Ein Baum für die Ewigkeit – Das Orpheum pflanzte Zukunft

Wer glaubt, die Orpheumsbrüder könnten nur feiern, singen und Schunkeln, der wurde am gestrigen Samstag eines Besseren belehrt. Denn an diesem Herbsttag griffen sie zu Schaufel und Spaten, um auf ihrem Vereinsgelände ein Zeichen zu setzen – für Natur, Nachhaltigkeit und Zusammenhalt.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und Leo Dillikrath

Dölke – Mit vereinten Kräften und viel Humor setzten über 25 Mitglieder des traditionsreichen Karnevalsvereins einen neuen, stolzen Mitbewohner in die Erde: einen über fünf Meter hohen Amberbaum (Liquidambar styraciflua). Kein kleines Bäumchen, sondern ein wahrer Prachtkerl, der mit seiner farbenfrohen Herbstfärbung künftig schon von Weitem grüßen wird – ganz so bunt wie das Orpheum selbst.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

„Wir wollten nicht einfach nur reden, sondern etwas Bleibendes schaffen“, erklärte Geschäftsführer Dietmar Creutz, der persönlich die Entscheidung für den sogenannten Seesternbaum traf. Zur Auswahl standen zwei Bäume, die ein Gärtner empfohlen hatte, doch am Ende machte Creutz kurzen Prozess: „Der Amberbaum passt zu uns – robust, schön anzusehen und klimafest.“

Und tatsächlich: Der aus Amerika stammende Amberbaum trotzt Hitze, Trockenheit und sogar kurzen Überschwemmungen – ein echter Überlebenskünstler. Seine Blätter, die an Ahorn erinnern, leuchten im Herbst in allen Farben des Karnevals – von Gelb über Orange bis hin zu feurigem Rot. Und wer genau hinschaut, erkennt die charakteristischen Korkleisten an Stamm und Zweigen – sein Markenzeichen, selbst im Winter. Doch so leicht war die Pflanzung nicht: Kaum war das Loch ausgehoben, da begannen die handwerklichen Fachsimpeleien. Der Schlosser im Verein wollte dem Baum gleich ein „Klappscharnier“ verpassen, falls er mal umziehen müsse – was natürlich für jede Menge Lacher sorgte. Jeder wusste es besser – und genau deshalb war es perfekt.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Das Wetter spielte ebenfalls karnevalistisch mit: Nebel am Morgen, Sonnenschein am Mittag – ideale Bedingungen für Spatenstich, Grillzange und gute Laune. Denn nach getaner Arbeit gab es nicht nur Applaus für den neuen Baum, sondern auch Würstchen, Steaks, Brötchen und kühle Getränke für alle.

Mit dieser Aktion löste der Verein übrigens seine Baumpflanz-Challenge ein. Sie ist Teil des Engagements der Orpheumsbrüder für Umweltschutz und CO₂-Reduktion – denn wer feiert, darf auch Verantwortung zeigen. Ganz nebenbei wurden bei der Gelegenheit auch die Gewinner des Preisausschreibens aus der Souvenir-Illustrierten gezogen. Sie dürfen sich auf jeweils zwei Freikarten für die Orpheumssitzungen 2026 freuen – und werden natürlich noch offiziell benachrichtigt.

Apropos Sitzungen: Die neue Session steht schon in den Startlöchern! Los geht’s am 17. Januar 2026 mit dem großen Premieren-Abend im Bürgerhaus Dülken. Weitere Termine folgen am 24., 30. und 31. Januar sowie am 6. und 7. Februar 2026. Karten gibt’s über die Hotline 0178-4060943, online auf orpheum.de/tickets oder direkt bei den Mitgliedern. Bleibt zu hoffen, dass der junge Amberbaum bis dahin gut anwächst – und dass er, wie das Orpheum selbst, jedes Jahr ein bisschen weiter in den Himmel wächst. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath