Thomas Schmitz neuer PRO MERITIS IN CARNEVALIS DIEBUS

Seit 1964 verleiht die Große Gladbacher Karnevalsgesellschaft (GGK) eine der höchsten Auszeichnungen im Mönchengladbacher Karneval an auserwählte und hochverdiente Persönlichkeiten.
Bericht von RS-Redakteurin Marlene Katz

Mönchengladbach – Manuela Luhnen, die Präsidentin der Großen Gladbacher Karnevalsgesellschaft, begrüßte die geladenen Gäste und war sehr stolz, dass 14 von 20 Ordensträgern der Einladung gefolgt waren. Diese wurden von ihr namentlich vorgestellt und sie freute sich, dass sie so zahlreich gekommen waren, denn das zeugt von Zuversicht, Zusammenhalt und Zukunft.

In Bezug auf das Prinzenpaar führte sie aus, dass man lange habe warten müssen, aber jetzt gibt es wieder offiziell eines und zwar Prinz Stefan und Prinzessin Niersia Bianca. Dieses wurde von ihr auf das Herzlichste begrüßt nebst Hofmarschall Christian Ernst und den beiden Adjutanten Dieter Lichtenhahn und Stefan Neus. Weitere Begrüßungsworte gingen an den MKV-Vorsitzenden Gert Kartheuser nebst Gattin Jutta, den MKV-Geschäftsführer Dirk Weise mit Gattin Martina und ebenfalls an den Präsidenten des KLN Karl Schäfer nebst Gattin Sylvia.

1964 überlegte Peter Ullrich (Seepeschneuz) mit einem Pater aus dem Franziskanerorden, was kann man machen, um eine Persönlichkeit für besondere Verdienste im Karneval zu ehren und überlegten, wie der Orden heißten könnte. So kam es zu dem Namen „PRO MERITIS IN CARNEVALIS DIEBUS“ (wörtlich übersetzt: für Verdienste an Karnevalstagen). Die beiden Erfinder hatten sich etwas dabei gedacht, was anstrebenswert ist. Er soll alle anspornen, Frohsinn zu verbreiten, zu fördern und zu unterstützen und weniger auf der Couch zu sitzen.

Mit dieser Auszeichnung wird heute der Ehrenträger ausgezeichnet und zwar Thomas Schmitz, er und seine Familie sind mit dem Karneval sehr stark verbunden. Wer ihn nicht kennt, hat in Mönchengladbach etwas verpasst.

Dann erfolgte der Aufmarsch des Prinzenpaares nebst Hofstaat sowie des MKV-Vorsitzenden und MKV-Geschäftsführers.

Wie auch in den Jahren zuvor, hatte es sich die Seidenmalerin Oda Walendy auch in diesem Jahr nicht nehmen lassen, dem Prinzenpaar ein Geschenk zu überreichen. Die Prinzessin erhielt ein Seidentuch und der Prinz eine entsprechende Krawatte.

Reiner Penders als 1. Vorsitzender der GGK ergriff das Wort und war von der „vollen Hütte“, nämlich 90 Personen, total begeistert. Weiter führte er aus, dass hier die richtigen Leute seien und wünschte allen viel Spaß bei guter Musik und leckerem Essen. Dann erhielt das Prinzenpaar die Jahresorden der Gesellschaft.

Kartheuser wünschte allen einen friedvollen Abend und war von dem bezaubernden Prinzenpaar hellauf begeistert. Er verwies darauf, dass es in den nächsten Tagen so richtig los gehe, aber auch schon ein anstrengendes Wochenende hinter ihnen liege. Als Dank für die Einladung überreichte er den MKV-Orden an Jörg Buer und Dirk Hermanns.

Auch Prinz Stefan dankte für die tolle Einladung und freute sich sehr, dass frisches Blut in die Reihen der Ehrenträger hereingebracht wird. Die Prinzenorden gingen in diesem Jahr an Winfried Hansen und Manfred Groth.

Für das Prinzenpaar war es etwas Besonders, den Prinzenpaar-Orden an jemanden zu verleihen, der ihn ganz bestimmt verdient hat und das war der Ehrenvorsitzende des MKV, Bernd Gothe. Diese Auszeichnung war in diesem Rahmen hervorragend geeignet.

Prinzessin Bianca freute sich riesig bei dieser tollen Veranstaltung dabei sein zu dürfen. Dann erzählte sie eine kurze Episode vom Abend vorher. Sie lag auf der Couch und machte sich Gedanken, wie denn der neue Ordensträger wohl aussehen möge. In ihren Augen musste er groß, humorvoll und gut aussehend sein, aber dann passierte es, sie erwachte aus ihrem Traum, aber ihr Traum hat sich ja bestätigt.

