Lockdowns geben, wird sich die Lage für uns Groß- und Außenhändler weiter verschärfen“, so Hermes.

Auch die Breuer Stahlhandel GmbH in Goch rechnet nicht damit, dass sich die Lage kurzfristig entspannt. Geschäftsführer Manfred Schenke geht daher von drastischen Auswirkungen aus. „An der aktuellen Entwicklung des Stahlpreises wird mehr als deutlich, wie sehr die Kombination aus Schiffsstau und Ukraine-Krieg uns trifft: Stahl ist bereits heute doppelt so teuer wie noch vor zwei Monaten. Langfristig kann das nur eines zur Folge haben: Den Zusammenbruch des Baugewerbes.“

Wie hoch die Einbußen für den Groß- und Außenhandel am Niederrhein konkret sein werden, lasse sich bisher nur schwer abschätzen. Die ROHM Semiconductor GmbH in Willich trifft jedoch Vorkehrungen in Form einer engen Abstimmung mit den betroffenen Lieferanten und Kunden. „Wir werden versuchen, die negativen Auswirkungen so gering wie möglich zu halten“, verspricht Geschäftsführer Wolfram Harnack.

Die Wirtschaftsvereinigung Großhandel-Außenhandel-Dienstleistung Niederrhein fordert angesichts der zugespitzten Lage einen Verzicht auf zusätzliche Belastungen für die Unternehmen. Das Aufbürden anstehender bürokratischer Hindernisse aus einem deutschen Lieferkettengesetz müsse – genau wie die Belastungen aus der Umsetzung nachhaltiger Finanzierungsanforderungen – vermieden oder abgesenkt werden. (opm)

Foto: violetta/Pixabay

Ein Kommentar

  1. Man sollte doch Bedenken wieder in Europa oder Deutschland Produkte Herzustellen, auch alle Maschinen und andere Stoffen. Dann hätte man wieder Vorteile.

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