Als Anna Bodewein, besser bekannt als „et Röschen von der Hardt“ erfuhr, wer der neue Ehrenträger sei, hatte sie sich vorgenommen, ihm ein Geschenk zu machen und zwar sich selbst. Sie kennt Thomas Schmitz seit vielen Jahren und aus diesem Grund hatte sie eine lustige Laudatio an diesem Abend vorbereitet. Hier ein paar Auszüge, die das Publikum immer wieder zu hellen Lachern veranlasste.

Da wird ein Riesenaufwand betrieben ihr Leut. Um dem Thomas einen Orden zu verleihen heut. Pro meritis in Carnevalis diebus heißt das Ding. Die Übersetzung krieg ich mimm kleinen Latinum noch hin.

Mehr als 50 Jahre und fast 11 Monate ist es her, da war in Rheydt noch nicht viel Verkehr. Da sprach Schmitz Creszentia zu Willi, ihrem Mann, ob man heut nicht mal was anderes als Kartenspielen kann?

Schließlich haben wir all unser Geld zusammengerauft und uns ein neues Schlafzimmer gekauft. Die Wiege ist bei uns schon lang wieder leer, ich meine, es könnte noch mal Nachwuchs her.

Aber irgendwann muss ihnen was eingefallen sein, denn neun Monate später stellte sich Nachwuchs ein. Am 19.11.1971 hat ganz geschickt ein Kind das Licht der Welt erblickt. Thomas, ein echter Wonneproppen von Anfang an schon, et schönste Kind auf der Säuglingsstation.

Ob er viel angestellt hat in jungen Jahren, darüber konnte ich nur wenig erfahren. Äver wenn ech dech do vüüre senn stonn, ech jöv du hass et von allem jedonn.

Bei den Messdienern in Rheydt, da ist es geschehn, da hat er seine Michaela erstmals gesehn. Obwohl er bei der Diskussion Mädchen am Altar immer absolut kontra war.

Im Jahr 2000 war’s dann soweit, da sollte besiegelt werden die Zweisamkeit. Auf jeden Fall hat Thomas es geschafft, hat all seinen Mut zusammengerafft, hat sich vor Michaela hingekniet, et Holz hat geknistert und leise hat er dann geflüstert „Liebe Michaela werde meine Frau, sei nicht dumm, dann laufen wir einige

Feierlich sind sie zur Trauung gezogen und Thomas hat gesungen, dass sich die Balken bogen. So nimm nun meine Hemden und bügle sie. Sie sollen schön gestärkt sein und weiß wie nie. Dafür will ich dich lieben so gut ich kann. Die Hemden sollst du bügeln wie einst minn Mamm.

Nach diesem humorvollen Vortrag erfolgte die Ordensausgabe an die bisherigen Preisträger.

Jetzt wurde es ernst. Wie üblich, hält immer der Preisträger des vergangenen Jahres die Laudatio für den neu zu Ehrenden und das war in diesem Jahr Gert Kartheuser.

 

Kartheuser führte aus, wann Thomas Schmitz geboren wurde und er das dritte Kind der Eheleute Schmitz war nach dem Sohn Franz und der Tochter Ruth.

Ruth, die ältere Schwester, hatte bei allen Veranstaltungen, an denen sie teilnahm, immer ihren Bruder Thomas im Schlepptau. So auch am Karnevalssamstag 1983 bei der KG Schwarz-Gold Rheydt im Turnerheim. Dort lernte man die Eheleute Werner und Brigitte Wingerath kennen und erfuhren, dass die Gesellschaft ein neues Mariechen suchte. Thomas genoss die Schönheit und Herzlichkeit des Karnevals und so begann der Einstieg in das Leben eines Vollblutkarnevalisten.

Mareike, die Tochter von Wingerath, war Kindermariechen bei Schwarz-Gold Rheydt und wurde dann zusammen mit Thomas zum ersten Kindertanzpaar der Gesellschaft. Das Tanztraining der Beiden fand in Ermangelung größerer Räumlichkeiten im Schlafzimmer der Wingeraths statt. Bei manchen Schrittfolgen oder Hebefiguren war es schwierig, tat aber der Freude am Tanz keinen Abbruch.

1989 wurde dann die Tanzgarde gegründet und zwar bestehend aus sechs Mädels und einem Jungen und dieser war Thomas.

1991 machte Thomas sein Abitur, besuchte weiter die höhere Handelsschule und leistete seinen Zivildienst bei den Maltesern. Des Weiteren war er bis zu seinem 28. Lebensjahr Messdiener in St. Marien Rheydt.

Bei einer Ferienfreizeit 1989 am Gardasee lernte er dann Michaela kennen. Die Hochzeit der Beiden fand 2000 statt, aber vorher startete Thomas noch eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann. Im Jahr 2002 kam Sohn Philipp und 2005 Tochter Annika auf die Welt. Beide waren schon Repräsentanten im Mönchengladbach Kinderkarneval und zwar Philipp 2015/16 als Kinderprinz und Annika 2017/18 als Kinderprinzessin.

Manfred Breuers, seit 1979 Präsident von Schwarz-Gold Rheydt, erkannte das Potenzial von Thomas im karnevalistischen Bereich. Zunächst wurde er Schriftführer und dann Vizepräsident. Obwohl Thomas privat und beruflich sehr angespannt war, übernahm er 2007 das Präsidentenamt von Breuers.

Mit Unterstützung von Thomas Gerresheim und Erich Reusch ist es ihm dann noch gelungen, zusätzlich für seine geliebte Tanz- und Showgarde aktiv zu sein, bevor er sich nach 35 Jahren hiervon 2018 zurückzog.

Nicht unerwähnt dürfen die „Geschwister Schmitz“ bleiben. Thomas und seine Schwester Ruth machen seit 1992 Comedy der feinsten Art mit Zusammenschnitten bekannter Musiktitel. Hierbei werden sie unterstützt von Michaela, Reusch und Gerresheim. Auch Sohn Philipp ist mittlerweile schon in die Fußstapfen seines Vaters getreten.

Seit September 2021 ist Thomas Sitzungspräsident des Mönchengladbacher Karnevalsverbandes (MKV) und somit prädestinierten Nachfolger von Willi Kleuser geworden.

Als Privatmann trinkt Thomas gerne Alt, pflegt seine große Schwarz-Gold-Familie und seine Freunde und fährt regelmäßig in die Heimat seiner Mutter, das Allgäu.

Die Entscheidungsträger der GGK haben sich für Thomas Schmitz ausgesprochen und diese Entscheidung wurde von Kartheuser persönlich begrüßt.

Nach dieser gefühlvollen Laudatio hielt Thomas Schmitz aus den Händen vom 1. Vorsitzenden Reiner Penders sowie dem Ordensmeister Manfred Groth und der Präsidentin Manuela Luhnen das Schulterband, die Urkunde sowie den Jahresorden.

Thomas Schmitz fühlte sich in seiner Dankesrede sehr geehrt, diese hohe Auszeichnung erhalten zu haben. Er bemühte sich, diese so kurz wie möglich zu halten, was ihm letztendlich aber nicht gelang, denn es gab viele, denen er zu Dank verpflichtet war und im Einzelnen auch nannte. So nur als Beispiel Bernd Gothe, Hans Peter Jansen, Dieter Beines und viele andere, die ihn auf seinem bisherigen karnevalistischen Weg begleitet haben.

Dabei dachte er auch an zwei Personen, die leider nicht mehr unter uns weilen. Zum einen an Onkel Josef (Josef Hündgen), der immer das schwarz-goldene Herz in sich trug bis ins hohe Alter und zum anderen an Manfred Breuers. Es freute ihn ganz besonders, dass er genau 20 Jahre nach Manfred diese Auszeichnung erhalten habe.

So wurde Thomas von Nik Ebert einmal als der „bekloppteste Präsident von Mönchengladbach“ bezeichnet. Aber hierzu meinte er auch, wenn ich dann mit meiner Schwester auf der Bühne stehe und mich so ansehe, hat Ebert doch wohl recht.

Weiter dankte er seiner Schwester Ruth, weil diese ihn überall mit hinschleppen musste und natürlich auch zu Schwarz-Gold. Da war es dann um ihn geschehen und zusammen mit Ruth sind sie das bekloppteste Geschwister-Paar hier in der Stadt.

Auch dankte er der schwarz-goldenen Familie mit ganz viel Herz und seinen beiden wunderbaren bekloppten Kindern, die sich ebenfalls mit dem Karnevalsvirus infizieren ließen. Auf seine Beiden ist er unglaublich stolz.

Sein letzter inniger Dank ging an seine Frau Michaela, die von Anfang an nicht die große Wahl hatte den Karnevalspfad mitzugehen. Sie hat ganz schnell ihre Heimat gefunden und ist mit vollem Herzen dabei, auch wenn sie ihren bekloppten Ehemann das eine oder andere Mal ertragen muss. Sie hält ihm den Rücken frei und unterstützt ihn in jeder Beziehung. Seine Liebeserklärung an seine Frau war, von hier ein dicker Kuss und ich hab dich lieb.

Ganz besonders stolz war Thomas nach seinen Dankesworten, als er seine Tochter Annika als Solomariechen ankündigen konnte. Diese zeigte den von ihr selbst einstudierten Tanz, natürlich auch wieder mit Unterstützung von Mama Michaela.

Den Abschluss dieses Abends bildete dann die Gratulationscour, wobei Michaela Schmitz jeweils eine Rose von den bisherigen Preisträgern überreicht bekam.